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Dippoldiswalde

Dippser Nachwuchsphysiker vertritt Deutschland

Die letzte Abi-Prüfung am Glückauf-Gymnasium ist überstanden. Nun folgt ein internationaler Wettbewerb in Israel.

Max Schneider hat auf einer Tafel in seinem Zimmer berechnet, mit welcher Geschwindigkeit eine Induktionsschleuder funktioniert.
Max Schneider hat auf einer Tafel in seinem Zimmer berechnet, mit welcher Geschwindigkeit eine Induktionsschleuder funktioniert. © Karl-Ludwig Oberthür

Die letzte Abituraufgabe hat Max Schneider am Glückauf-Gymnasium in Dippoldiswalde gerade hinter sich gebracht. Es war die mündliche Prüfung in Geschichte. Nun steht aber der nächste große Wettbewerb vor dem 18-Jährigen aus Seifersdorf. Er ist Mitglied im deutschen Team bei der internationalen Physikolympiade. Zusammen mit den Dresdnern Jonathan Gräfe und Tobias Messer sowie je einem Teamkollegen aus Halle und Erfurt fliegt er im Juli nach Israel, wo vom 7. bis 15. Juli in Tel Aviv die Endrunde stattfindet.

Rund 900 Teilnehmer hatten sich bundesweit für die Physik-Olympiade gemeldet. Max Schneider hat sich über drei Vorausscheide bis in die Finalrunde gearbeitet. Diese fand in Garching bei München im Max-Planck-Institut für Quantenoptik statt. Die Teilnehmer mussten je zwei praktische Aufgaben lösen und zwei theoretische Klausuren schreiben. Max Schneider hat dabei den zweiten Platz erreicht.

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Jetzt steht für ihn die Vorbereitung auf die internationale Physik-Olympiade in Israel im Vordergrund. Insgesamt werden dort Mannschaften aus 80 Ländern erwartet, informiert das Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel, das den Wettbewerb in Deutschland organisiert. Von dort bekommen die Teilnehmer jetzt Übungsausgaben, um sich auf den Ausscheid in Tel Aviv vorzubereiten. Eine hat Max Schneider auf einer Tafel in seinem Zimmer ausgerechnet, die Induktionsschleuder. Dabei handelt es sich um eine Spule, und wenn dort Strom angelegt wird, schleudert sie einen Ring weg. Dann geht es darum, auszurechnen, wie schnell der wegfliegt. „Keine einfache Aufgabe“, stellt Max Schneider fest.

Die Physik-Olympiade ist für ihn eine Station auf dem Weg, den er schon lange eingeschlagen hat. Naturwissenschaftliches Interesse hat in der Familie Tradition. Seine Großmutter war Chemielehrerin und der Großvater hat Mathematik unterrichtet. Max’ Vater, Rico Schneider, ist Statikingenieur, also Spezialist in einem Teilbereich der Physik.

Schon früh hat der Sohn sich den Physikstoff teilweise selbst angeeignet. Folgerichtig hat er sich in der Oberstufe für die Fächer Physik und Mathematik als Leistungskurse entschieden und auch seine Studienentscheidung ist bereits gefallen. Im Herbst beginnt er an der TU Dresden, theoretische Physik zu studieren.

Dabei treffen sich dann zwei Mitglieder der Mannschaft für Tel Aviv wieder. Jonathan Gräfe hat die gleichen Pläne, weiß Max Schneider bereits. Und die Studienfinanzierung ist auch schon gesichert. Die fünf Nachwuchsphysiker, die sich für das Nationalteam qualifiziert haben, werden zugleich in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Diese fördert begabte Studierende mit Stipendien.

Später könnte sich Max Schneider gut vorstellen, weiter auf dem Gebiet der Quantenphysik zu forschen und auch als Professor zu lehren. Beim Thema Quanten geht es um die kleinsten Teile, aus denen unsere Materie zusammengesetzt ist. Und es gibt Hoffnungen, auf dieser Basis Computer zu bauen, die noch weit schneller sind als die heutige Technik. Die Quantenphysik ist also ein Arbeitsfeld, das Zukunft hat.

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