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Görlitz

Hier warten sieben Ponys auf Kinder

In Mengelsdorf können Jungen und Mädchen spielerisch das Reiten lernen und auch mal Prinzessin oder Ritter sein.

Inka ist eins von sieben Ponys, mit denen Stefanie Kretschmer sich einen Lebenstraum erfüllt und in die Teilselbstständigkeit startet.
Inka ist eins von sieben Ponys, mit denen Stefanie Kretschmer sich einen Lebenstraum erfüllt und in die Teilselbstständigkeit startet. © C. Junghanß

Gras zupfen. Das ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Ponys. Ein bisschen verfressen seien die Vierbeiner schon, sagt Stefanie Kretschmer und lacht. Kein Problem: Gras gibt es genug beim ehemaligen Rittergut in Mengelsdorf.

Dort findet im August ein kleiner Zirkus statt. Eine Premiere wird das sein. Plakate malen die künftigen „Zirkus-Kinder“ selbst und verteilen die bunten Bilder im Ort. Der Zirkus ist ein Projekt, das Stefanie Kretschmer ins Leben gerufen hat. Ihre Ponys spielen dabei die Hauptrolle zusammen mit den Kindern, die an einem einwöchigen Kurs teilnehmen werden.

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Natur vom Pferderücken erkundet

Die „Ponystarken Reiterferien“ finden zum ersten Mal statt und sind sozusagen der Auftakt für ein berufliches zweites Standbein der Dittmannsdorferin. Sie steigt mit dem „Pony-Projekt“ in die Teilselbstständigkeit ein, hat dafür über mehrere Monate hinweg noch mal die Schulbank gedrückt.

Beim Hippolini-Institut im Erzgebirge machte die gelernte Bürokauffrau ihre Ausbildung inklusive verschiedener Qualifikationen. Jetzt kann die Mutter von zwei Kindern mit reitbegeisterten Mädchen und Jungen zusammenarbeiten. Ihren anderen Job hängt sie dafür aber nicht an den Nagel. In der „Schlesischen Schatztruhe“ auf der Brüderstraße in Görlitz wird sie weiter im Verkauf mitarbeiten.

Mit ihrer Teilselbstständigkeit erfüllt sich die 37-Jährige einen Lebenstraum. Pferde begleiten Stefanie Kretschmer schon von klein auf. „Mit sieben Jahren habe ich zum ersten Mal bei einem Gestüt in Niederreichenbach auf einem Pferd gesessen“, erinnert sie sich. Umgefallene Baumstämme im Wald wurden spielerisch als „Pferd“ benutzt, ebenso der Küchenhocker. Turnierreiterin zu werden lag ihr allerdings fern.

Stefanie Kretschmer zog es schon immer in die Natur. Es waren vor allem die Königshainer Berge und Umgebung, die sie auf dem Rücken der Pferde erkundete. In der Lehre wechselte dann der Pferderücken erst mal mit dem Mopedsitz. So, wie viele junge Leute vom Dorf, war der Führerschein ein Muss. Doch das Moped war nicht mit einem Pferd zu vergleichen. Vom ersten zusammen gespartem Lehrlingsgeld kaufte sich die junge Frau deshalb die Haflingerstute Mariella und dann noch die Norwegerin Danka. Die ist mittlerweile 21 Jahre alt.

Von Kassel zurück in die Heimat

Nach der Lehre ging es für eine Zeit lang weg vom Dorf in den Westen der Republik. „In Kassel arbeitete ich eine Weile auf einem Pferdehof mit“, erzählt sie. Später schnupperte die Pferdefreundin Reitstallluft in Pirna, unterrichtete Kinder und Erwachsene und bildete sich bei Lehrgängen zum Thema weiter. Die gebürtige Reichenbacherin kam wieder in die Heimat zurück und damit zur Familie, die in Mengelsdorf den Hof mit den Stallungen erworben hatte. Dort wird nun auch ihre Reitschule aufgebaut. Mit ihren sieben Ponys bietet die Pferdefreundin jetzt Kurse an, bei denen die Kinder nicht nur lernen, wie man sich auf dem Ponyrücken und damit in Balance hält. Diese halbjährigen Kurse sollen als Vorbereitung für weiterführenden Reitunterricht dienen. Und einen „Miniclub“ für Mädchen und Jungen im Kindergartenalter soll es geben. „Ich möchte auch themenbezogene Veranstaltungen mit Ponys durchführen“, sagt Stefanie Kretschmer.

Prinzessinnentage könnten das beispielsweise sein oder Rittertage – mit passender Verkleidung. Schatzsuchen auf dem Pferderücken und Kindergeburtstage mit den Ponys gehören ebenfalls dazu. Vorstellen kann sich die Gründerin, an den regionalen Schulen und Kindergärten Projekte und Wandertage mit Pferd zu machen.

„Das gibt es in dieser Form bei uns bisher noch nicht“, hat sie in Erfahrung gebracht und will deshalb ab dem kommenden Schuljahr ausloten, ob es dafür Bedarf gibt. Stefanie Kretschmer ist gespannt, wie ihre Projekte angenommen werden. Jetzt beginnen erst einmal die Vorbereitungen für die Premiere Reiterferien Anfang August. Da gibt es noch einige wenige freie Plätze für Kinder zwischen sechs bis neun Jahren. Wer mitmachen will, kann sich einfach per Mail melden.

E-Mail: [email protected]

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