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Dieser Künstler brennt Löcher in Bilder

Jens Rausch verzichtet auf übliche Malfarben. Stattdessen kommen Feuer, Telefonbuchseiten und Naturmaterialien zum Einsatz.

Jens Rausch stellt seine Werke bis 6. September im Barockschloss Königshain aus.
Jens Rausch stellt seine Werke bis 6. September im Barockschloss Königshain aus. © Constanze Junghanß

Ein Bild – versehen mit Brandlöchern. Aus den Löchern schimmern Flügelteile von Tagpfauenaugen, einer Schmetterlingsart. Sonnenblumenschatten im Hintergrund. Abstrakte Kunst aus ungewöhnlichen Materialien schafft Jens Rausch, geboren in Fulda und zu Hause in Hamburg. Mit dem Via-Regia-Stipendium ist er jetzt für einen Monat Gast im Königshainer Schloss. Das Stipendium wurde zum siebenten Mal für Königshain vergeben.

Gemeinsam mit der Kunststation Kleinsassen bei Fulda wurde dieses Stipendium 2013 ins Leben gerufen. Ein Jahr später startete der Künstleraustausch. Die Görlitzer Malerin Christine Mann sollte eigentlich im April 2020 in Kleinsassen arbeiten. Durch den Corona-Lockdwon war das nicht möglich gewesen und ihr Besuch wird auf das kommende Jahr verschoben.

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Rausch benutzt für seine Kunst ungewöhnliche Materialien.
Rausch benutzt für seine Kunst ungewöhnliche Materialien. © Constanze Junghanß

Jens Rausch konnte allerdings kommen. Zwei geplante Ausstellungen in Königshain fielen bisher durch die Pandemie flach. Umso mehr freut sich Kulturamtsleiter Joachim Mühle, dass es nun funktioniert hat. Eine Ausstellung, bei der die 30 Besucher Mund- und Nasenschutz-Masken tragen. „Für die aktuellen Umstände ist das eine sehr gute Besucherresonanz“, schätzt Mühle ein.

Die Gäste bekommen Ungewöhnliches geboten. Rausch, Jahrgang 1976, verzichtet nämlich völlig auf übliche Farben. Acryl, Pastell und ähnliches sind in keinem seiner etwa 60 ausgestellten Bilder verarbeitet. „Ich mag kein Plastik. Das zerstört die Umwelt“, begründet er. Vielmehr sind es Naturmaterialien, die zum Einsatz kommen: Asche. Marmorstaub, Pflanzenteile, Harz, Eisenoxyd beispielsweise. Und eben Feuer, um in manche Werke Löcher zu brennen, in die man hineinschauen kann. Seine Bilder erinnern an Collagen.

Manche Details versehen mit einem Hauch Vergänglichkeit

Da ragt ein Stück Wurzel aus einem Bild oder der Baumstamm ist mit zerrissenen Telefonbuchseiten so zusammengesetzt, dass der Betrachter von Weitem eine Birke sieht. Erst bei genauem Hinschauen sind die vielen Details zu entdecken – manche versehen mit einem Hauch Vergänglichkeit. Aus Kalk, Gips, Grafit und anderen Materialien lässt Rausch dagegen „Gebirge“ auf der Leinwand wachsen. Experimente auf der Leinwand.

„Echo“ heißt die Ausstellung, die in Königshain am Wochenende eröffnet wurde. Die Werke lassen Platz für jede Menge Interpretationsfreiraum, wobei Rausch im Gespräch betont, wie sehr ihm Natur und Umwelt am Herzen liegen. Deshalb ist er auch mit dem Zug angereist. Um die Region zu erkunden, ist das Fahrrad mit dabei. Wie viel Zeit dem studierten Sozialpädagogen dafür bleibt, ist fraglich. Denn Jens Rausch hat sich viel vorgenommen: Ein offenes Atelier wird es geben, Führungen, ein Sommerferienprojekt, Familienführung und Künstlergespräche.

Eine „Birke“ aus den Seiten eines alten Telefonbuches
Eine „Birke“ aus den Seiten eines alten Telefonbuches © Constanze Junghanß

Bei diesen Terminen stellt Jens Rausch seine Kunst vor:

  • Die Ausstellung „Echo“ ist bis zum 6. September im Königshainer Schloss zu sehen.
  • Am 11. und 25. August finden jeweils um 10 Uhr und 15 Uhr Ferienprojekte statt. Dabei geht es um die Herstellung eigener Farben.
  • Vom 15. bis 29. August öffnet Jens Rausch von 14 bis 16 Uhr sein Atelier für Besucher.  

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