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Discounter zieht von Pulsnitz nach Großröhrsdorf

Der Umbau im Rödertalpark geht damit dem Ende entgegen. Für das Einkaufszentrum in Pulsnitz ist ein neuer Mieter in Sicht.

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Von Reiner Hanke

Die Tage des Pulsnitzer Aldi-Marktes sind vorbei. Am Montag öffnete der Markt letztmalig in Pulsnitz, dann war hier Schluss. Im kaum fünf Kilometer entfernten Großröhrsdorfer Einkaufszentrum Rödertalpark wirbelten da schon lange die Ladenbauer. Denn dort eröffnet der Discounter dafür eine neue Filiale. Alle Mitarbeiterinnen wechseln laut Aldi von Pulsnitz ins Rödertal.

Heute wird der Markt eröffnet: „Wie angekündigt noch vor Ostern“, so Gaby Pemper aus Berlin, die Eigentümerin des Rödertalparks. Damit bekommt Großröhrsdorf im zweiten Anlauf doch noch seinen Aldi-Markt. Bereits vor fünf Jahren war der Discounter für das Einkaufszentrum an der Schillerstraße in Großröhrsdorf im Gespräch gewesen, hatte dann aber abgesagt. Schon damals hieß es auch, dass Aldi mit der Lage des Geschäftes in Pulsnitz im Einkaufszentrum an Kamenzer- und Nordstraße unzufrieden, die Käuferzahl unbefriedigend sei. Nun kehrt der Händler Pulsnitz den Rücken.

Gaby Pemper sagt: „Wir stehen mit Aldi bereits seit Langem in Kontakt.“ Nach der Modernisierung der Fassade des Rödertalparks sei Aldi auf sie zugekommen und habe Interesse an dem Standort gezeigt. „Wir sind auf Wünsche von Aldi eingegangen. So haben wir die oberen Parkplätze näher an das Gebäude gebracht und auch den Rollsteig realisiert.“ Der verbindet die beiden Verkaufsetagen des Zentrums. Damit kann die Kundschaft seit Herbst bequemer shoppen, ohne bei Wind und Wetter um das Zentrum laufen zu müssen.

Mit diesem weiteren Anbieter biete der Rödertalpark den Kunden ein noch größeres Einkaufsangebot und -erlebnis, sagt Gaby Pemper: „Letztendlich profitieren davon alle im Einkaufszentrum.“ Damit geht der mehrjährige Umbau des Rödertalparkes in die Endphase. Der anhaltende Winter habe die Bauarbeiten ein bisschen gebremst, aber es seien ohnehin nur noch kleinere Restarbeiten zu erledigen, zum Beispiel am Pflaster. Auch ein paar Asphaltarbeiten seien noch offen und die Vordächer im Bau.

Im Obergeschoss des Einkaufszentrums ist jetzt nur noch eine Ladenfläche frei. Bisher war ein Bekleidungshändler im Gespräch. Derzeit, so Gaby Pemper, sei aber die Branche wieder offen. Sie verhandle mit potenziellen Mietern aus verschiedenen Bereichen und „hoffe auf einen zeitnahen Abschluss“. Damit wäre das Einkaufszentrum dann bis auf eine kleine Fläche im Erdgeschoss komplett. Gebaut wurde der Einkaufstempel Mitte der 1990er-Jahre. Die erste Phase des Umbaus begann 2010 mit dem Ziel, das Einkaufszentrum den heutigen Kundenbedürfnissen anzupassen. Nach 15 Jahren sei es an der Zeit gewesen, so Gaby Pemper. Dazu gehört auch die neue Optik mit Alu-Fassade, mehr Glas, großzügigere Gänge und mehr Komfort für die Kunden, so die Eigentümerin. Insgesamt investieren Eigentümer und Mieter einen zweistelligen Millionenbetrag in den gesamten Umbau. Mit mehr als 20 Geschäften auf fast 15 000 Quadratmetern Fläche zählt der Rödertalpark zu den größten Einkaufszentren im Raum Kamenz/Rödertal.

Für den Einkaufsstandort Pulsnitz ist der Umzug des Discounters ein Verlust. Aber die Filiale in Pulsnitz habe nach 19 Jahren Betriebszeit „in keiner Weise mehr den Anforderungen an eine moderne Aldi-Verkaufsstelle entsprochen“, heißt in einer Mitteilung aus der Aldi GmbH & Co. KG Hoyerswerda. Geschäftsführer Weiland: „Leider ist es uns nicht gelungen, in Pulsnitz einen geeigneten Standort für einen Neubau zu finden.“ Deshalb der Ortswechsel. Im hinteren Gebäudekomplex des Einkaufszentrums an der Kamenzer-/Nordstraße wird es damit nach dem Aus bei Schlecker im stiller. Ein Partyservice, ein Elektroinstallateur und der Getränkeservice Tamke halten noch die Stellung. Der Rückzug von Aldi als Zugpferd für Kunden sei natürlich gar nicht gut, bedauert Ute Tamke. Der Getränkehandel wird aber bleiben, versichert sie. Denn es gäbe auch gute Nachrichten. Ein Nachmieter aus der Einrichtungsbranche sei in Sicht. Miteigentümer Rolf Reichelt sagte gegenüber der SZ, er sei zuversichtlich. Der Vertrag sei aber noch nicht unterzeichnet.