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Dippser Helfer trotz neuem Erdbeben in Nepal weiter im Einsatz

Lars Werthmann kümmert sich im Katastrophengebiet um sauberes Trinkwasser. Gestern ist er aber in Gefahr geraten.

Von Franz Herz

Lars Werthmann aus Dippoldiswalde arbeitet inzwischen die zweite Woche in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, um die Erdbebenopfer mit Trinkwasser zu versorgen. Gestern hat er selbst das neuerliche Erdbeben miterlebt. Er war gerade mit anderen in einem Geschäft, um Nachschub zu holen für die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks, mit denen er zurzeit im Erdbebengebiet in Nepal ist. „Da hörte man die Regale vibrieren. Schnell war klar, das ist wieder ein Erdbeben“, erzählt er am Telefon. Da hieß es: Schnell raus aus dem Haus. Das gelang allen Helfern. Nur einer verstauchte sich dabei den Fuß. – Auch Stunden nach dem Beben war Werthmann noch geschockt. Es war kein kleines Nachbeben gewesen, sondern ein richtiges Erdbeben der Stärke 7,4 auf der Richter-Skala. Dabei sind weitere Häuser eingestürzt. Deswegen hat auch das mobile Wasserwerk, für das Werthmann eigentlich arbeitet, gestern den Betrieb eingestellt. „Das Chaos ist momentan zu groß. Wir sehen, dass wir so schnell wie möglich wieder arbeiten können“, sagte er gestern.

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Lars Werthmann ist Spezialist für die Trinkwasserversorgung in Katastrophengebieten. Das Technische Hilfswerk hat eine Trinkwasseranlage nach Nepal geflogen. Bis zum gestrigen Erdbeben hat das mobile Wasserwerk jede Stunde 10 000 Liter Wasser aufbereitet, das sogar der deutschen Trinkwassernorm entspricht. „Wir haben auch ein Labor, mit dem das überwacht wird. Der Bedarf ist riesig“, sagt Werthmann. Das große Erdbeben Ende April hat Brunnen zerstört, Rohre abgerissen und damit die Wasserversorgung lahmgelegt. Das ist auch eine Herausforderung für die Maschinisten. Denn das Rohwasser, das sie reinigen müssen, ist stark verschmutzt. Werthmann muss das Gespräch zwischendurch auch unterbrechen, weil die Maschine Alarm gibt.

Direkt an der Aufbereitungsmaschine gibt es einen Wasserplatz, wo die Menschen aus der Umgebung mit Kanistern, Flaschen und anderen Gefäßen etwas für ihren persönlichen Bedarf abholen. Der Großteil des Wassers wird aber in Tankwagen gefüllt, die dann in abgelegene Stadtteile oder Vororte von Kathmandu gefahren werden. Dort wäre es nicht sinnvoll, eine so große Anlage aufzustellen. Deswegen kam sie an einen zentralen Platz. Von 6 Uhr morgens bis kurz vor Mitternacht läuft sie.

Lars Werthmann hat bei dem Einsatz zwei Aufgaben. Zum einen ist er medizinischer Betreuer seiner Mannschaft. „Im Katastrophengebiet kann doch schnell einmal was passieren“, sagt er. Der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes in Dippoldiswalde bringt als Rettungsassistent dafür die passende Ausbildung mit.

Doch soviel passiert auch wieder nicht. Dann steht Werthmann als Maschinist mit an der Aufbereitungsmaschine. Dafür hat er eine Spezialausbildung erhalten und er war schon mehrfach bei Katastrophen im Einsatz.

Der Einsatz von Lars Werthmann im Katastrophengebiet in Nepal endet diese Woche. Für Freitag ist sein Rückflug nach Deutschland geplant. Er hofft, dass bis dahin alles glattgeht und die Erde nicht noch einmal bebt.