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DMI restauriert alten Gefolgschaftssaal

Der Archivdienstleister DMI nimmt in den nächsten Tagen weitere sanierte Räume in Betrieb. Diese befinden sich unterm Dach des ehemaligen Saxonia-Verwaltungsgebäudes. Sie sind von der Ausstattung her beinahe mit der des Waldheimer Ratssaales vergleichbar.

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Von Heike Stumpf

Der Archivdienstleister DMI nimmt in den nächsten Tagen weitere sanierte Räume in Betrieb. Diese befinden sich unterm Dach des ehemaligen Saxonia-Verwaltungsgebäudes. Sie sind von der Ausstattung her beinahe mit der des Waldheimer Ratssaales vergleichbar.

Die Wände sind in dunklem Holz getäfelt, davor befinden sich Sitznischen und darüber zu beiden Seiten Bleiglasfenster. Die eine Fensterfront zeigt Details aus der Stadtgeschichte sowie prägende Gebäude. Auf der anderen sind Figuren und Wappen von Städten zu sehen, in denen die Textilindustrie zuhause war oder ist. All das hat DMI von einheimischen Firmen aufarbeiten und restaurieren lassen. Betriebsleiter Bengt Dölitzscher nennt das neue-alte Schmuckstück Mitarbeitersaal, früher sei es Gefolgschaftssaal der Tuchmacherinnung gewesen. Der soll künftig für Belegschaftsversammlungen oder Weiterbildungen genutzt werden.

Einer der ersten, der sich den wieder faszinierenden Raum anschauen durfte, war gestern Landtagsabgeordneter Sven Liebhauser (CDU). Er hatte Dölitzscher auf einer Ausbildungsmesse getroffen und sich mit ihm zu einer Betriebsbesichtigung verabredet.

Die setzten die zwei und Kundenbetreuer André Niedermeier in diesem Haus fort. Dessen Sanierung ist mit dem Saal jetzt abgeschlossen. Gekostet hat sie rund eine Million Euro. Immerhin mussten das gesamte Gebäude entkernt und neue Decken eingezogen werden, um Maschinen aufstellen zu können. In dem Haus ist unter anderem das Rechenzentrum untergebracht.

Weitere Ausbaumöglichkeiten sieht Bengt Dölitzscher am Standort auf der Muldenwiese durchaus. Es gebe noch Gebäude. Doch im Moment müsse sich das Unternehmen über Wachstum noch nicht den Kopf zerbrechen. „Die klare Ausrichtung auf Wachstum gibt es aber nach wie vor“, versichert der Betriebsleiter.

Nach einer beinahe rasanten Vergrößerung – auch was das Personal betrifft – ist der Dienstleister im Vorjahr in gemäßigtem Tempo gewachsen. Rund 260 Mitarbeiter sind auf der Muldenwiese und am Standort Colditzer Straße zum Großteil im Drei-Schicht-System tätig. Wird weiteres Personal benötigt, arbeitet DMI mit der Agentur für Arbeit und den Heimerer-Schulen zusammen, die medizinisches Dokumentationspersonal ausbilden. Der Dienstleister selbst hat keine Azubis.

Mit dem jetzigen Stammpersonal sind Dölitzscher zufolge flexible Arbeitszeitregelungen gefunden worden. Die Leute müssen eine gewisse Grundarbeitszeit leisten. Bei größeren Aufträgen erledigen sie Mehrarbeit, die in Zeiten mit schwachem Auftragseingang ausgeglichen werden kann. „Damit können wir auf Schwankungen gut reagieren“, erklärt der Betriebsleiter.

Weil DMI zum großen Teil Frauen beschäftigt – die Männerquote liegt unter zehn Prozent – würde sich die Geschäftsleitung über Dinge wie Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gern mit Firmen in der Region austauschen. „In dieser Hinsicht fand ich die Unternehmerstammtische gut, die es im ehemaligen Landkreis Döbeln gab“, so Bengt Dölitzscher. Eine Wiederbelebung würde er durchaus begrüßen.

Konkrete Wünsche an die Arbeit im Landtag und Sven Liebhauser hatte er nicht. Leise Kritik übte er an der vor zwei Jahren vollzogenen Kreisreform. Bei den Bauangelegenheiten habe der Betrieb festgestellt, dass der regionale Bezug der Behörden zum Teil verloren gegangen ist. Vorteile aus dem größeren Kreisgebiet hat die Firma selbst noch nicht bemerkt.