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Mehr Geld für digitalen Unterricht in Sachsen

Die Corona-Krise zeigt, wie dringend Schulen technisch aufgerüstet werden müssen. Doch es geht nur langsam voran.

Sachsen war im Mai 2019 das erste Bundesland, das den Digitalpakt umsetzte. Von dem Geld werden auch interaktive Tafeln, Displays oder Laptops, Notebooks und Tablets angeschafft.
Sachsen war im Mai 2019 das erste Bundesland, das den Digitalpakt umsetzte. Von dem Geld werden auch interaktive Tafeln, Displays oder Laptops, Notebooks und Tablets angeschafft. © Symbolbild: Armin Weigel/dpa

Dresden. Überlastete Server, fehlende Geräte und wenig Know-how, digitale Medien in den Unterricht einzubinden: Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass digitale Ausstattung der Schulen oft unzureichend ist. Die Kommunen wollen investieren. Mitte Juni bekam die Stadt Glauchau eine Million Euro Fördermittel aus dem Digitalpakt, um an vier Grundschulen, zwei Oberschulen und einem Gymnasium einen Internetzugang zu ermöglichen und digitale Arbeitsgeräte anzuschaffen.

Sachsen war im Mai 2019 das erste Bundesland, das den Digitalpakt umsetzte. Bislang sind nach Angaben des Kultusministeriums 285 Anträge von Schulträgern im Umfang von 172 Millionen Euro eingegangen. Davon wurden 250 Anträge mit einem Volumen von 97 Millionen Euro bereits bewilligt. Das Geld fließt vorrangig in die digitale Infrastruktur der Schulen, etwa Verkabelung, Schulserver oder Wlan-Netzwerke. Auch interaktive Tafeln, Displays oder Laptops, Notebooks und Tablets können angeschafft werden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Antragsfrist um drei Monate verlängert, teilt das Kultusministerium mit. Alle 566 sächsischen Schulträger können nun bis zum 30. September 2020 Fördermittel beantragen.

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Der Bund stellt bis 2024 fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung. Jahrelang hatten sich Bund und Länder über die nötige Grundgesetzänderung gestritten. Die Schulen in Sachsen können 250 Millionen Euro bis 2024 für die digitale Ausstattung ausgeben.

Bund und Länder haben sich zusätzlich auf ein Sofortprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro geeinigt. Wegen der Corona-Pandemie kann Präsenzunterricht für die Mehrzahl der Schüler auf absehbare Zeit nur eingeschränkt stattfinden und muss durch digitale Angebote ergänzt werden. Dafür sollen Laptops, Notebooks und Tablets für bedürftige Schüler bereitgestellt und Software-Programme für das digitale Lernen einschließlich notwendiger Schulungen für Lehrer unterstützt werden. Sachsen stehen dafür zusätzlich 25 Millionen Euro zur Verfügung.

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Trotz des milliardenschweren Förderpakets geht es bei der Digitalisierung von Schulen nur langsam voran. Knackpunkt ist oft das Medienkonzept, das die Schulen einreichen müssen. Neben einem Bildungskonzept müssen sie auch einen Fortbildungsplan für Lehrkräfte erarbeiten. Ohne Konzept gibt es kein Geld für die IT-Ausstattung. Damit folge man dem „Primat des Pädagogischen“, so das Kultusministerium. Die Kommunen müssten außerdem erst prüfen, wie ihre Schulen ausgestattet sind und welchen Bedarf sie haben. Sie entscheiden dann, für welche Schulen das Geld ausgegeben wird. 

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