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Diese vier Dinge braucht ein Weintrinker

In den Läden finden sich viele Utensilien. Wichtig ist nur wenig, und teuer muss es auch nicht sein.

Weinerkenntnisse von Silvio Nitzsche
Weinerkenntnisse von Silvio Nitzsche © Thomas Kretschel

Weihnachten steht vor der Tür. Na ja, nicht wirklich, aber mit Beginn der zweiten Jahreshälfte fangen nicht wenige an, sich Gedanken über die ersten Geschenke zum Jahresende zu machen. Und da Papa sich seit seinem letzten Italienurlaub für einen passionierten Weintrinker hält, sind die diesjährigen Gaben bereits im vollen Umfang verplant.

Doch was braucht man so als Weintrinker? Mit den angebotenen Dingen könnte man Kataloge füllen. Vom Badewannenweintablett über den Einzelflaschenständer und die Kochschürze bis hin zum umgedrehten Weinglas scheinen die Geschenkmöglichkeiten unerschöpflich.

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Weintrinker – egal ob Laie oder Profi – benötigen aber nur vier Dinge. Zum einen natürlich ein Kellnermesser, auch wenn dieses mittlerweile nicht mehr so super aktuell ist, weil viele Flaschen es schlichtweg nicht mehr brauchen. Eigentlich kann man auf alles andere verzichten, aber eine Flasche Wein und kein Kellnermesser – das kann zu einigen Schweißperlen auf der Stirn führen.

Hier ist bei der Auswahl schon die allererste Hürde zu nehmen. Es muss kein Designer-, Luxus- oder elektrisches Modell sein. Wahrlich nicht. Es sollte möglichst ein Modell sein, das zwei Einkerbungen zum Ansetzen und gleichmäßigen Heraushebeln des Korkens hat. Das Gelenk zwischen den beiden Einkerbungen sollte beweglich sein. Die Spindel sollte ausreichend lang sein und mindestens fünf Windungen aufweisen. Das ist es. Mehr braucht es nicht. Oft sind diese praktischen Modelle auch noch die günstigsten.

Da nun die wenigsten von uns – zumindest nicht die Genusstrinker – den Wein aus der Flasche trinken, sind Weingläser ein weiteres unabdingbares Utensil. Fast philosophisch könnte man hier werden und etliche Essays verfassen. Aber das Allerwichtigste ist, kein Industrieglas zu nehmen. Als Faustregel im Supermarkt, Baumarkt oder in einschlägigen Möbelzentren gilt deshalb: tapfer an den dortigen Weingläsern vorbeigehen, seien sie auch noch so perfekt designt und schön.

Weingläser sind eins der wenigen Utensilien, die der Weintrinker wirklich braucht.
Weingläser sind eins der wenigen Utensilien, die der Weintrinker wirklich braucht. © Ingo Wagner/dpa (Symbolbild)

Nicht zu vergessen ist auch der Kühlschrank. Luxus ist es natürlich, wenn der Wein seine letzte Ruhestätte nicht mit anderen Lebensmitteln teilen muss. Unbedingt notwendig ist das aber auch nicht.

Wichtig ist, dass geöffnete Flaschen fest verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt werden, damit sie nicht etwa nach irischer Butter, Zwiebeln oder Schinkenspeck riechen. Die bloße Erwähnung klingt einleuchtend, aber sie wären nicht die Ersten, denen so etwas passieren würde. Und last but not least wäre da noch die Karaffe – nicht wirklich wichtig, aber dennoch sehr hilfreich. Unser Leben wird immer schneller und immer spontaner.

Antizyklisch brauchen aber die meisten Weine, weil sie immer perfekter und besser werden, immer mehr Zeit zur Zeit, damit man die Potenz zur Gänze ausschöpfen kann. Um dem entgegenzuwirken, hilft eine Karaffe, den Weine alsbald und schnell trinkfertig zu machen. Hier kann man auch bei der Auswahl der Modelle philosophisch werden, aber wenn Wein nicht ihr Lebenskernthema ist, lassen sie sich ruhig von optischen Reizen betören.

Und das war’s. Die Basis ist geschaffen. Mehr braucht man nicht. Und wenn der Geschenkempfänger diese Accessoires schon hat? Was dann? Ich glaube, das ist bei einem Weintrinker recht einfach zu lösen. Der Wein selbst ist ja immerhin ein ständig abfließendes Element.

Silvio Nitzsche ist Sommelier und betreibt in Dresden die WeinKulturBar.

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