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Dippser verteilte Hilfsgüter im Tropensturmgebiet

Als einer der Ersten war Lars Werthmann vom THW auf den Philippinen im Einsatz. Seit Kurzem ist er zurück.

Mitte November flog der Dippser Lars Werthmann im Auftrag des Technischen Hilfswerk zum Einsatz auf die von einem Tropensturm schwer getroffenen Philippinen. Über 20 Tage arbeitete er im Krisengebiet, ehe er am vergangenen Wochenende wieder nach Hause zurückkehrte.

Dank des Einsatzes vom Technischen Hilfswerk haben diese Kinder endlich auch sauberes Wasser, um sich zu waschen. Der Taifun hat auch die Wasserversorgung zerstört.
Dank des Einsatzes vom Technischen Hilfswerk haben diese Kinder endlich auch sauberes Wasser, um sich zu waschen. Der Taifun hat auch die Wasserversorgung zerstört.

Die ersten drei Einsatztage verbrachte er in der Deutschen Botschaft in Manila. Er hat dort mitgeholfen, den deutschen Hilfsorganisationen die Einreise in die vom Tropensturm Yolanda völlig zerstörten Regionen zu ermöglichen. „Eine Naturkatastrophe bedeutet nicht automatisch, dass der Zoll nicht mehr arbeitet. Das mussten einige hier lernen“, sagt er.

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Im Anschluss an die Tage in der Botschaft war der Dippoldiswalder nicht mehr fürs THW im Einsatz, sondern arbeitete als Logistiger des Teams der Europäischen Union am Flughafen in Cebu. Da viele der betroffenen Regionen noch immer nicht mit dem Fahrzeug zu erreichen sind, ist die Luftbrücke in Cebu die einzige Möglichkeit, die Menschen mit dem Wichtigsten zu versorgen.

„Meine Aufgabe war dort im sogenannte Logcluster, die ankommenden Hilfsgüter auf die bereitstehenden Militärmaschinen zu verteilen, um diese dann in die Katastrophenregionen zu fliegen“, schildert Lars Werthmann. Täglich wurden rund 500 Tonnen Luftfracht transportiert. Die Philippiner nennen diese Flugverbindung „Lebensader“, sagt der THW-Helfer. Um zu erfahren, wo was gebraucht wird, war er sehr häufig mit an Bord der aus vielen Ländern kommenden Maschinen. Die Bilder riefen in ihm Erinnerungen an seinen Einsatz 2010 im Erdbebengebiet Haiti wach. Auch auf den Philippinen sind ganze Landstriche verwüstet. Die Infrastruktur für die Versorgung mit Wasser, Strom und Telefonverbindungen ist nicht mehr vorhanden, schildert Lars Werthmann.

Das menschliche Leid ist unfassbar. „Familien wurden auseinandergerissen. Beinahe jeder hat Angehörige verloren“, sagt er. Wie die Philippiner mit dieser Katastrophe umgehen, sei unbeschreiblich. Alle würden beim Wiederaufbau mit anpacken. „Die Hilfskräfte aus der ganzen Welt sind willkommen und werden überall gebraucht“, sagt der Dippser. Die Menschen halten zusammen, um gemeinsam gegen die unendlich große Not zu kämpfen. Die ersten Tage nach dem Sturm seien so chaotisch gewesen, dass die Helfer kaum zur Ruhe kamen. „Heute können wir sagen, dass der schlimmste Teil dieser Tragödie überwunden ist, die Hilfslieferungen kommen bei den Menschen an, ihre Grundversorgung ist gesichert“, ergänzt Lars Werthmann. Der Wiederaufbau werde aber noch Jahre dauern. „Bleibt nur zu hoffen, dass die Philippiner ihr tief sitzendes Trauma möglichst schnell überwinden können.“

Lars Werthmann ist seit 2008 Mitglied der THW-Schnelleinsatzeinheit Wasser Ausland. Er wurde aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Rettungsassistent für das etwa 50 Mann starke Expertenteam des THW ausgewählt. Seither war er schon in einigen Krisengebieten im Einsatz, so in Haiti, Pakistan, Ostafrika, Jordanien. (SZ)