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Diese fünf flauschigen Küken sind Untermieter in Weinhübel

In einem Blumentopf an einem Fenster in Görlitz-Weinhübel tauchte plötzlich ein Vogelei auf. Es sollte nicht bei diesem einen Exemplar bleiben.

© Danilo Dittrich

An einem Küchenfenster in Görlitz-Weinhübel hat sich seit Ende Mai ein Turmfalken-Paar eingenistet und Nachwuchs zur Welt gebracht. Die Bewohner des Hauses staunten nicht schlecht, als sie eines Tages ein Ei in ihrem Blumentopf auf der Fensterbank fanden. Es sollte nicht bei diesem einen Exemplar bleiben.

"Nach und nach kamen vier weitere hinzu", berichten die unbeabsichtigten menschlichen Pateneltern der Tiere einem SZ-Reporter. Sie vermuteten zunächst, dass es Taubeneier seien. Die Suche im Internet ließ sie dann auf Turmfalken schließen. Und es dauert auch nicht lange, bis sie die beiden Eltern in der Nähe kreisen sahen.

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"Turmfalken sind Kulturfolger - das bedeutet, sie nisten gerne in menschlicher Nähe und oft in Stadtgebieten", erklärt Anna Pahlow, Ehrenamtlerin von der Vogelwarte Hiddensee.  Dass sie sich dafür einen Blumentopf aussuchen, sei aber relativ selten. Jetzt in der Jungvogel-Saison kommt es häufiger vor, dass Pahlow frisch geschlüpftes Federvieh beringt - also einen Ring an deren Fuß anbringt, anhand dessen Vogelbeobachter Leben, Verhalten, Alter und Zugverhalten der Tiere bestimmen können. So hat sie es auch am Mittwoch bei den fünf Turmfalken-Babys getan, die nach und nach geschlüpft sind. Alle Flatterwesen sind gesund und munter.

"Die etwa 14 Tage alten Tiere waren beim Beringen sehr entspannt. Sie haben sich währenddessen geputzt. Als ich fertig war, kam schon die Mutter zitternd zu ihren Schützlingen", beschreibt die Beringerin den Vorgang. Das Anbringen dauere nur  wenige Minuten und sei nicht schmerzhaft, versichert sie. Im Vogelalltag stören oder behindern die Ringe nicht.

Nun wird sich Familie Turmfalke voraussichtlich etwa noch weitere 15 Tage bei ihren menschlichen Untermietern aufhalten. Danach geht es für sie hinaus in die weite Welt. Etwa vier Wochen dauert laut Pahlow die Bettelflugphase, in der die Jungtiere mit ihren Eltern unterwegs sind. "Danach nabeln sie sich ab und fliegen alleine weiter."

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