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Freital

Diese junge Pianistin zählt zur Bundesspitze

Emilia Ebert aus Possendorf hat im Finale von „Jugend musiziert“ erneut gewonnen. Ihre Stärke liegt in der Kammermusik.

Emilia Ebert ist abermals Gewinnerin des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“.
Emilia Ebert ist abermals Gewinnerin des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“. © Karl-Ludwig Oberthür

Am Kirschbaum hängen die letzten roten Früchte. Emilia Ebert führt in einen Raum, in dem sofort ihr weißer Flügel auffällt. Das Zimmer ist sonst sparsam möbliert. „Wir nennen es ‚Flügelzimmer‘“, verrät Antje Ebert, die Mutter der Nachwuchspianistin. Sie ergänzt: Zurzeit habe sie das Glück, dem Spiel Emilias öfters lauschen zu können. Die 18-Jährige ist im Bannewitzer Ortsteil Possendorf zwar zu Hause. Doch sie lernt am Landesgymnasium „Carl Maria von Weber“ in Dresden, mit Hauptfach Klavier. Bei ihrer Lehrerin Mirjana Rajic bekommt sie Solounterricht zur Vorbereitung aufs Klavierstudium. „Meistens übe ich am Gymnasium“, sagt Emilia. Doch in den Ferien setze sie sich auch gern an ihren Flügel, um eigene Melodien zu intonieren. Erlebtes und Stimmungen fließen dann ein. „Das ist so entspannend“, sagt sie.

Eine intensive Zeit liegt hinter ihr. Im Juni nahm die Possendorferin am Finale des Bundesausscheides „Jugend musiziert“ in Halle/Saale teil. Gemeinsam mit den Sängerinnen Annabell Hertrampf und Karolin Uhr interpretierte sie sieben Lieder aus verschiedenen Epochen vor der Jury und dem Publikum. Darunter waren auch zwei Weisen aus einem Liederzyklus Robert Schumanns und eine Bearbeitung eines schwäbischen Volksliedes. „Es hieß ‚Drauß’ ist alles so prächtig’. Wir interpretierten es nach unseren eigenen Ideen bodenständig und leicht“, erklärt Emilia. Begeisterung schwingt in ihren Worten mit.

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Nach der Aufführung fieberte sie der Preisverleihung selbstkritisch entgegen. Dann der große Moment: Von 22 Vokalensembles gewannen die drei Nachwuchsmusikerinnen einen der beiden 1. Preise. Emilia erhielt den Preis konkret für ihre Klavierbegleitung. So steht es auf der Urkunde, die sie aus einer Mappe zieht. Darin liegt auch die Urkunde vom Vorjahr. Zusammen mit Annabell Hertrampf gewann sie schon damals einen 1. Preis im Finale des Wettbewerbs „Jugend musiziert“.

„Er bietet nach der Preisverleihung auch die große Chance, Ratschläge von der Jury und Professoren zu bekommen.“ Als Preisträger des Jahres 2018 erhielten Emilia und Annabell für Mai 2019 auch eine Einladung zum Liedfestival nach Kassel. Das Geheimnis ihres Erfolges – auch bei den jetzigen Auftritten mit Karolin: „Wir harmonieren gut zusammen“, verrät Emilia. Alle drei kennen sich vom Sächsischen Landesgymnasium für Musik.

„Der Unterricht dort ist sehr gut. Positiv und ganz wichtig ist auch die finanzielle Unterstützung bei der musikalischen Ausbildung“, betont Emilia Ebert. Sie hatte ab fünf Jahren Klavierunterricht in der Kinderklasse der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“, ehe sie sich fürs Landesmusikgymnasium qualifizierte.

Seit fünf Jahren etwa besucht Emilia auch Meisterkurse bei verschiedenen Pianisten. Ihre Klavierlehrerin Mirjana Rajic wiederum regt sie an, ihre Grenzen auszutesten. „Sie hat erkannt, dass meine Stärke im Bereich der Kammermusik liegt. Sie sucht immer wieder nach Auftrittsmöglichkeiten und begleitet mich zu Konzerten.“ In den Ferien studiert Emilia an ihrem weißen Flügel schon ihre Stücke für die Abschlussprüfung ein. Nach dem Abitur im kommenden Jahr wolle sie „raus aus Dresden, an neue Orte“. Wohin genau, das werde sich noch zeigen, sagt sie. Auf jeden Fall wolle sie ein Klavierstudium aufnehmen und mit anderen im Ensemble musizieren.

In ihrer wenigen freien Zeit geht Emilia gern ins Theater oder fotografiert. Das Flügelzimmer bleibt ein Raum für besondere Momente: Zu Weihnachten musiziert die Pianistin dort in Familie mit ihrer älteren Schwester, die Gesang studiert hat.

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