merken
PLUS Löbau

Dieses Auto hilft beim Hochwasserschutz

Die Leutersdorfer Wasserwehr hat spezielle Technik bekommen. Damit sollen Flutschäden eingedämmt werden. Um den Ort vor Wasser zu schützen, haben die Ehrenamtler jetzt noch eine besondere Aufgabe. 

Gemeindewehrleiter Jürgen Reichel zeigt den neuen Hochwasserschutzwagen.
Gemeindewehrleiter Jürgen Reichel zeigt den neuen Hochwasserschutzwagen. © Matthias Weber

Zum echten Einsatz gekommen ist der feuerrote Wagen mit der Technikausrüstung noch nicht. "Zum Glück" , sagt der Leutersdorfer Gemeindewehrleiter Jürgen Reichel. Doch im Depot der Spitzkunnersdorfer Ortswehr steht die Neuanschaffung der Gemeinde einsatzbereit. 

Nach den schlimmen Überschwemmungen der letzten Jahre hat sich die Gemeinde Leutersdorf einen Hochwasserschutzwagen zugelegt. Die neue Technik soll künftig die Wasserwehr nutzen. Die wurde in Leutersdorf vor zwei Jahren gegründet, um mit Hochwassern in Zukunft besser fertig zu werden. 24 Freiwillige engagieren sich in der Leutersdorfer Wasserwehr. Nun haben sie also spezielle Technik zur Verfügung. 

Anzeige
Ferientipps für Sachsen
Ferientipps für Sachsen

Da ist sie, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben die Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen und Umgebung.

Dabei handelt es sich um einen Anhänger, der an ein Auto oder einen Laster angehängt und so zu seinem Einsatzort gebracht werden kann. Im Anhänger stecken Rollcontainer mit Stromerzeugern und leistungsfähige Schmutzwasserpumpen, die 1.500 Liter in der Minute schaffen. Außerdem gehören Beleuchtung und Schläuche zur Ausrüstung. Diese ganze Ausstattung gibt es jeweils vier Mal auf dem Wagen. An vier Stellen kann die Wasserwehr damit also im Ernstfall gleichzeitig arbeiten. Am Einsatzort würde ein Rollcontainer abgeladen, dann könnte der Wasserwagen weiterfahren zur nächsten Einsatzstelle. 60.000 Euro hat der Wasserschutzwagen gekostet. 45.000 Euro bekam die Gemeinde vom Freistaat.

Die neue Technik schütze nicht vor Hochwasser, erklärt Gemeindewehrleiter Jürgen Reichel, der auch in der Wasserwehr mitarbeitet. "Aber wir können damit Schadensminimierung betreiben." Denn nach einer Überschwemmung sei es wichtig, Wasser und vor allem Schlamm so schnell wie möglich aus Kellern oder Gebäuden zu bekommen. "Wenn das erst fest wird, das kriegen sie nicht mehr so einfach weg", weiß der Wehrleiter aus Erfahrung. 

Obwohl Leutersdorfer und der Ortsteil Spitzkunnersdorf gar keinen großen Fluss haben, sondern nur kleine Dorfbäche, wie zum Beispiel das Spitzkunnersdorfer Wasser, gab es in den vergangenen Jahren regelmäßig Probleme mit Hochwasser. "Das Phänomen bei uns ist, dass die Probleme immer nur sehr lokal auftreten", erklärt Jürgen Reichel. Spitzkunnersdorf hat es dreimal heftig erwischt, zuletzt 2017. Bei Starkregen läuft das Wasser von den Feldern ins Tal. Der Dorfbach kann die Wassermassen nicht mehr fassen, er läuft über, erläutert der Wehrleiter das Problem. "Diese Starkregen-Ereignisse nehmen zu." 

Um den Ort davor zu schützen, müssen Reichel und die anderen Ehrenamtler aus der Wasserwehr jetzt auch verstärkt das Wetter beobachten. Sie bekommen zwar auch die Daten des Deutschen Wetterdienstes. Der gibt aber zur Vorsicht immer häufiger Unwetterwarnungen heraus. Reichel und seine Kollegen müssen dann prüfen, wie schlimm es vor Ort wirklich werden kann. "Das ist schwierig abzuschätzen, denn es gibt wenig Erfahrungswerte." Die Aufgabe sei es, am Computer zu schauen, welche Regenzellen woher kommen, wie sie ziehen und wie viel Wasser sie mitbringen. "Der Wetterdienst stellt viele Informationen zur Verfügung, wir müssen sie auswerten." Hilfe soll dabei auch über ein Projekt kommen, dass es ermöglicht den Regenradar noch zu präzisieren und festzustellen, wie viel Wasser wirklich zu erwarten ist. 

Damit will die Wasserwehr künftig genauere Vorhersagen treffen können. "Das hilft uns, schneller reagieren zu können", so Jürgen Reichel. Auch Anwohner könnten so schneller Vorkehrungen treffen, um ihr Hab und Gut vor den Wassermassen zu schützen. "Beim letzten Vorfall 2017 vergingen 15 Minuten vom ersten Regen bis das Wasser auf der Straße stand", erinnert sich der Wehrleiter. "Das ist eine extrem kurze Zeitspanne für uns, um zu reagieren." 

Mehr lokale Themen:

Löbau

Zittau

Mehr zum Thema Löbau