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Pirna

Warum Dohna nun doch keine Schule baut

Die Schule platzt aus allen Nähten. Obwohl es einen Standort für einen Neubau gibt, entscheidet sich der Stadtrat anders.

Eng ist es in der Dohnaer Grundschule - nicht nur in den Gängen.
Eng ist es in der Dohnaer Grundschule - nicht nur in den Gängen. © Daniel Schäfer

Es hat sich lange abgezeichnet: Der Dohnaer Grund- und Oberschule fehlt Platz. Der Anbau an die Oberschule hat nur kurz Entlastung gebracht. Nach wie vor werden jährlich zwischen 18 und 23 Bewerber an der Oberschule abgewiesen.

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Die Stadträte konnten sich selbst überzeugen, dass Grundschüler bei Gruppenarbeit schon mal auf dem Gang lernen, Projekte nicht durchgeführt werden können und Räume mehrfach nutzen müssen. Weil das eben schon absehbar war, wurde ein Standort für eine neue Grundschule gesucht. Die hätte die Probleme von Grund- und Oberschule gelöst. Doch nun kommt wieder mal alles anders.

Statt über einen Neubau, für den schon ein Standort oberhalb der Wohnsiedlung „An der Bodlitz“  gefunden war, wird über Modul- oder Containerbau diskutiert. Der dafür vorhandene Platz ist begrenzt, zwischen Sportplatz und Laufbahn hinter der Oberschule. Im Technischen Ausschuss wurden jetzt die Eckpunkte dazu vorgestellt. 

Für und Wider Container und Modulbau

Der Container hat weniger Fläche, ist billiger und käme gebraucht aus Brandenburg. Der Modulbau ist hochwertiger, teurer, hält länger und hat mehr Fläche. Doch auch seine 750 Quadratmeter Fläche, also ohne Toiletten, Gänge etc., reichen nicht. Rein rechnerisch fehlen Grund- und Oberschule zusammen nämlich rund 1.500 Quadratmeter. Der Container kostet grob geschätzt rund 1,8 Millionen Euro, der angepasste zweigeschossige Modulbau 2,3 Millionen Euro. In die Rechnung fließen auch immer die Abschreibungen ein, die in den Jahren der Nutzung auch erwirtschaftet werden müssen.

Im neuen Schuljahr wird es voraussichtlich wieder drei erste Klassen geben, wahrscheinlich auch drei fünfte. Wie das funktionieren soll, wissen weder Schulleiterinnen noch Bürgermeister. Denn weder Modul noch Container würden zu Beginn des neuen Schuljahres stehen. Frühestens in den Herbstferien, vielleicht aber auch erst in den Winterferien könnte das Gebäude aufgebaut werden, da dies nicht während der Schulzeit möglich ist. 

Wieder eine endlose Übergangslösung

Doch warum kein Neubau, der die Platzprobleme der beiden Schulen für länger als ein paar Jahre lösen könnte? Die Krux ist mal wieder das Geld. Auch wenn ein Neubau notwendig ist, weil weder Container noch Modulbau das Platzproblem wirklich lösen, wird das Geld nicht reichen. Aufgrund der Entwicklung der Baupreise ist ein Neubau nicht unter 15 Millionen Euro zu machen, sagt Bürgermeister Ralf Müller (CDU). 

Bei 60 Prozent Förderung plus dem Kauf des Baugrundstückes bleiben bei der Stadt rund 6,5 Millionen Euro hängen. Das bedeutet, es geht nicht ohne Kredit. Und damit hat der Stadtrat ein Problem. 

Ein Grund: Die Freien Wähler sind der Meinung, so eine Schule muss der Staat komplett bezahlen. Ein anderer Grund: Warum soll Dohna für Schüler aus anderen Orten investieren? Der Hintergrund: Die Dohnaer Oberschule ist für einige Heidenauer näher als die Goethe-Schule in Heidenau. Es gehen aber auch rund 30 Prozent der Dohnaer Schüler ins Heidenauer Gymnasium. 

Doch das ist nicht das einzige Problem. Das zweite ist die Zeit. Bei der aktuellen Lage der Fördermittel und ihrer Beantragung dauert es aus Sicht von Müller mindestens fünf Jahre, bis eine neue Schule stehen könnte. Die Erfahrung des Anbaus an die Oberschule zeigt, dass es durchaus auch noch länger sein kann. Zeit, die Dohna nicht hat. Eigentlich müsste die Schule oder wenigstens der Ersatzbau schon stehen. Wenn es den dann gibt, steht er wahrscheinlich lange. Das haben Übergangslösungen so an sich. 

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