merken
PLUS

Dixi-Klos am Bautzener Stausee verschwinden

Die Ocean-Beach-Bar und die Minigolfanlage bekommen einen Wasseranschluss. Lange hat’s gedauert.

Von Nicole Preuß

Matthias Schneider von der Ocean-Beach-Bar am Stausee hat die Pläne bereits im Kopf. So schnell wie möglich will er einen Container mit Toiletten neben seine Beach-Bar stellen lassen. Ähnliche Container gibt es bereits am Bärwalder See. „Sie sind schon komplett ausgestattet. Man muss sie nur hinstellen lassen und fertig“, sagt Matthias Schneider. Bisher fehlte ihm dafür aber noch der Wasseranschluss.

Augusto
Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

Und der soll jetzt kommen. Die Stadtverwaltung und die Energie- und Wasserwerke (EBW) starteten die Arbeiten nun mit einem ersten Spatenstich. Zuvor hatten sie darüber jahrelang mit den Anliegern an der Strandpromenade verhandelt. Die forderten schon seit Langem eine Wasserleitung, um zum Beispiel Toiletten aufstellen zu können. Bisher können sie ihren Gästen und Angestellten nur Dixi-Klos anbieten. Außerdem müssen sie das Wasser, das sie zum Beispiel zum Kaffeekochen oder Händewaschen brauchen, mühsam in Kanistern herangeschaffen. Die Stadt hatte sich trotzdem lange geweigert, die Wasserleitung zu bauen. Auch wenn Befürworter die Leitung immer wieder auch als Argument dafür anbrachten, dass sich mit dieser Verbesserung auch weitere Anlieger und damit mehr Angebote für die Strandpromenade finden würden.

Doch die Arbeiten sind schwierig. Für die Leitung muss ein 400 Meter langer Graben ausgehoben werden. Die Leitungen, die die Ferienanlage bis zum Ende der 90er-Jahre mit Wasser versorgten, wurden damals mit abgerissen. „Sie waren einfach nicht mehr tragbar“, sagt EWB-Chef Volker Bartko. „30 Prozent des Wassers gingen auf dem Weg bis in die Bungalows verloren.“ Das lag auch daran, dass das Netz immer wieder von den Betrieben erweitert wurde, die Bungalows dort bauten. Da wurde erst ein schwarzes Rohr verwendet, dann wieder ein verzinktes. Und so waren auch die Betriebskosten für die Bungalows hoch. „Das war auch ein Grund, weshalb sie zum Schluss kaum vermietet werden konnten“, sagt Hañža Winter von der Abteilung Liegenschaften der Stadt.

Nun rollen die Bagger auf der Promenade am Stausee. Für den Graben wird ein Teil des Weges aufgemacht. Gesperrt werden muss die Promenade aber nicht. Doch die Vertreter der Stadt und der EWB bekamen die Schwierigkeit des Baus bereits beim ersten Spatenstich zu spüren. Sie kamen mit ihren Spaten nicht in die Erde, weil Fels ansteht. Das verteuerte die Arbeiten in der Schlussphase der Planung noch einmal enorm. So kostet das Projekt nun rund 170 000 Euro. 60 000 Euro mehr als ursprünglich einmal geplant worden war.

Bis Weihnachten wollen die Bauarbeiter der Tiefbaufirma Vogel 100 Meter Graben geschafft haben. Danach folgen die restlichen 300 Meter. „Das müssen wir vom Bauwetter abhängig machen“, sagt Gernot Kliesch von der EWB. Spätester Termin für die Fertigstellung ist allerdings Ende April 2014. So sollen die Arbeiten zum Hexenbrennen, das jedes Jahr rund 2 000 Gäste anlockt, unbedingt fertig sein. Matthias Schneider kann dann also vermutlich bereits im nächsten Jahr die Toiletten für seine Gäste aufstellen. Auch Katrin Kasper vom Minigolfpark plant Veränderungen. So will sie an ihrem kleinen Imbiss endlich richtiges Geschirr anbieten – was sie dann auch wieder abwaschen kann.