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DNA-Analyse führt Polizei zur Mutter des toten Babys

Riesa/Dresden - Knapp zwei Monate nach dem Fund einer Babyleiche in Riesa ist der Tod des Kindes aufgeklärt. Die 27 Jahre alte Mutter hat ihre Tochter nach der Geburt am 21. September getötet und die...

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dpa

Riesa/Dresden - Knapp zwei Monate nach dem Fund einer Babyleiche in Riesa ist der Tod des Kindes aufgeklärt. Die 27 Jahre alte Mutter hat ihre Tochter nach der Geburt am 21. September getötet und die Leiche zwei Tage später in einem Kosmetikkoffer auf einem Feldweg abgelegt, teilten die Ermittlungsbehörden am Dienstag mit. Die Frau habe das Kind ohne Hilfe zur Welt gebracht und die Schwangerschaft bis zuletzt vor ihrem sozialen Umfeld verheimlicht.

Gegen die Frau, die am Montagmorgen in ihrer Wohnung vorläufig festgenommen worden war, wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Sie müsse mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren rechnen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Andreas Feron.

Nach Angaben der Ermittler war das Neugeborene voll ausgebildet und hatte nach der Entbindung gelebt. Das habe die Sektion der Leiche im Institut für Rechtsmedizin in Dresden ergeben. "Das Kind starb durch Gewalteinwirkung am Kopf", sagte der Leiter der Mordkommission des Polizeipräsidiums Dresden, Volker Wichitill. Die Frau habe ein Geständnis abgelegt und auch die Mutterschaft zugegeben. Die Beschuldigte war per DNA-Analyse als Mutter identifiziert worden. Die Polizisten hatten im Verlauf der Ermittlungen von 158 Menschen Speichelproben genommen.

Die Frau sei nach dem bisherigen Ermittlungsstand mit ihrer Schwangerschaft nicht zurecht gekommen, sagte Wichitill. Der Vater des Kindes sei wahrscheinlich ihr gleichaltriger Partner, sagte er. Der Mann hat eigenen Aussagen zufolge von der Schwangerschaft seiner Freundin nichts gemerkt.

Der Kosmetikkoffer mit der Babyleiche war vier Tage, nachdem ihn die Mutter abgelegt hatte, am Rande eines Feldweges im Riesaer Süden von einer 36-jährigen Frau und ihrem sechs Jahre alten Sohn gefunden worden. Mit den Ermittlungen waren zweitweise bis zu 50 Polizisten beschäftigt. Auch der entscheidende Hinweis sei von einem Beamten gekommen. Die ausgelobte Belohnung von 5000 Euro werde daher nicht ausgezahlt, sagte Wichitill.