merken
PLUS Döbeln

Döbeln schrumpft und altert

Die Schere zwischen Jung und Alt geht immer weiter auseinander. Bis 2035 zeichnen die Statistiker ein düsteres Bild.

In der Region Döbeln und in Mittelsachsen insgesamt wird die Bevölkerung immer älter. Während die Zahl der Senioren steigt, sinkt die Zahl der unter 20-Jährigen.
In der Region Döbeln und in Mittelsachsen insgesamt wird die Bevölkerung immer älter. Während die Zahl der Senioren steigt, sinkt die Zahl der unter 20-Jährigen. © dpa

Region Döbeln. Die Bevölkerung in der Region Döbeln ist in 28 Jahren um eine Kleinstadt geschrumpft.Laut Statistischem Landesamt lebten im Jahr 1990 in Döbeln, Großweitzschen, Hartha, Leisnig, Ostrau, Roßwein, Waldheim, Zschaitz-Ottewig, einschließlich des Striegistals 93.100 Menschen. Im Jahr 2018 waren es noch 67.900 Frauen, Männer und Kinder, also 25.230 weniger.

Die Jugend fehlt

Sachsenbessermachen.de
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.
Wir geben Geschichten aus Sachsen eine Bühne.

Hinsehen, Zuhören, Lösungen finden - gemeinsam. Sachsen besser machen!

Im Jahr 1990 machten mit reichlich 6.800 Personen die 25- bis 30-Jährigen den größten Anteil an der Bevölkerung aus. Gefolgt von den 35- bis 40-Jährigen, von denen es fast ebenso viele gab. Diejenigen, die 85 Jahre und älter waren, bildeten mit 1.500 Frauen und Männern das Schlusslicht.Die größte Gruppe von 1990 ist auch 2018 die stärkste – allerdings bis zu 30 Jahre älter geworden. Vor zwei Jahren, das sind die aktuellesten Zahlen des Statistischen Landesamtes, gab es in der Region Döbeln knapp 6.000 55- bis 60-Jährige. Dagegen lebten 2018 dort nur 1.900 junge Leute im Alter zwischen 20 und 25 Jahren.

Entwicklung kehrt sich um

Von der Wende bis 2011 sank die Zahl der unter Sechsjährigen rapide von 6.700 auf 3.200. Das war drei Jahre lang der niedrigste Stand, der seitdem ganz langsam wieder steigt und zuletzt bei 3.400 Kindern lag.Gleichzeitig ist ein kontinuierlicher Anstieg der Zahl der Senioren zu verzeichnen. Wohnten 1990 noch 15.600 Menschen in der Region, die älter als 65 Jahre waren, sind es inzwischen knapp 19.000.Während die Frauen vor 28 Jahren mit rund 49.400 die Oberhand gegenüber den Männern (43.800) hatten, halten sich diese Zahlen 2018 mit 34.000 (weiblich) und 33.900 (männlich) fast die Waage.

Waldheim am stabilsten

Von Dezember 2018 bis November 2019 hat Großweitzschen 43 Personen und damit 1,5 Prozent seiner Einwohner verloren. Das ist der höchste Prozentsatz im Altkreis Döbeln. Es folgen Hartha (- 1,3 Prozent), Döbeln (- 0,9 Prozent), Ostrau und Zschaitz-Ottewig (je - 0,8 Prozent) und Roßwein (- 0,6 Prozent). Am besten stehen Leisnig ( - 0,2 Prozent) und Waldheim (- 0,1 Prozent) da.

Abwärtstrend geht weiter

Die Prognose der Statistiker ist düster. Sie zeigt einen weiteren Abwärtstrend. Danach werden im Jahr 2035 noch 5.000 bis 7.000 Menschen weniger in der Region leben. Den größten Anteil an der Bevölkerung machen dann voraussichtlich mit rund 20.600 Personen die über 65-Jährigen aus, den kleinsten Anteil haben mit rund 2.800 Mädchen und Jungen unter sechs Jahren. Das Durchschnittsalter der Frauen beträgt 51,3 Jahre, das der Männer 48 Jahre und ist damit um ein bis zwei Jahre höher als 2018.

90.000 Menschen weniger

Im Landkreis sieht es nicht anders aus. Von reichlich 393.000 Menschen im Jahr 1990 wohnten 2018 noch 306.000 in Mittelsachsen. Die meisten waren zur Wende 50 bis 55 Jahre alt. Der Altersdurchschnitt steigt. 28 Jahre später waren die 55- bis 60-Jährigen die zahlenmäßig stärkste Gruppe. Dagegen ist die Zahl der 15 bis 20-Jährigen um knapp 15.500 gesunken.

Mehr Sterbefälle als Geburten

Den dritten Platz belegt Mittelsachsen unter allen kreisfreien Städten und Landkreisen auf einem anderen Gebiet – allerdings im negativen Sinn. Im Jahr 2018 sind im Kreis 2.400 mehr Menschen gestorben als geboren worden. Noch mehr waren es nur im Erzgebirgskreis und Zwickau.Ein kleines Plus verzeichnet die Statistik bei den Eheschließungen. In Mittelsachsen haben sich vor zwei Jahren 1.570 Paare das Ja-Wort gegeben. Dabei waren die Frauen im Durchschnitt 37,4 und die Männer 40,1 Jahre alt.Scheinbar halten die Ehen auch wieder etwas länger. 459 Scheidungen im Jahr 2018 stehen 677 im Jahr 2004 gegenüber.

Die meisten Ausländer sind Europäer

Mit knapp 9.200 Menschen sind 2018 rund 520 Personen mehr aus anderen Bundesländern oder dem Ausland nach Mittelsachsen gekommen, als weggezogen.Insgesamt lebten zu diesem Zeitpunkt auch 9.900 Ausländer im Landkreis. Die meisten stammen aus einem europäischen Land, die wenigsten aus Australien und Ozeanien. Eingebürgert wurden 38 Frauen und 30 Männer.

Altersdurchschnitt enorm gestiegen

Mittelsachsen bestand vor zwei Jahren aus 53 Gemeinden, in denen rund 306.200 Menschen auf einer Fläche von 2.117 Quadratkilometern lebten. Das sind 145 Menschen pro Quadratkilometer. 30 Prozent der Bevölkerung waren jünger als 20 Jahre und mehr als 50 Prozent älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter lag bei 48,4 Jahren. 1990 war die Bevölkerung mit 39,7 Jahre noch wesentlich jünger.

Mehr zum Thema Döbeln