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Wie die Dohnaer Schule Platz bekommt

Aus der Traumlösung wurde ein kleiner Kompromiss. Und der hat auch noch einen Haken. Warum trotzdem alle erstmal froh sind.

Sobald alle wieder in der Dohnaer Grundschule sind, geht auch hier das Gedrängel wieder los. Nun gibt es es eine kleine Lösung für das große Problem.
Sobald alle wieder in der Dohnaer Grundschule sind, geht auch hier das Gedrängel wieder los. Nun gibt es es eine kleine Lösung für das große Problem. © Daniel Schäfer

Ute Stephan und Antje Ambos hielten lange aus. Aber das war es ihnen wert. Die Leiterinnen der Grund- und Oberschule Dohna mussten zur jüngsten Ratssitzung fast bis zum Schluss warten, um ihre entscheidenden Worte sagen zu können: "Es ist nicht optimal, aber besser als nichts." Es geht um mehr Platz für die Schule. 

Eigentlich sollte die Grundschule ein neues Gebäude bekommen, ein Standort war auch schon gefunden, und die Oberschule sich dann im gemeinsam genutzten Haus ausbreiten können. Doch so ein Neubau überfordert die Stadt inzwischen zeitlich und finanziell. Und selbst wenn das Geld da wäre, eher als in fünf Jahren steht so ein Neubau nicht. So lange halten es die Schulen nicht mehr aus. Grundschulleiterin Ute Stephan ist seit acht Jahren an der Schule und so lange drängt sie auf eine Lösung. 

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Schneller und billiger

Die soll nun ein Modulbau zwischen Sportplatz und Laufbahn hinter der Oberschule sein. Keine Traumlösung, wie alle einräumen, aber wie gesagt, besser als nichts. Der bringt etwa 900 Quadratmeter Fläche - von rund 2.400, die beiden Schulen fehlen. Ein Tropfen also auf den heißen Stein. Dafür kommt die Lösung relativ schnell und relativ preiswert. 

Statt mindestens 15 Millionen Euro für einen Neubau sei der Modulbau mit etwa 2,3 Millionen Euro machbar, sagte Bürgermeister Ralf Müller (CDU) im Stadtrat. Schnell heißt frühestens in den Herbst-, vielleicht aber auch erst in den nächsten Winterferien. Das ist nun der gemeinsame Plan von Stadtrat und Verwaltung.

Der Nachteil des Interesses

Das Ganze hat aber auch noch einen Haken. Der Dohnaer Stadtrat hat sich 2017 in einem Grundsatzbeschluss dazu bekannt, Grund- und Oberschule dreizügig zu führen. Also in jeder Klassenstufe jeweils drei Klassen. Doch das ist mit dem künftig zwar mehr, aber immer noch zu wenig Platz nicht mehr durchzuziehen. Das heißt, der Stadtrat muss diesen Grundsatzbeschluss aufheben. Das soll in der Sitzung am 27. Mai erfolgen.

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