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Großenhain

Display-Tafeln für Schönfelder Oberschüler

Die Gemeinde will ihre Oberschule zunächst mit interaktiven Lernmitteln ausstatten, danach werden Klassenräume angebaut.

In der Großenhainer ersten Grundschule arbeitet Lehrerin Manuela Seiler mit dem Whiteboard schon etliche Jahre im Kunst- oder Sachkundeunterricht.
In der Großenhainer ersten Grundschule arbeitet Lehrerin Manuela Seiler mit dem Whiteboard schon etliche Jahre im Kunst- oder Sachkundeunterricht. © KD BRUEHL

Schönfeld. Obwohl die Gemeinde bei den kommunalen Ausgaben jeden Euro zweimal umdrehen muss – an der Ausstattung der Oberschule will die Kommune keinesfalls sparen. „Vor Jahren mussten wir darum kämpfen, dass sie nicht geschlossen wird“, sagt Bürgermeister Hans-Joachim Weigel (parteilos). „Jetzt tun wir alles, um sie für die Zukunft fit zu machen.“ Deshalb wird die Gemeinde in diesem Jahr Fördermittel aus dem „Digitalpakt Schule“ beantragen. 

Für insgesamt 146.000 Euro soll die Schönfelder Oberschule in den nächsten drei Jahren mit interaktiven Tafeln, Laptops und digitaler Infrastruktur ausgestattet werden. Der Freistaat Sachsen hat den Schulen beim Digitalpakt ein unkompliziertes und schnelles Förderverfahren zugesagt. Demnach bekommt jeder Schulträger je nach Schulart und Anzahl der Klassen ein festes Budget. Die Antragsfrist endet am 30. Juni 2020. Das Geld kann dann bis Ende 2023 ausgegeben werden. 

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Detaillierte Planungsunterlagen sind für die Bewilligung der Fördermittel nicht erforderlich. Die Schulen müssen lediglich ein Medienbildungskonzept und einen Fortbildungsplan für Lehrer vorlegen. Die Förderung ist vor allem für Server, Verkabelung und Wlan-Netzwerke gedacht. Aber auch interaktive Tafeln, Displays, Laptops oder Tabletts können angeschafft werden.

Bei der Planung der digitalen Infrastruktur müssen die Schönfelder im Blick behalten, dass ihr Schulhaus einen mehrgeschossigen Anbau bekommen soll. Darin sollen zwei zusätzliche Fachkabinette und vier weitere Klassenzimmer untergebracht werden. Das Gebäude wird einen barrierefreien Eingang haben, mit einem Aufzug und einer Fluchttreppe ausgestattet sein. Beim Kostenumfang gehen die Planer derzeit von anderthalb Millionen Euro aus.

Durch geburtenstarke Jahrgänge, aber auch durch ihren guten Ruf, ist es in der Schönfelder Oberschule mittlerweile ziemlich eng geworden. Zu einem modernen Unterricht gehört die Gruppenarbeit, die in etlichen Fächern eine Aufspaltung der vorhandenen Klassen erforderlich macht. Ebenso spielt die Ganztagsbetreuung eine Rolle, die Sozialarbeit, die Berufsberatung. 

Wenn Schüler nach der letzten Stunde noch auf den Bus warten müssen, sind oft alle Räume belegt. Und auch für die Lehrerschaft gibt es nicht mehr genügend Platz. Zunächst hatte die Gemeinde als Terminvorgabe für den Bau das Jahr 2022 ausgegeben. Wegen des hohen Kostenumfangs und der dafür nötigen Fördermittel gehen die Schönfelder mittlerweile davon aus, dass der Anbau erst 2024 in Betrieb genommen werden kann.

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