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Diese Frau bereitet den Tag der Sachsen vor

Maria Migawa soll sie ein Fest veranstalten, wie Freital es noch nicht erlebt hat. Dafür hat sie schon viele Ideen und einen großen Wunsch.

Maria Migawa lernte Steuerfachangestellte, studierte Kunsthistorie und ist jetzt Freitals Partymacherin.
Maria Migawa lernte Steuerfachangestellte, studierte Kunsthistorie und ist jetzt Freitals Partymacherin. © Karl-Ludwig Oberthür

Das Ziel ist gar nicht so weit weg und hat ein genaues Datum: 10. bis 12. September 2021. Maria Migawa wird sich in die nächsten 18 Monaten ihres Arbeitslebens ganz auf diesen Termin konzentrieren. Denn dann findet in Freital der Tag der Sachsen statt. Und Migawa leitet die gesamte Organisation für Sachsens größtes Volksfest, welches dann 30 Jahre alt wird. Dafür wurde sie im Januar bei der Stadt eingestellt.

Mit dem Tag der Sachsen sind große Erwartungen verbunden. Fernseh- und Radiostationen werden berichten, die Politikprominenz wird sich einfinden, Hunderttausende Besucher werden in der Stadt sein - viele zum ersten Mal. Da sollte schon alles perfekt passen.  Welche Verantwortung damit auf ihr lastet, lässt sich Maria Migawa aber  nicht anmerken. Vielmehr schwärmt sie erst einmal von Freital. "Mir gefällt es hier wirklich sehr. Ich habe nette Kollegen und eine spannende Aufgabe." Jeden Tag lerne sie neue Menschen kennen, die alle ein Ziel haben: ein Fest auf die Beine zu stellen, von dem die Besucher noch lange schwärmen sollen.   

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Die Rolle als Partymacherin wäre Migawa noch vor ein paar Jahren nicht unbedingt zugefallen. Die 34-Jährige wuchs in Meiningen auf, "eine Stadt, deren Namen man sich nicht unbedingt merken muss", sagt sie. Der ausgebildeten Steuerfachangestellten wurde das Thüringer Kleinstadtflair schnell zu eng, auch beruflich fremdelte sie wohl. "Ich sah das nicht als das Ende meiner Entwicklung an." So zog sie nach Dresden und schrieb sich an der Uni für Kunstgeschichte ein. Die sächsische Landeshauptstadt und ihre Umgebung habe sie schon immer geliebt. "Was ist das doch für eine schöne Landschaft hier. Nur die Bratwürste schmecken nicht so gut wie in Thüringen." Für einige Monate musste sie nach dem Studium das Elbtal allerdings mit dem Ostseestrand tauschen - zum Volontariat ging sie ins städtische Museum nach Flensburg. 

Zurück in Dresden arbeitete Maria Migawa freiberuflich als Kunsthistorikerin, so unter anderem für die Staatlichen Kunstsammlungen. Zunehmend veränderte sich jedoch ihr Aufgabenfeld. Sie begann, Tagungen zu organisieren und  Veranstaltungskonzepte zu entwickeln. "Das ging dann schon mehr ins Marketing und Management. Mit Kunstgeschichte hatte ich zum Schluss nicht mehr viel zu tun."

Da war es naheliegend, sich im vergangenen Herbst auf eine Anzeige der Stadt Freital zu bewerben, die einen Projektmanager für den Tag der Sachsen suchte. Migawa bringt dafür nicht nur das Know-how mit. Ihr offenes Wesen, ihre ansteckende Fröhlichkeit, ihre zupackende Art werden für Freitals Fest-Projekt dringend gebraucht. Übrigens war sie schon einmal auf einem Tag der Sachsen, 2019 in Riesa. "Reiner Zufall", sagt sie. Damals habe sie von der Stelle als Projektmanagerin noch nichts gewusst.

In den ersten Arbeitswochen ist sie schon viel in der Stadt herum gekommen, hat Vereine und Verbände gesucht, Kontakte geknüpft, Ideen eingesammelt. Ihre Aufgabe wird es nun sein, gemeinsam mit einem Team und mehreren Arbeitsgruppen bis aufs Detail alles durchzuplanen. Am Ende muss klar sein, wo jeder Verein seinen Infostand aufbaut, wo das Riesenrad steht, an welcher Position wer im Festumzug mitläuft. Es muss geklärt sein, wann die Müllabfuhr kommt, welche Straßen gesperrt werden, wer auf den Besucherparkplätzen die Pkws einweist. Die Stadt muss geschmückt, Wegweiser aufgebaut und Quartiere für die vielen Gäste bereitgestellt werden. Tausend kleine und große Dinge. Dabei arbeitet sie eng mit dem Team zusammen, welches die 100-Jahr-Feier in Freital vorbereitet, die ja ebenfalls 2021 stattfindet. "Da geht ja manches ineinander über."

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Erstmals ernst wird es für Maria Migawa und ihre Mitstreiter im September, wenn in Aue-Bad Schlema der diesjährige Tag der Sachsen stattfindet.  Dann wird sich Freital als nächster Ausrichter präsentieren, Flugblätter verteilen, Werbung machen. Auch einige Vereine aus dem Weißeritztal werden als Teilnehmer ins Erzgebirge fahren. "Wer noch mitmachen und Erfahrungen sammeln möchte, kann das gerne tun. Bis 30. März läuft die Anmeldefrist", wirbt Maria Migawa. Außerdem laufen die Freitaler im Festumzug mit - in welcher Form und in welchen Kostümen, dazu hat die Projektmanagerin schon verschiedene Ideen. Welche, will sie nicht verraten. Ein bisschen spannend soll es schließlich bleiben.

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