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Dipps sucht den schnellen Internetanschluss

Es gibt noch weiße Flecken auf der Karte für das schnelle Internet. Lässt sich das Problem gemeinsam lösen?

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Von Franz Herz

Dippoldiswalde will das schnelle Internet voranbringen und muss sich dabei zwischen zwei Lösungen entscheiden. Es gibt die Möglichkeit, auf den Landkreis zu bauen. Der lässt untersuchen, wo es noch Bedarf für schnelles Internet gibt und wie der gedeckt werden kann.

Es gibt aber eine Alternative dazu, wie Claudia Jacob, sagt , die in der Stadtverwaltung Dippoldiswalde für das Thema Ausbau des schnellen Internets verantwortlich ist. Die wäre, dass Dippoldiswalde mit seinen Nachbargemeinden selbst vorangeht. Für diesen Weg sprechen drei Gründe. Erstens besteht die Chance, dass Dippoldiswalde mit Altenberg und Glashütte schneller vorankommen als der große Landkreis. Zweitens liegen viele Telekomleitungen und Leerrohre so, dass sie fast eine Zusammenarbeit zwischen den Städten erzwingen. Das kann auch der Laie an den Ortsvorwahlen erkennen. Vier Glashütter Ortsteile haben die Dippser Vorwahl: Hermsdorf am Wilisch, Hirschbach, Nieder- und Oberfrauendorf.

Das heißt, von der Vermittlungsstelle in der Rabenauer Straße führten die Leitungen beispielsweise über Elend nach Oberfrauendorf. Ähnlich hängen Reinholdshain und Hirschbach an einer Leitung oder Oberhäslich und Hermsdorf am Wilisch. Es wäre also sinnvoll, wenn die beiden Städte gemeinsam diese Leitungen ausbauen und damit für ihre Ortsteile das schnelle Internet heranholen. „Wir würden uns dann natürlich auch die Kosten teilen“, sagt Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (CDU). – Ähnlich ist die Situation in den meisten Ortsteilen der ehemaligen Gemeinde Schmiedeberg. Sie haben die Kipsdorfer Vorwahl, weil ihre Telefonleitungen aus dem Altenberger Ortsteil kommen. Also liegt hier eine Zusammenarbeit mit Altenberg nahe. Claudia Jacob sagt: „Es gab auch schon Gespräche mit Altenberg und Glashütte.“

Sie nennt noch einen dritten Grund, der für ein eigenes Projekt von Dippoldiswalde mit seinen Nachbarn spricht: „Es gibt bessere Fördermittel für eine interkommunale Zusammenarbeit.“ Geplant ist, dass der Stadtrat Dippoldiswalde in seiner nächsten Sitzung über ein gemeinsames Vorgehen von Dippoldiswalde mit seinen Nachbarstädten entscheiden soll.

In Dippoldiswalde lief im Frühjahr bereits eine Untersuchung. Dabei wurde abgefragt, wo Gewerbetreibende einen besseren Anschluss an das weltweite Datennetz benötigen. Das Ergebnis war durchwachsen. Das schnelle Internet hat in Dippoldiswalde mit seinen 20 Ortsteilen nach wie vor weiße Flecken. Ortsteile wie Obercarsdorf, Reichstädt, Schmiedeberg oder Hennersdorf meldeten großen Bedarf. Andere wie Paulsdorf, Oberhäslich oder selbst die Kernstadt sind offenbar recht gut versorgt.

Diese großen Unterschiede beobachtet auch Marko Strzebin, Inhaber des Computer- und Handygeschäfts „Galeon“ am Dippser Markt. „Es gibt Ecken, wo es noch schwierig ist, Ortsteile wie das Oberdorf von Reichstädt oder Hennersdorf, wo die Anschlüsse ganz schlecht sind.“

In der Kernstadt von Dippoldiswalde ist über das Kabelnetz sehr schnelles Internet möglich. In anderen Ortsteilen wie Seifersdorf gibt es örtliche Lösungen über Funkverbindungen. „Es gibt inzwischen eine Fülle verschiedener Lösungen, wo sich die Interessenten gekümmert haben“, sagt Strzebin. Aber flächendeckend ist das alles noch nicht. Nun muss Dippoldiswalde einen Weg finden, um das gesamte Stadtgebiet so schnell wie möglich für Breitbandinternet zu erschließen.