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Dixie Dörner: Deutschland schafft´s ins Halbfinale

Die DDR-Fußballlegende stand im Traumschlossstündchen ehrlich Rede und Antwort. Und gab so manches Geheimnis preis.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Für den Schönfelder Bürgermeister Hans-Joachim Weigel war der Besuch von Dixie Dörner in „seinem“ Traumschloss eine Sternstunde. Weigel sammelt bekanntlich Fußballautogramme und hat wahrscheinlich die umfangreichste Kollektion im ganzen Landkreis. Am Sonntag kam eine Unterschrift des ostdeutschen Beckenbauers dazu. Dafür hatte Weigel selbst Fotos von einem Dörner-Farbposter anfertigen lassen. Freigiebig verteilte der Gemeindechef sie auch an die anderen Gäste.

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Hans-Jürgen Dörner (li.) ließ sich im Schönfelder Traumschloss von Alexander G. Schäfer (hinten) – mit Fußballkrawatte – ausfragen. Der Sohn des beliebten DDR-Schauspielers Gerd E. Schäfer moderiert die Schäferstündchen-Reihe seit 2013. Foto: Brühl
Hans-Jürgen Dörner (li.) ließ sich im Schönfelder Traumschloss von Alexander G. Schäfer (hinten) – mit Fußballkrawatte – ausfragen. Der Sohn des beliebten DDR-Schauspielers Gerd E. Schäfer moderiert die Schäferstündchen-Reihe seit 2013. Foto: Brühl

Die waren sogar aus Ruhland gekommen, um ihr Idol live zu erleben. Vater und Sohn Kalex fuhren zu DDR-Zeiten zu vielen Dynamospielen nach Dresden. „Dörner, Peter Kotte und Klaus Müller – das waren früher richtig gute Spieler, und ich will mal hören, was Dixie Dörner zum heutigen Fußball sagt“, so Vater Kalex.

Hans-Jürgen Dörner (63) ist jetzt Fußballtrainer und im Aufsichtsrat bei Dynamo Dresden. Er meint, dass früher mehr Disziplin und Lerneifer gefordert wurden. „Wir machten damals im Training alles mit dem Ball“, so der torgefährliche Stürmer. Heute geht´s mehr um Schnelligkeit. Doch dass Dynamo heute nicht mehr zweitligatauglich ist, habe er schon vor Jahren gesagt. Nun wird es einige Zeit dauern, bis der Wiederaufstieg zu schaffen ist. Auch müssen die Chaoten raus aus dem Fanblock.

Erfolge und Blamagen

Ehrlich und bodenständig antwortete Dixie Dörner auf alle Fragen, die ihm Traumschlossstündchen-Moderator Alexander G. Schäfer stellte. Der hatte sich – passend zur Weltmeisterschaft – nicht nur eine Fußballkrawatte umgebunden, sondern erwies sich auch als Fußballexperte. Und Dixie Dörner erzählte von den zahlreichen Erfolgen seiner Karriere – von 68 Europapokalspielen über olympisches Gold 1976 in Montreal, als jeder Spieler 25 000 Mark bekam, bis zu seinen DDR-Meistertiteln mit Dynamo. Aber auch von seinen Niederlagen und Fehlern. Warum er ab 1995 nur ein Jahr Trainer bei Werden Bremen sein durfte. Warum er nicht länger in Ägyptens Hauptstadt Kairo geblieben ist. Oder warum er beim VfB Leipzig als Dresdner so stark angefeindet und sogar beleidigt wurde.

„Wurde bei Ihnen gedopt?“, will Alexander Schäfer wissen. „Nein, das hätte nichts genutzt“, so Dörners Antwort. Doch Fakt ist tatsächlich, dass der Berliner Fußballclub BFC ab 1979 DDR-Meister werden musste. Das hätte Mielke von der Staatssicherheit persönlich angekündigt. Dem gegenüber wurde der Fußball in der DDR vom DTSB auf internationaler Ebene unterdrückt. „Dem Ewald waren die Leichtathleten viel wichtiger“, blickt Dörner zurück.

Wir haben gute Nationalmannschaft

Mirko „Ziege“ Ziegert aus Ebersbach ist am Ende tatsächlich baff. Der Dynamofan ist zum ersten Mal auf Schloss Schönfeld und begeistert von der Promi-Talkrunde. Er wird es wohl nicht zum letzten Mal gewesen sein. „Hier erfährt man immer Hintergründe, die man so noch nicht gehört hat“, sagt auch Uwe Schleinitz aus Großenhain. Der ist nahezu Stammgast bei Schäfers Traumschlossstündchen.

Dixie Dörner kommt freilich am Schluss des interessanten Interviews nicht um einen aktuellen WM-Tipp für die deutsche Mannschaft herum. „Wir haben eine gute Nationalmannschaft, wenn die ins Rollen kommt, schafft sie´s bis ins Halbfinale“, ist Hans-Jürgen Dörner überzeugt. Aber: Sie brauchen auch ein bisschen Glück. Bis jetzt seien schon viele Tore gefallen, zeigt sich die DDR-Legende erstaunt. „Die Mannschaften spielen nicht defensiv“. Dörner hat früher selbst mehrmals in Südamerika gekickt. „Da sind natürlich schwierige klimatische Bedingungen.“