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Was der Digitalpakt den Schülern bringt

Die Schulen in Niesky rüsten auf. Eine großzügige Förderung des Freistaates macht das möglich. Ein Engpass bleibt vorerst.

In der Oberschule in Niesky wird schon digital gearbeitet. Weitere Technik soll folgen. Voraussetzung ist aber ein leistungsfähiges Netzwerk. Das muss als erstes kommen.
In der Oberschule in Niesky wird schon digital gearbeitet. Weitere Technik soll folgen. Voraussetzung ist aber ein leistungsfähiges Netzwerk. Das muss als erstes kommen. © André Schulze

Die digitale Welt ist in den Schulen zu Hause, so auch in Niesky. Aber nicht überall ist der Stand der Technik auf einem zeitgemäßen Niveau beziehungsweise sind die Geräte inzwischen in die Jahre gekommen und durch neue, leistungsfähigere zu ersetzen. Dabei hilft der sächsische Digitalpakt den Schulträgern und den Bildungseinrichtungen finanziell. Die Stadt Niesky bekommt rund 367.000 Euro. Wofür wird das Geld ausgegeben? Die SZ fragt nach.    

Oberschule braucht einen neuen Server

In der Oberschule Niesky stehen sich die analoge und digitale Welt gegenüber. Während mit dem neuen Erweiterungsbau an die digitale Zukunft bereits gedacht wurde und entsprechende Kanäle und Leitungen vorgesehen sind, muss im Altbau nachgerüstet werden. "Wir haben zu viele ,Flaschenhälse' im Haus", sagt Schulleiter Norbert Kavel. Er meint, dass, wenn neue Leitungen auf alte treffen, es immer zu Einschränkungen in den Leistungen kommt. Auch dieser Schwachpunkt wird durch den Digitalpakt beseitigt. Entscheidend dazu ist, dass an der Schule ein Glasfaserkabel anliegt, dass es im Schulhaus ermöglicht, schnelles Internet zu nutzen. 

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Damit Schüler und Lehrer das Schulnetz voll nutzen können, muss das "Herz" der ganzen Anlage erneuert werden, sprich der Schulserver. "Grundlage der gesamten Digitalisierung muss aber ein leistungsstarkes WLAN im Schulgebäude sein. Hierfür wird auch das meiste Geld benötigt", betont der Schulleiter. Wenn die Infrastruktur geschaffen ist, sollen drei neue interaktive Schultafeln in zwei Klassenräumen und in der Aula die bereits fünf vorhandenen Geräte in der Oberschule ergänzen. Dazu sollen alle Unterrichtsräume mit Personalcomputern und Beamer ausgestattet und zwei Klassensätze an Tablets angeschafft werden. Eine kreidefreie Schule will Norbert Kavel aber auch künftig nicht führen. "Kreidetafeln gehören zum Unterricht, wir werden nicht jeden Raum nur interaktiv betreiben", ist der Schulleiter überzeugt. 

Grundschulen der Gegensätze

Niesky hat zwei Grundschulen: eine in der Schulstraße und eine im Ortsteil See. Auch hier gibt es Unterschiede, wie Sven Kubitz als Verantwortlicher der Stadt Niesky für den Digitalpakt, erklärt. Während in der Schulstraße bei den laufenden Sanierungen in den vergangenen Jahren auch digital gedacht wurde, so haben die Seer in ihrem historischen Schulhaus dafür noch nicht so intensiv die Voraussetzungen schaffen können. 

Schulleiterin Steffi Miethe sieht nicht nur die baulichen Arbeiten als eine Herausforderung an, sondern auch die pädagogische Arbeit. "Wir haben uns im Lehrerkollegium für den digitalen Weg entschieden, also gehen wir diesen auch", ist die Leiterin überzeugt. Das heißt, dass für die Lehrer Weiterbildung unausweichlich ist. Dem stellt sich auch die Oberschule. "Meine Lehrer wollen die neue Technik haben und sie auch bedienen können", sagt Norbert Kavel. Die Weiterbildung ist aber nicht Bestandteil des Digitalpaktes. Sie wird parallel über die Bildungsagenturen laufen.  

Mit Beamer und Tablets in die neue Welt

Beide Grundschulen setzen verstärkt auf Beamer-Technik. Was früher der Diaprojektor war, ist jetzt der Beamer mit einem weitaus größeren Leistungsumfang. Die Seer Lehrer wollen ein solches Gerät auch im Speiseraum an der Decke haben. Nicht, um die Koch-Shows mitverfolgen zu können, sondern, um die neuen Medien für die Klassen aber auch für die Elternabende zu nutzen, wenn es beispielsweise um Informationen oder Bekanntmachungen der Schule geht. In See und in der Schulstraße sollen interaktive Tafeln Einzug halten und jeweils ein Klassensatz am Tablets angeschafft werden, damit die Schüler damit mobil im Unterricht arbeiten können. In der Schulstraße ist Beamer-Technik für drei Klassenzimmer vorgesehen. Dazu sollen die beiden Turnhallen der Grundschulen mit vernetzt werden.   

Landkreis hat Antrag gestellt

Der Landkreis Görlitz will als Schulträger ebenfalls den Digitalpakt nutzen, um seine 19 Bildungseinrichtungen für die Zukunft auszustatten. Der Antrag wurde am 1. Juli bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt. 4,8 Millionen Euro will der Kreis für alle seine Schulen erhalten. In Niesky ist der Landkreis Träger des Friedrich-Schleiermacher-Gymnasiums und der Gutenbergschule. Wie Pressesprecherin Julia Bjar informiert, soll das Gymnasium 341.150 Euro bekommen, davon 49.500 Euro für mobile Technik. Bei der Gutenbergschule sollen es 247.500 Euro sein, davon 47.250 Euro für mobile Technik.

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