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Diebe werden immer dreister

Gestohlen wird fast alles – sogar Buntmetall an Bahnstrecken und von Gräbern. Selbst der Zoll ist nicht sicher.

Von Holger Gutte

Fast täglich sind Diebe zwischen Ostritz, Zittau und Oppach unterwegs. Oft sind Autos oder Buntmetall wie Kupferdachrinnen ihr Ziel. Ihre Dreistigkeit kennt keine Grenzen. Geklaut wird buchstäblich alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Palette reicht vom Diebstahl von Süßigkeiten bis hin zu schweren Strafsachen. So haben im April 2013 drei bewaffnete Räuber die Zittauer Tankstelle an der Leipziger Straße überfallen und eine vierstellige Summe erbeutet. Fast genau ein Jahr zuvor ist in die Tankstelle schon mal eingebrochen worden – die Beute betrug damals rund 2000 Euro. Und erst vor wenigen Tagen haben Räuber die Sparkasse in Seifhennersdorf heimgesucht. Hier ist es der Polizei bereits gelungen, den Täter zu schnappen.

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36 gestohlene Fahrräder hat die Polizei in Porajow (Polen) gefunden.
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Der Schnitzer Günter Schönfelder aus Schönbrunn hofft, dass nun sein dritten Wolf an der B 178 nicht wieder gemaust wird.
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Aber es verschwindet auch so manches, dass man eigentlich nicht für möglich hält. Seit einigen Wochen sind selbst Kälberdiebstähle keine Seltenheit mehr. In der sächsisch-brandenburgischen Lausitz haben Tierdiebe allein in den letzten zwei Wochen insgesamt 82 Kälber gestohlen. Das jüngste Beispiel ist dabei im Altkreis Löbau-Zittau passiert. In der Nacht zum 29. März sind in der Agrargenossenschaft Berthelsdorf 22 Kälber verschwunden. Die Polizei hüllt sich in Schweigen. Aber das ist nur einer von einer Vielzahl von kuriosen Diebstählen. Hier nur ein paar Beispiele aus den letzten zwei Jahren:

Rätselhafterweise verschwinden neun schwere Eisenbahnräder

Wie das bewerkstelligt wurde, ist Polizei und Opfer ein Rätsel. Im Ostritzer Gewerbegebiet werden bei der Baumaschinen-Service Hagenwerder GmbH (BMS) neun Eisenbahn-Radreifen gestohlen. Jedes Rad wiegt 120 Kilogramm. Das Firmengelände ist mit Zaun und Tor gesichert. Zum Verladen der schweren Metallteile sind mehrere Personen nötig gewesen.

Bahnschranke außer Gefecht gesetzt und eine Grabplatte mitgenommen

Metalldiebe sind in Hirschfelde in den vergangenen zwei Jahren vor nichts zurückgeschreckt, wenn es nur Gewicht auf die Waage brachte. So sind an der Bahnschrankenanlage an der Neißgasse die Ausgleichsgewichte abmontiert worden. Zum Glück wird die Anlage technisch überwacht undmit einem Haltesignal die Züge aufmerksam gemacht. Von einem Grab auf dem Hirschfelder Friedhof ist auch eine Kupferplatte und von einem Brunnen an der Goethestraße die Abdeckung gestohlen worden.

Automaten aufgesprengt und dann den Inhalt geplündert

Nicht zimperlich sind Diebe in Löbau, im Kittlitzer Ortsteil Georgewitz und in Cunewalde vorgegangen. In allen drei Orten haben sie die Zigarettenautomaten aufgesprengt und geplündert.

Klimaanlage vom Supermarkt lahmgelegt

Beim Versuch, an die Kupferleitungen einer Klimaanlage zu kommen, legen Diebe in Hirschfelde die gesamte Anlage eines Supermarktes lahm.

Selbst in die Höhle des Löwen wagen sich Langfinger vor

Wer glaubt, um ein Zollgebäude machen Einbrecher einen Bogen, der irrt. Von Unbekannten ist das Zoll-Gebäude auf der Chopinstraße in Zittau aufgebrochen worden. Die Einbrecher durchwühlen mehrere Büros und brechen einen Tresor auf.

Ein Löbauer holt sich gewaltsam sein Medikament ab

Mit einer Packung Beruhigungsmittel gibt sich ein Dieb in Löbau zufrieden. Der 63-Jährige fordert dieses in der Apotheke am Bahnhof allerdings mit einem pistolenähnlichen Gegenstand vom Personal heraus.

Den Investor vertrieben und die Polizei verhöhnt

Dreiste Diebe haben in Zittau einen Investor vertrieben. Von den Einbrechern sind die Hallen auf dem Werksgelände hinter dem Klärwerk an der Grenze in Zittau quasi entkernt worden. Machtlos muss die Polizei sogar zusehen, wie die Täter sie jenseits der Grenze verhöhnen.

Unbekannte köpfen Henne und stehlen Hahn

Aus einem Stall in Zittau ist ein Hahn gestohlen worden. Bei einer Henne rissen die Täter sogar den Kopf ab und spießten den Körper des Tieres auf dem Gartenzaun auf.

Pech gehabt – ein leerer Tank schützt besser als eine Lenkradkralle

Eine Lenkradkralle hindert Autoknacker nicht ihr Werk zu vollenden. In Seifhennersdorf klappte es bei einem Mercedes trotzdem nicht. Mit leerem Tank fährt ein Dieb nur bis zur Hofeinfahrt.