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Diese Innenstadt-Häuser will Zittau retten

Die Stadt beantragt erneut viele Förder-Millionen für die städtebauliche Erneuerung. Dafür ist eine Wunschliste nötig.

© SZ Thomas Eichler

Von Thomas Mielke

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Über 70 Prozent der Innenstadt-Häuser sind inzwischen saniert. Weit über 80 Millionen Euro Fördergeld sind seit der Wende in öffentliche und private Zittauer Gebäude geflossen. Doch noch bleibt viel zu tun. Damit es weitergehen kann, beantragt die Stadtentwicklungsgesellschaft (ZSG) jedes Jahr neue Fördergelder von Bund und Land. Nun hat sie den Stadtrat über die Anträge für 2015 informiert, denn letztendlich entscheidet er über die Zittauer Eigenanteile und am Ende über die Verteilung der meisten Fördergelder.

© SZ Thomas Knorr
© Wolfgang Wittchen
© SZ Thomas Eichler

Mit dem Antrag beim Freistaat muss Zittau eine Art Wunschliste abgeben, was mit dem Geld passieren soll. Darauf stehen Projekte, die bereits begonnen wurden, die vor dem Start stehen oder bei denen vieles noch unklar ist. Das sind die wichtigsten:

Stadtumbau Ost: Weitere Abrisse

sind vorerst nicht geplant

Aus den Förderprogrammen für den Stadtumbau Ost erhofft sich Zittau laut ZSG-Geschäftsführerin Birgit Kaiser 6,3 Millionen Euro bis 2020. Mit Geld aus diesem Topf kann die Stadt den Rückbau fördern und Aufwertungen unterstützen. Anträge für Abrisse werden 2015 nicht gestellt. Die Wohnbaugesellschaft will erst ab 2018 wieder in Zittau-Ost abreißen. Die Genossenschaft sieht überhaupt keinen Bedarf dafür. In diesem Jahr fallen in Ost trotzdem zwei Blöcke. Sie gehören der Stadt. Das sind Wünsche für Aufwertungsprojekte:

Mandauer Berg 1, 3, 5: Die Gespräche mit dem spanischen Besitzer sind laut ZSG schon ziemlich weit. Er will sanieren.

Ausbau Amalien- und Böhmische Straße: Die Stadt will die Straßen ausbauen.

Böhmische Straße 30: Der Besitzer der Nachbarhäuser saniert auch dieses.

Mandauer Berg 11: Der Emil-Verein hat das Haus gepachtet und will es perspektivisch zu einer Innenstadt-Herberge umbauen, wie die SZ bereits berichtete.

Rosenstraße 5: Das Haus neben der neuen Innenstadt-Kita soll erhalten werden. Wenn kein Privater saniert, macht es die Stadt eventuell selber.

Amalienstraße 23, 25: Laut ZSG gibt es Pläne für eine Sanierung.

Breite Straße 2: Die Stadt will das Gebäude in einigen Jahren zu ihrem Technischen Rathaus umfunktionieren.

Neustadt 35: Das Drei-Kronen-Haus hat einen neuen Besitzer. Die Stadt hofft, dass er das Gebäude saniert.

Denkmalschutz: Zittau bekommt

mehr Geld als andere Städte

Knapp acht Millionen Euro Fördergeld würde Zittau bis 2021 bekommen, wenn alle Wünsche beim städtebaulichen Denkmalschutz bewilligt werden. Eigentlich hat der Freistaat die Summe für einzelne Städte bei sieben Millionen Euro gedeckelt. Aber weil der Umbau der Hauptturnhalle so ein Mammutprojekt ist, hat er 1,4 Millionen Euro draufgelegt. Zittau gibt die Förderung zum Bau dazu. Bauherr ist der Landkreis. Das sind weitere Projekte:

Albertstraße 14, 16 und 18: Nachdem das Einkaufscenter in seiner großen Variante doch nicht gebaut wird und die Optionsverträge des Investors mit den Besitzern zum Kauf aufgelöst sind, hofft die Stadt, dass die Eigentümer sie sanieren. Der staatliche Zuschuss wird nun beantragt.

Brunnenstraße 21: Die Besitzverhältnisse sind schwierig, trotzdem hofft die ZSG auf ein gutes Ende für das marode Haus.

Innere Oybiner Straße 5: Ein tschechischer Professor will das Haus sanieren und zu einer Art Wissenschaftstreff ausbauen, wie die SZ bereits berichtete.

Innere Weberstraße 31, 37/39, 44: Die ZSG ist mit den Eigentümern im Gespräch.

Innere Weberstraße 20/Lindenstraße 11: Der Eigentümer des Grätz’schen Hauses, eines der schönsten Bürgerhäuser der Stadt, hat bereits vor Jahren erklärt, dass er sanieren will. Die ZSG verhandelt mit ihm.

Markt 4 und 7: Die Arbeiten laufen.

Städtebauliche Erneuerung: Hausbesitzer zahlen für Museumsdepot

Als die Innenstadtsanierung begann, haben die Hausbesitzer Verträge unterschrieben, dass sie im Gegenzug zur Wertsteigerung ihrer Häuser eine Ablösesumme zahlen. Tun sie das vorfristig, darf die Stadt dieses Geld für andere Sanierungen ausgeben. Über diese Einnahme soll der Umbau der Brüderstraße 10 zum Museumsdepot und die Sanierung der Neustadtküche (Neustadt 34) unterstützt werden. Die Arbeiten laufen schon. Die Stadt schießt den Zuschuss vor und hofft, dass möglichst viele Hausbesitzer ihre Schuld bald begleichen.

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