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Döbelns Mimen machen Kabarett

Drei Mitglieder des Ensembles für das Heimatfestspiel wollten nicht fünf Jahre auf die nächste Aufführung warten.

Von Jens Hoyer

Vielleicht gibt es ja schöne Seite des Mann-Seins? Telefongespräche dauern maximal 30 Sekunden. Die Schlangen vor den Toiletten sind deutlich kürzer. Und der Hintern ist kein Faktor bei Vorstellungsgesprächen. Frauen ticken anders, Männer auch, meinten die Kabarettgruppe „Lebensspiegel“, bestehend aus Irina Schädlich, im Berufsleben Standesbeamtin, Claudia Ahnert, die ihr Geld als Steuerberaterin verdient, und Hans Mühler, Elektriker und begeisterter Volleyballer. Alle drei hatten beim letzten Heimatfestspiel mitgemacht. Claudia Ahnert war zum ersten Mal dabei. Als sie sich beim gemütlichen Abschluss mit einem Gedicht und Musik bei ihren Mit-Mimen bedankte, wurde sie von Irina Schädlich und Hans Mühler gleich für das Projekt engagiert. Bis zum nächsten Heimatfestspiel wollten die drei mit der Schauspielerei nicht warten.

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Anfang vergangenen Jahres begannen die Arbeit an einem ersten Kabarettprogramm. Auch das drehte sich schon um die Gegensätzlichkeiten von Frauen und Männern, ihren Eigenheiten und Marotten – ein offenbar unerschöpfliches Thema. Erster Auftritt war vor einem Jahr im Mayoratsgut in Großhartmannsdorf. „Ich hatte dort mit dem Schauspieler Norbert Hein schon einige Vorstellungen“, erzählte Irina Schädlich, die auch als Doblina, als Luthers Frau Katharina von Bora und in anderen Rollen immer mal wieder bei Veranstaltungen zu sehen ist. „Wir hatten bei unserem ersten Auftritt ein Riesenlampenfieber. Der Saal war voll.“ 80 Leute passen rein, 90 waren tatsächlich da. Und sie waren von der Kabarettgruppe aus Döbeln begeistert. „Der Applaus hat uns beflügelt, weiterzumachen“, erzählte Irina Schädlich. Es blieb nicht der einzige Auftritt. Die Gruppe machte dann auch noch bei einer Hochzeitsfeier den Brautleuten klar, dass sie eigentlich nicht zusammenpassen. Sie brachten die Gäste bei einem 60. Geburtstag zum Lachen und waren bei der Gründermesse Avalia im Dresdner Flughafen, wo sie ihr Programm auf Existenzgründer zuschnitten. Nun gibt es also eine neue Nummer. „Wir hatten noch so viele Ideen und so viel Material vom ersten Mal, dass wir das Programm fortsetzen konnten“, sagte Irina Schädlich.

Die letzten Proben sind gelaufen. Einmal in der Woche hatte sich das Grüppchen getroffen, gegen Ende sogar zweimal – und eine Menge Spaß dabei gehabt. Darum geht es den dreien vor allem. Der neue Termin im Mayoratsgut in Großhartmannsdorf steht. Es ist der 26. April. Aber schon an diesem Sonnabend gibt es das Heimspiel. Die Döbelner haben die Gelegenheit, das Kabarettprogramm der drei Laienschauspieler als Uraufführung zu erleben. Die Texte stammen aus der eigenen Feder. Claudia Ahnert, die auch Manager der Truppe ist, wird ihr musikalisches Talent ausspielen. Sie nehme Gesangsunterricht, erzählte sie. Ihre Chansons sind aufs Programm zugeschnitten. „Wir wollen, dass sich das Publikum wiedererkennt und dass die Leute wissen, wenn sie rausgehen, warum sie sich liebhaben“, meint Hans Mühler schmunzelnd.

Kabarett Lebensspiegel, „Frauen ticken anders, Männer auch“. Sonnabend, Ratskellerdiele, Beginn 20 Uhr, Einlass 19 Uhr. Eintritt: 9,99 Euro. Kartenvorbestellungen sind bei Claudia Ahnert unter Tel. 03431 606339, 0179 7619719 und [email protected] möglich.