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Dippoldiswalde

Dippoldiswalde ist nur noch Polizeistandort

Die Entscheidung ist schon lange gefallen und jetzt endgültig vollzogen. Was das für die Sicherheit in der Stadt bedeutet.

Das Polizeirevier hat einen Doppelnamen, aber seinen Sitz in Freital. In Dipps hat die Polizei nicht so viele Aufgaben, also ging der Hauptsitz weg.
Das Polizeirevier hat einen Doppelnamen, aber seinen Sitz in Freital. In Dipps hat die Polizei nicht so viele Aufgaben, also ging der Hauptsitz weg. © Egbert Kamprath

In Freital war es ein großer Termin, zu dem sogar Innenminister Roland Wöller (CDU) vorbeikam, als Anfang Juli das neue Schild Polizeirevier Freital-Dippoldiswalde angebracht wurde. Ungefähr um dieselbe Zeit wurde still und leise in Dippoldiswalde auch ein neues Schild an das Polizeigebäude am Markt angebracht. Dort steht jetzt schlicht: Polizeistandort Dippoldiswalde. Das ist nicht mehr so bedeutend wie ein Polizeirevier, aber doch noch mehr als ein Polizeiposten, wie er in Altenberg besteht.

Wann ist die Entscheidung für das neue Polizeirevier gefallen?

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2013 hat der Freistaat Sachsen die Polizei neu geordnet. Damals wurden die Polizeireviere Dippoldiswalde und Freital zusammengelegt mit Hauptsitz in Dippoldiswalde. Doch das hat sich aus Polizeisicht nicht bewährt. „Es ist nicht sinnvoll, wenn der Dirigent in Dipps steht, während das Orchester in Freital sitzt“, sagte der damalige Revierleiter Wolfgang Langenbucher. Im Juni 2015 ist die Führungsebene des Polizeireviers von Dippoldiswalde nach Freital umgezogen. Der Name blieb damals noch Polizeirevier Dippoldiswalde, auch wenn unter dieser Oberfläche bereits das Revier Freital-Dippoldiswalde bestanden hat. Die Argumente waren damals schon: Der Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit liegt in Freital und Wilsdruff, wogegen die Lage in Dippoldiswalde und Umgebung ruhiger ist. Auch wird in Freital eher mit einem Einwohnerzuwachs gerechnet.

Was bedeutet das genau für die Einwohner in Dippoldiswalde?

„Dass Dippoldiswalde nun Polizeistandort und nicht mehr Polizeirevier ist, wird für die Bürger der Stadt keine spürbaren Auswirkungen haben“, antwortet Polizeisprecher Marko Laske auf die Anfrage der Sächsischen Zeitung. Die Kriminalstatistik belegt jedoch, dass in Freital mehr zu tun ist für die Polizei. Deswegen sei das Revier in diese Stadt verlegt worden. Im Übrigen sei der Name Dippoldiswalde im Reviernamen verblieben.

Wird Dippoldiswalde wie der Posten Altenberg nur noch zeitweise besetzt?

Die Antwort des Polizeisprechers lautet hier: „Ganz klar, nein.“ Nach derzeitigem polizeiinternen Planungsstand wird der Standort Dippoldiswalde auch für die Zukunft rund um die Uhr besetzt sein, informierte Marko Laske weiter.

Wie viele Beamte hat jetzt der Polizeistandort Dippoldiswalde?

Insgesamt 25 Beamte arbeiten dort im Kriminaldienst, im Streifendienst sowie als Bürgerpolizisten. Die Zahl der Polizisten in Dippoldiswalde werde sich nicht bedeutend ändern. Das hängt aber davon ab, wie sich die polizeiliche Lage entwickelt.

Insgesamt sind im Polizeirevier Freital-Dippoldiswalde 140 Mitarbeiter tätig. Die werden dieses Jahr noch personell aufgestockt. Sechs Kollegen, die demnächst in den Ruhestand wechseln, werden ersetzt. Zudem kommen vier weitere Polizisten – allesamt junge Männer und Frauen, die kürzlich erst ihre Ausbildung absolviert haben.

Wird die Gasse neben dem Polizeigebäude Dipps wieder geöffnet?

Neben dem Gebäude des Polizeireviers verläuft eine Gasse, die früher den Marktplatz mit der Brauhofstraße verbunden hat. Sie wurde für den öffentlichen Verkehr geschlossen mit dem Argument, dass es mit der Sicherheit des Polizeireviers nicht vereinbar wäre, diese Gasse offenzulassen. Daran wird sich aber nichts ändern, auch wenn Dippoldiswalde kein Polizeirevier mehr hat. Marko Laske sagt dazu: „Der jetzige Polizeistandort Dippoldiswalde ist identisch zum früheren Polizeirevier. Die Gasse trennt die verschiedenen Gebäude der Liegenschaft. Eine Öffnung wäre mit der Sicherheit des Polizeistandortes nach wie vor nicht vereinbar.

Werden im Polizeigebäude Räume frei und was ist damit geplant?

Wenn Mitarbeiter von Dippoldiswalde nach Freital gezogen sind, müssten eigentlich Räume frei werden. Aber die Polizei hat nicht geplant, an der Nutzung des Gebäudes etwas zu ändern. „Die Gebäude werden weiterhin durch das Polizeirevier Freital-Dippoldiswalde als Polizeistandort Dippoldiswalde genutzt und auch benötigt. Eine Änderung der Nutzung der Gebäude oder des Hofes ist nicht geplant“, teilt der Polizeisprecher mit.

Wie beurteilt die Dippser Oberbürgermeisterin die Entwicklung?

Die neue Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) hatte vergangene Woche ein erstes Gespräch mit dem Revierleiter Freital-Dippoldiswalde Rico Sommerschuh zur aktuellen Sicherheitslage. Dabei hat er noch einmal versichert, dass sich an der personellen Ausstattung aufgrund der Änderung keinerlei Auswirkungen ergeben, informierte Körner. Weiter haben sie über gemeinsame Präventionsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche sowie für Senioren beraten und sich geeinigt, weiter regelmäßig Gespräche zu führen.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/ort/dippoldiswalde vorbei.

Für Informationen zwischendurch aufs Handy können Sie sich unter www.szlink.de/whatsapp-regio anmelden.

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