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Dippser Stadtgärtnerin setzt Akzente

Die Schöpfstellen auf dem Marktplatz sind zu Schmuckstücken geworden. Das ist dem grünen Daumen von Sophie Handrick zu verdanken. Wie sie zu dieser Aufgabe fand.

Sophie Handrick ist gelernte Gärtnerin und gestaltet mit ihren Kollegen vom Dippser Bauhof die Stadt schön.
Sophie Handrick ist gelernte Gärtnerin und gestaltet mit ihren Kollegen vom Dippser Bauhof die Stadt schön. © Egbert Kamprath

Die vier Schöpfstellen auf dem Markt in Dippoldiswalde sind schon im vergangenen Advent ein Blickfang gewesen. Jetzt sind sie ein Frühlingsschmuck geworden – und das, nachdem sie vorher jahrelang leer standen und als Riesenaschenbecher zum Gegenstand des Spotts geworden waren. 

Die Gärtnerin Sophie Handrick, die seit einem Jahr beim Bauhof der Stadt Dippoldiswalde arbeitet, setzt hier neue Akzente. Von der 29-Jährigen stammen die Ideen für die Gestaltung. „Ich war einige Zeit als Baumschulfachverkäuferin tätig. Dort stand der Verkauf und die Präsentation im Vordergrund“, erzählt sie. Bei den Schöpfstellen zeigt sie, wie auch mit geringen Mitteln eine schöne Gestaltung möglich ist. 

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„Die Ideen werden gemeinsam im Team des Bauhofes besprochen und geplant“, berichtet sie. Einen besonderen Akzent bekamen die Schöpfstellen durch Weihnachtskugeln, Geschenke oder jetzt durch Holzhasen und -blumen. „Die dekorativen Details werden von meinem Bauhofkollegen Egon Fleischer in Handarbeit hergestellt“, berichtet die Gärtnerin. Dabei muss er auf die passenden Materialien achten. Schließlich soll der Schmuck mehrere Wochen im Freien aufgestellt werden. Dafür muss er wetterfest und standsicher sein.

Mehr Rosen in die Stadt

Dass sie einen Beruf in der „grünen Branche“ ergreifen will, stand für Sophie Handrick schon als Schülerin fest. Sie ist in Obercarsdorf zur Grundschule gegangen und hat in Dippoldiswalde die Oberschule abgeschlossen. Aufgewachsen ist sie auf dem Land. So wurde früh ihr Interesse für die Natur geweckt. Sie hat dann eine Lehrstelle als Baumschulgärtnerin in der Gartenbaumschule Knut Kreiser in Kreischa gefunden. „Diese war für mich die interessanteste und spannendste Fachrichtung“, sagt die junge Frau.

 In ihrer Lehre hat sie alle möglichen Stationen durchlaufen, wie das Kultivieren von Obstgehölzen, die Rosenveredlung, den Verkauf oder auch Anzucht von kleinen Baumsämlingen bis hin zum fertigen Baum. 2010 hat sie ihre Ausbildung als beste Baumschulgärtnerin Sachsens abgeschlossen. Besonders viel hat sie mit Rosen gearbeitet. „Das war immer ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit, sei es in der Ausbildung oder als Fachverkäuferin“, sagt sie.

 In Dippoldiswalde kam der noch nicht zur Geltung. Die Anlagen, die sie neu gestaltet hat, haben sich dafür nicht geeignet. Aber künftig kann es durchaus sein, dass die Dippser mehr Rosen in ihrer Stadt und den Ortsteilen sehen, weil Handrick die Gestaltung mit Rosen vorantreiben will.

Ihr Berufsweg führte sie nach der Ausbildung nach Pirna, wo sie in einer Landschaftspflegefirma gearbeitet hat. Danach ging sie als Fachverkäuferin zur Gartenbaumschule Lux nach Bannewitz. Neben dem Verkauf von Sträuchern, Bäumen und Pflanzenschutzmittel gehörte auch die Gestaltung von verschiedenen Flächen zu ihren Aufgaben. Schließlich hat sie bei der Natur und Stein Landschaftsbau GmbH angefangen und war dort schon für die Pflege städtischer Grünflächen und von Neuanlagen in Dresden und Freital verantwortlich.

Arbeit in der Heimat reizte

Da Sophie Handrick im Dippoldiswalder Ortsteil Oberhäslich wohnt, reizte es sie, in ihrer Heimatgemeinde etwas zu gestalten, und sie begann, beim städtischen Bauhof zu arbeiten. „Ich möchte für unsere Bürgerinnen und Bürger eine schöne Stadt gestalten, die sie zu schätzen wissen“, sagt sie. Außerdem wollte sie erfahren, welche vielfältigen Aufgaben der Bauhof jeden Tag bewältigt. Hauptsächlich kümmert sie sich um die Pflege von Sträuchern und Bäumen, der Parkanlagen, um die Gestaltung der kleineren Grünflächen im Gemeindegebiet und der Pflanzgefäße, die nur im Sommer aufgestellt werden. „Natürlich unterstützen wir uns um Bauhof gegenseitig“, sagt sie und packt auch mit an bei der Arbeit ihrer Kollegen.

So sind die Schöpfstellen schon in der Weihnachtszeit ein Schmuck für Dippoldiswalde gewesen.
So sind die Schöpfstellen schon in der Weihnachtszeit ein Schmuck für Dippoldiswalde gewesen. © Andreas Weihs

Sie freut sich natürlich, wenn ihre Arbeit geschätzt und gelobt wird. Aber sie ist auch offen für Anregungen zur Gestaltung und Pflege der Flächen von den Bürgern. „Denn nur gemeinsam können wir Dippoldiswalde als unsere Stadt schön gestalten“, sagt sie. Außerdem wünscht sie sich, dass die Bürger würdigen, welche Arbeiten der Bauhof bewältigt und welchen Beitrag er für das Leben im ganzen Stadtgebiet leistet.

Momentan ist ihre Aufgabe, die Grünflächen für die beginnende Sommersaison fit zu machen. Außerdem will sie auch fachlich auf dem neuesten Stand bleiben und wird dazu ein Seminar „Effizientes Pflegemanagement“ besuchen. Weiter bereitet sie sich darauf vor, in naher Zukunft den Meistertitel zu erwerben. „Privat wünsche ich mir ein Haus im Grünen mit viel Platz zum Gestalten und Austoben. Dies wird jedoch sicher ein längerfristiges Ziel“, sagt die Gärtnerin.  

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