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Diebstähle querbeet

Eine junge Frau stiehlt an über 20 Orten. Das Gericht verordnet 28 Monate Haft. Der Verteidigung wäre Bewährung lieber.

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Von Jens-Rüdiger Schubert

Eine Reihe von Diebstählen, Beleidigungen und der Besitz von Drogen haben einer 26-jährigen Görlitzerin 28 Monate Gefängnis eingebracht. Zumindest sind Staatsanwaltschaft und Amtsgericht der Meinung, dass diese Strafe für Monika Inger * angemessen ist. Die Verteidigung sieht das anders. Ingers Rechtsanwalt hatte sich das Ziel gesetzt, eine Bewährungsstrafe zu erreichen. Vor allem wollte er, dass der Haftbefehl ausgesetzt wird. Er argumentierte, dass Inger seit August in Chemnitz in Untersuchungshaft sitzt, ihr Kind in Görlitz seitdem nicht sah. Zudem sei seine Mandantin keine Gewohnheitskriminelle, sie habe wegen Beziehungsproblemen die Bodenhaftung verloren.

Die drei Anklagen mit insgesamt über 20 Vorwürfen scheinen jedoch ein anderes Bild zu zeigen. In der Klageschrift geht es um einen räuberischen Diebstahl bei Edeka, um Körperverletzung und Sachbeschädigung, um mehrfachen Fahrraddiebstahl, um Diebstähle bei dm, Norma, im City Center, in einem Trödelmarkt, in der Wohnung einer Bekannten. Es geht um Hausfriedensbruch, um den Besitz einer verbotenen Waffe und auch um unerlaubte Betäubungsmittel. Monika Ingers Freund wurde bereits wegen Vermögensdelikten zu Geldstrafen verurteilt.

Nach umfangreicher Beweisaufnahme verurteilte das Amtsgericht die junge Frau zu 28 Monaten Haft. Die Verteidigung kündigte an, in Berufung zu gehen. Somit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

* Name von der Redaktion geändert