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Dippoldiswalde

Weiter Gegenwind aus Dittersdorf

Die Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen feiert einen kleinen Erfolg, ist aber nicht zufrieden.

Über Bernd Grahl und seine Mitstreiter berichtete unlängst auch der MDR-Sachsenspiegel.
Über Bernd Grahl und seine Mitstreiter berichtete unlängst auch der MDR-Sachsenspiegel. © Foto: privat

Die Kritik der Dittersdorfer Bürgeriniative Gegenwind an den neuen Abstandsweiten von Windkrafträdern zu Wohnsiedlungen ist in Dresden angekommen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat den Mitgliedern geschrieben, nachdem diese ihn in einem SZ-Artikel an seine Aussagen vor der Landtagswahl erinnert haben. 

Wie der der Sprecher der Initiative Bernd Grahl informiert, traf Kretschmers Brief am 10. März ein. Darin erklärt der Ministerpräsident, dass er sich in den Verhandlungen mit den anderen Bundesländern für einen Abstand von 2.000 Meter stark gemacht habe. In seiner Regierung sei man überzeugt, "dass dies eine vernünftige Lösung für den Ausbau der erneuerbaren Energie und das Wohl der Bürgerinnen  und Bürgern gewesen wäre." 

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Es gebe leider aber auch Länder, die einen bedeutend geringeren Abstand gefordert haben, teilweise auf unter 1.000 Meter. Sachsen habe "mit aller Kraft versucht", die eigene Regelung durchzusetzen. "Der Widerstand gegen unsere Forderung war aber sehr groß", so Kretschmer in dem Brief. Mit den anderen Landesregierungen habe man sich auf den Abstand von 1.000 Metern verständigt. Diese Regelung kann von den Ländern aber unterschritten werden. "Auch wenn wir uns für die 2.000 Meter eingesetzt haben, akzeptieren wir diesen Kompromiss, der zum Wesenskern demokratischer Politik gehört." Kretschmer verspricht, dass sich der Freistaat weiter für vernünftige Lösungen einsetzen werde. In diesem Sinne werde man auch die von Bundesrat beschlossenen Regelungen in Sachsen umsetzen.

Von Kretschmer überrascht

In Dittersdorf sei man überrascht gewesen, so schnell Post vom Ministerpräsidenten zu bekommen. "Positiv werten wir, dass er überhaupt und schnell geantwortet hat", sagt Eckhardt Jacob, der ebenfalls der Bürgerinitiative angehört. "Die Aussage an sich ist für uns unbefriedigend." 

Die Dittersdorfer halten an ihren Forderungen fest. Sie wollen die sogenannte 10-H-Regelung. Diese stammt aus Bayern und besagt, dass Windkraftanlagen einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden in Ortschaften einhalten müssen. Außerdem verlangen sie, dass Dittersdorf als Windvorranggebiet aus dem Regionalplan herausgenommen wird. Das würde bedeuten, dass keine neuen Windräder am Rande des Dorfes errichtet werden dürfen. "Diese Forderungen unterstützen sowohl der Dittersdorfer Ortschaftsrat als auch der Stadtrat Glashütte", so Jacob.

Erfreulich sei auch, dass der MDR-Sachsenspiegel das Thema  aufgegriffen habe und dieses in einem Bericht beleuchtet habe, so Grahl. Dort äußerte er sich zu den Plänen, neue Windkrafträder in Dittersdorf zu errichten. "Wir als Bevölkerung halten nichts davon, weil wir damit weiterhin Lärm und Schattenspiele bei uns im Ort haben." Es sei ein Fehler gewesen, die jetzt dort stehenden zwei Windkrafträder zu genehmigen, so Grahl. Diese stünden nur 500 Meter weit vom Dorf entfernt.

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