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Diese Corona ist willkommen

Der Zoo in Děčín freut sich über einen Baby-Boom. Das ist ein Lichtblick in schweren Zeiten.

Die Roten Vari bekamen zum ersten Mal Junge, und dann gleich Zwillinge.
Die Roten Vari bekamen zum ersten Mal Junge, und dann gleich Zwillinge. © Zoo Decin

Das Leben geht auch mit Corona weiter. Das erfährt dieser Tage der Zoo in Děčín (Tetschen), der die Geburt eines Mishmi-Takin meldete. Die Freude ist umso größer, da es das erste Junge der schon sechs Jahre dauernden Takin-Zucht ist. „Wir hatten eigentlich nicht mehr damit gerechnet“, sagt der leitende Zoologe Roman Řehák. Eine Erklärung für den plötzlichen Zuchterfolg könnte eine Umstellung der Nahrung im vergangenen Jahr sein.

Takine leben in freier Natur in den östlichen Ausläufern des Himalaya. Sie stehen auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Das Weibchen bringt meist ein Junges zur Welt, wie auch in Děčín. Das Besondere am Nachwuchs der Takine ist, dass die Kleinen schon nach wenigen Tagen laufen können. Das im Zoo Děčín wurde am 23. März geboren. Unter den Mitarbeitern trägt es erst einmal den vielsagenden Arbeitsnamen „Corona“. „Es sieht aber derzeit danach aus, dass es diesen Namen behält“, sagt Zoo-Sprecherin Alena Houšková. Sehen kann man das knuddelige Kleine aufgrund der Corona-Krise vorerst leider nur auf dem Foto.

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Das betrifft auch das Zwillingspärchen der Roten Vari. Auch da handelt es sich um den ersten Zuchterfolg. Das Pärchen wurde allerdings erst Anfang November letzten Jahres zusammengestellt. Da die Schwangerschaft bei dieser Lemurenart vier bis fünf Monate dauert, scheint die Paarung der stark gefährdeten Primatenart gleich beim ersten Versuch geklappt zu haben.

Drei Junge gibt es bei den Rotnackenwallabys.
Drei Junge gibt es bei den Rotnackenwallabys. © Zoo Decin

Den aktuellen Baby-Boom im Zoo Děčín ergänzt der Nachwuchs der Rotnackenwallabys. Diese Aufzucht ist in dem Zoo oberhalb der Schäferwand überaus erfolgreich. Seit sechs Jahren bringen die Weibchen regelmäßig Junge zur Welt. In diesem Jahr haben alle drei Wallabyweibchen Nachwuchs, darunter auch das Albinoweibchen, das im letzten Jahr zur Welt kam. Ob auch ihr Junges weiß wird, bleibt noch ein Geheimnis, denn bisher sind nur die Füßchen aus dem Beutel zu sehen.

Wie alle Freizeiteinrichtungen hat auch der Zoo Děčín seit Ausrufung des Notstands geschlossen. Den Zoo, den jedes Jahr über 100.000 Menschen besuchen, trifft das hart. „Bereits im März hatten wir Einnahmeausfälle in Höhe von rund 14.000 Euro“, sagt Sprecherin Houšková. Da eine baldige Wiedereröffnung nicht wahrscheinlich ist, geht der Zoo erst einmal von knapp 40.000 Euro Mindereinnahmen aus.

Erstmals haben die Mishmi-Takins im Zoo Decín Nachwuchs.
Erstmals haben die Mishmi-Takins im Zoo Decín Nachwuchs. © Zoo Decin

Unterstützung kommt aus dem Umweltministerium, das seinen Futterzuschuss dieses Jahr früher ausgezahlt hat. Außerdem nutzt der Zoo die besucherfreie Zeit für Wartungsarbeiten, die sonst erst später durchgeführt worden wären. Trotz der schwierigen Situation denkt der Zoo aber nicht nur an sich. „Unsere Mitarbeiter haben mehr als 250 Schutzmasken für unsere Angestellten und ihre Familien genäht. Den Rest haben wir an das Krankenhaus gespendet“, sagt Houšková.

Wer dem Zoo über die schwierige Zeit helfen möchte, hat dazu mehrere Möglichkeiten. „Die Besucher können uns durch Einkäufe im E-Shop, Spenden und die Übernahme von Tierpatenschaften unterstützen“, sagt Houšková. „Vor allem hoffen wir aber, dass sie uns durch ihre zahlreichen Besuche nach der Wiedereröffnung unterstützen“, denkt Houšková schon an die Zeit nach der Coronakrise. Ein Teil der Besucher wird dann aber freien Eintritt bekommen. „Das sind alle Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Feuerwehrleute oder Verkäufer. Damit wollen wir ihnen wenigstens ein bisschen dafür danken, was sie jetzt für uns tun“, sagt die Sprecherin.

Wiedereröffnung ungewiss

Wann der Zoo wieder öffnet, ist im Moment aber völlig unklar. Die Schließung war zunächst bis zum Ende des Notstands am 11. April beschlossen. Der wurde am Dienstag vom Parlament auf Ende April verlängert. Zwar haben seit Donnerstag erste Läden wieder offen und auch Sportarten wie Golf und Tennis sind wieder erlaubt. Freizeiteinrichtungen bleiben aber bis auf Weiteres geschlossen.

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