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Diebe oder Hochstapler?

Zwei Frauen sollen landwirtschaftliches Gerät für 10 000 Euro entwendet haben. Das Gericht sah das aber anders.

Die Anklageschrift ist lang, die der Staatsanwalt im Dippoldiswalder Amtsgericht verliest. Im Juli 2012 sollen die beiden auf der Anklagebank sitzenden Frauen landwirtschaftliches Gerät für 10 000 Euro von einem Grundstück illegal entwendet haben. Das Grundstück hatte die eine der beiden Schwestern kurz zuvor verkauft. Sie bestreitet im Gerichtssaal den Vorwurf, dass sie den Container illegal befüllen und abtransportieren ließ. Bereits vor dem Verkauf habe sie den auf dem Vier-Seiten-Hof in Mohorn lebenden Mieter gebeten, das Grundstück zu beräumen.

Schließlich habe er nur die Räume im Wohnhaus und nicht die Scheune, den Stall und den Hof gemietet. Doch der Mann habe lediglich geantwortet, dass er seine dort herumliegenden Gegenstände nicht bräuchte, sagt die Angeklagte.

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Etwas anders klingt die Version des Mieters, der die beiden Frauen wegen Diebstahls angezeigt hat. Es habe eine Absprache gegeben, dass er das Grundstück beräume, sagt der Rentner vor Gericht aus.

Auf der Anklagebank werden erneut die Köpfe geschüttelt. Und auch die Staatsanwaltschaft wird zunehmend skeptischer, ob sich die Vorwürfe halten lassen. Denn im Lauf der Verhandlung werden die Aussagen des Mannes immer unglaubwürdiger – vor allem die zur Höhe des Schadens. Der Zeuge, der den Container beladen hatte, erklärt, dass es sich nur um Schrott gehandelt habe. Keineswegs seien Motoren oder ähnliche Sachen in den Container geflogen.

Am Ende spricht Richterin Daniela Sonntag die beiden Angeklagten vom Vorwurf des Diebstahls frei. Die eine habe mit der Sache nichts zu tun. Der anderen könne sie nicht nachweisen, was, wann, wie weggekommen sei, sagt sie bei der Urteilsbegründung. (seb)