merken
PLUS

Politik

Organspenden müssen freiwillig bleiben

Gesundheitsminister Spahn hat jetzt den Entwurf für die Reform der Organspende präsentiert. Ein Kommentar von SZ-Redakteurin Andrea Schawe.

Andrea Schawe.
Andrea Schawe. © dpa/Montage: SZ-Bildstelle

Etwa 84 Prozent der Deutschen sind einer Umfrage zufolge generell bereit, Organe zu spenden. Aber nur 39 Prozent haben einen Organspendeausweis. Ob jemand nach dem Tod seine Organe spenden möchte, ist eine höchst persönliche Entscheidung. Sie ist eben kein „solidarischer Akt an den Mitmenschen“, wie eine Linke-Politikerin im Bundestag sagte.

Diese Entscheidung sollte nicht vom Staat erzwungen, sondern freiwillig gefällt werden. Wie stellt man sich den Tod vor? Was passiert danach? Befürwortet man es überhaupt, dass Spenderorgane Leben verlängern, obwohl der Köper aufgibt? In manchen Fällen verbietet die Religion, seine Organe zu spenden. Wer sich noch nie mit diesen Fragen auseinandergesetzt hat, kann keine bewusste Entscheidung zur Organspende treffen. Deswegen ist die Widerspruchslösung ein Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen. Der fehlende Widerspruch ist keine Zustimmung.

Anzeige
IT-Administrator (m/w/d) gesucht
IT-Administrator (m/w/d) gesucht

Sie sind Netzwerkspezialist und lieben die Arbeit in Windows-Umgebungen? Der IT-Dienstleister INFOTECH sucht erfahrene IT-Administratoren (m/w/d).

Weiterführende Artikel

Organspender ganz dringend gesucht 

Organspender ganz dringend gesucht 

Ein Spenderorgan ist oft die letzte Hoffnung für Schwerkranke. Aber in Sachsen gibt es immer weniger Menschen, die spenden. Warum sich das ändern muss.

Organspende doch nur freiwillig?

Organspende doch nur freiwillig?

Es ist das gemeinsame Ziel im Bundestag, zu mehr Organspenden zu kommen. Ein erstes umstrittenes Konzept liegt schon vor. Nun kommt ein Gegenentwurf auf den Tisch.  

Gegenmodell zu Spahns Organspende-Plan

Gegenmodell zu Spahns Organspende-Plan

Wie kann erreicht werden, dass mehr Menschen im Fall ihres Hirntods Organe spenden? Eine weitere Gruppe von Abgeordneten konkretisiert nun ihre Pläne.

Wir sind jetzt alle Spender

Wir sind jetzt alle Spender

Allem Werben zum Trotz warten Tausende Schwerkranke dringend auf Organe. In der sensiblen Debatte um mehr Spender liegt der erste Gesetzentwurf vor - es gibt prompt Kritik.

Um die Zahl der Organspenden zu erhöhen, braucht es vor allem ausführliche und unabhängige Aufklärung. Etwa darüber, wann ein Mensch als hirntot gilt und über die Kriterien, nach denen die Organe an Patienten vergeben werden. Skandale um manipulierte Wartelisten haben viele Menschen abgeschreckt. Die geplante Informationskampagne nutzt deswegen mehr als die vorgeschlagene Änderung. Auch die Stärkung des Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern ist richtig. Denn schon heute werden viele mögliche Organspender in den Kliniken nicht erkannt.

E-Mail an Andrea Schawe.

Mehr zum Thema Politik