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Döbelner Bahn-Debatte nimmt Fahrt auf

Die Chefin der mittelsächsischen Linken nennt die Diskussion „Wahlkampfvorrauschen“. Aus Döbeln kommen Stimmen, die mehr Fürsprache fordern.

Um eine neue Zugverbindung Döbeln-Dresden ist eine Debatte entbrannt.
Um eine neue Zugverbindung Döbeln-Dresden ist eine Debatte entbrannt. © Dietmar Thomas

Döbeln/Dresden. Die Diskussion über eine Wiederbelebung beziehungsweise die Neuinstallierung einer direkten Bahnverbindung Döbeln– Dresden weitet sich aus. Nachdem es am Mittwoch im Sächsischen Landtag eine Debatte zum Thema „Moderner Nahverkehr in Sachsen - Bus und Bahnverbindung weiter voranbringen“ gegeben hatte, schalten sich nun die Linken in das Thema ein.

Die Kreisvorsitzende der mittelsächsischen Linken, Marika Tändler-Walenta, bezeichnete die Debatte um die Bahnstrecke Döbeln-Meißen „als reines Wahlkampfvorrauschen“. „Als im Zuge der Haushaltsverhandlungen Ende 2018 die Summe von

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14 Millionen Euro eingestellt wurde, muss allen Beteiligten klar gewesen sein, dass das Geld für eine Reaktivierung niemals reichen wird“, teilte sie am Mittwoch mit. Sie begründete ihre Aussage damit, dass in dem Haushaltposten ein weiteres Projekt im Erzgebirge mitfinanziert werden müsse. „Zum Weiteren, weil das Geld auf die Jahre 2019 bis 2023 aufgeteilt wird. Für mich heißt das, dass eine Reaktivierung bis 2023 eher unwahrscheinlich ist“, so Tändler-Walenta. „Wir fordern ein klares Konzept mit einem klaren Finanzierungsplan“, ergänzt sie noch.

Henning Homann antwortete auf Nachfrage unserer Zeitung dazu: „Wer glaubt, man könne die recht große Summe von

14 Millionen Euro für eine regionale Wahlkampfaktion im Haushalt verankern, vermittelt leider ein falsches Bild von Politik.“ Gerade Projekte einzelner Abgeordneter würden intensiv geprüft, weil der Fokus der Arbeit des Landtages auf landesweiter Entwicklung liege. Weiterhin sagte er: „Ich bitte dabei allerdings um Sachlichkeit. Mir war es immer wichtig, ein realistisches Bild zu zeichnen. Deshalb habe ich auch immer darauf hingewiesen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, bis der Zug wieder fährt und die endgültige Entscheidung bei den Verkehrsverbünden liegt.“ Die Verkehrsverbünde bekommen durch Bund und Land rund 500 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt. „Zusätzlich können für die RB 110 bis 2023 jetzt 14 Millionen zur Verfügung gestellt werden. Beide Seiten müssen jetzt zu einer neuen RB 110 beitragen“, so Homann.

Zwischenzeitlich hat sich auch der Stadtwerbering Döbeln zu diesem Thema öffentlich positioniert. In der jüngsten Vorstandssitzung des Vereins haben die Mitglieder einstimmig eine Stellungnahme beschlossen. Darin heißt es: „Die bereits für Döbelns Verkehrsanbindung vorgesehenen Millionen dürfen nicht auf andere Zwecke umgepolt werden. Hiergegen muss massiv Stellung bezogen werden.“ Die Aufforderung sei an die Vertreter der Stadt Döbeln, des Landkreises Mittelsachsen und die Döbelner Landtagsabgeordneten gerichtet. „Die Vertreter unserer Region müssen lautstark Stellung beziehen und sich für dieses wichtige Projekt öffentlich einsetzen“, erläutert Vorstandsmitglied Wolfgang Müller den Anlass für diesen Beschluss. Er wolle dem Bautzener Landrat nicht die Stimme und Entscheidung darüber überlassen. Schließlich gehe es um die Zukunft der Döbelner Region.

Mittlerweile müssen sich die Döbelner nach der Kreisreform wie im früheren „Zonenrandgebiet zu DDR-Zeiten“ fühlen. „Wir werden immer weiter abgeschnitten. Das wollen wir nicht“, so Müller weiter. Deshalb müssten sich der mittelsächsische Landrat und auch die Stadträte von Döbeln lautstark dafür einsetzen, macht der Immobilienfachmann deutlich.

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Vor zwei Wochen hatte sich der Bautzener Landrat und Zweckverbandschef des Verkehrsverbundes Oberelbe, Michael Harig (CDU) dazu geäußert und dem Vorhaben eine deutliche Abfuhr erteilt. Begründung: Die eingestellte Summe reiche bei weitem nicht. Sein ehemaliger Döbelner Amtskollege Manfred Graetz (CDU), bemüht sich seit langem darum, die im Jahr 2015 aus Kostengründen eingestellte Verbindung wieder zu aktivieren. Er sagte gegenüber unserer Zeitung „Jetzt müssen wir Grundsatzentscheidungen dazu erwirken.“ Er forderte, dass sich das Land Sachsen einschalten müsse, sollten sich die Verkehrsverbünde nicht einig werden.