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Diese Brücke ist nur nach einer Klettereinlage passierbar

An der Buttermilchmühle können Wanderer die Sebnitz wieder überqueren. Landwirte haben mit ihrer Technik das Nachsehen.

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Von Anja Weber

Die Brücke an der Buttermilchmühle ist bislang die einzige, die nach der Augustflut 2010 im Sebnitztal wieder aufgebaut werden konnte. Veranlasst hatte das die Nationalparkverwaltung. Allerdings wurde nur eine Fußgängerbrücke errichtet, um Kosten zu sparen. Die vorherige konnte auch von Landwirten mit ihrer Technik genutzt werden, die auf der anderen Uferseite Wiesen bewirtschaften. Mit der neuen Brücke können zwar die Wanderer wieder passieren, doch für einen Traktor ist sie zu schmal. Deshalb wurde den Landwirten vorm Bau versprochen, dass neben der Brücke eine Furt eingerichtet wird, durch die sie fahren können. Die wurde inzwischen auf provisorische Art schon angelegt. Doch die ist kaum nutzbar.

Im Ulbersdorfer Ortschaftsrat wurde das unlängst wiederholt thematisiert. Der Fußgängerbrücke habe man nur deshalb zugestimmt, weil man von Anfang an davon ausgegangen sei, das dort eine Furt für landwirtschaftliche Fahrzeuge mit gebaut werden soll. Dazu kommt, wenn jemanden in diesem Bereich etwas passiert, ist er auch für Rettungsfahrzeuge nicht zu erreichen.

Gebaut werden müsste die Furt von der Nationalparkverwaltung. Dort hält man sich allerdings bedeckt. Die Zuständigkeiten müssten geprüft werden, wie auch die notwendigen Investitionen. Nach Aussagen der Behörde könne man zwar die Zufahrt dulden, sei aber nicht verpflichtet, Investitionen dort zu tätigen. Kurzum: Die Nationalparkverwaltung werde die Furt nicht bauen.

Wenn der Eigentümer der Grundstücke oder auch die Stadt bauen möchten, könnten sie dies gern tun. Die Behörde werde auch alle zur Planung notwendigen Unterlagen ausreichen. Ulbersdorfs Ortsvorsteher Ralph Lux zeigte sich in punkto Furt an der Buttermilchmühle enttäuscht von der Nationalparkverwaltung. Darüber hinaus sei die neu gebaute Brücke so errichtet, das Fußgänger eine Klettereinlage hinlegen müssen, um überhaupt die Brücke erklimmen zu können. Für Fahrradfahrer sei das gänzlich unmöglich. Die Stadtverwaltung Hohnstein sei weiter mit der Nationalparkverwaltung im Gespräch, sagt Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, sagt er.