SZ +
Merken

Dohna will Chemie-Brache selbst sanieren

Die Dohnaer nehmen ihre Altlast jetzt selbst in die Hand. Statt die Sanierung einem Investor zu überlassen, will die Stadt die Flächen der ehemaligen Dohna Chemie nun selbst kaufen. Noch im Juni war die Investorenvariante favorisiert worden.

Teilen
Folgen

Von Heike Sabel

Die Dohnaer nehmen ihre Altlast jetzt selbst in die Hand. Statt die Sanierung einem Investor zu überlassen, will die Stadt die Flächen der ehemaligen Dohna Chemie nun selbst kaufen. Noch im Juni war die Investorenvariante favorisiert worden. Doch inzwischen hat sich einiges geändert.

Hoffnung und Risiko

So gibt es detailliertere Aussagen über die Förderfähigkeit für die Sanierung von Flächen außerhalb der Kernzone. Außerdem ist Bürgermeister Ralf Müller (CDU) auf ein europäisches Förderprogramm gestoßen. Das sichere eine 75-prozentige Förderung. Bei Sanierungskosten von fünf Millionen Euro müsste die Stadt jedoch immerhin noch 1,25 Mio. Euro selbst finanzieren.

Hinzu kommt der Kauf der Flächen. Dafür hat der Stadtrat auf Antrag von Markus Altmann (CDU) maximal 850000 freigegeben. Aufgrund eines neuen Gutachtens hofft Müller, den zuletzt verhandelten Preis von über einer Million Euro drücken zu können.

Druck macht Müller auch in puncto Zeit. Bis Ende des Jahres soll der Fördermittelbescheid eingereicht werden. Grünes Licht erwartet er bereits für Februar. „Je schneller desto besser“, sagt Müller. Er warnt jedoch vor der Hoffnung, die Stadt könne ein Geschäft machen, selbst wenn sie einige Flächen nach der Sanierung zu einem guten Preis verkaufen kann. „Es wird am Ende nicht kostendeckend“, sagt Müller.

Martin Jacob (Freie Wähler) hofft indes noch immer, dass für die Stadt noch etwas rausgewirtschaftet werden kann. Schließlich gibt es bereits die Idee vom Stadtpark auf dem dann sanierten Gelände. Doch bis es so weit ist, dauert es noch eine Weile.

Manchen Räten dauert es sowieso schon viel zu lange. Vor allem Manfred Sachse (Freie Wähler) erinnert sich noch gut an den Juni, als den Räten die Variante mit dem Investor schmackhaft gemacht wurde. Damals sollte der jetzige Besitzer die Flächen erst von den Altlasten befreien, dann würde die Stadt sie kaufen. Das finanzielle Risiko des Gesamtprojektes für die Stadt habe damals bei rund 350000 Euro gelegen, war also geringer als jetzt. Trotzdem sei nichts gemacht worden, sagte Sachse. „Wir alle wollen, dass der Schandfleck beseitigt wird, aber warum wurde nicht begonnen? Wir könnten weiter sein.“

Begonnen habe man durchaus, sagt Müller. Mehrere Vor-Ort-Termine sowie Gespräche habe es gegeben. „Doch wenn das Risiko der damaligen Variante höher als erwartet ist, muss man die Entscheidung hinterfragen und nach neuen Wegen suchen“, sagte er.

Dem stimmt Lothar Göpfert (Linke) zu. Schließlich werde es die Chance der 75 Prozent Fördermittel nicht ewig geben. Es sei zwar ein ganz schönes Sümmchen, dass da trotzdem noch auf die Stadt zukomme, doch das sei der Bevölkerung erklärbar. „Die erwartet, dass mit beherrschbarem Risiko etwas gemacht wird“, sagt Göpfert.

Dohnaer warten weiter

Dass der Rat die Realisierung an eine Mindestförderhöhe von fünf Millionen Euro knüpft, zeige den sorgsamen Umgang mit dem Geld, argumentiert Matthias Matzka (CDU). „Jetzt ist planerisches Geschick gefragt“, sagt er. Um da auf Nummer Sicher zu gehen, hat der Stadtrat das Dohnaer Büro Urban-Landschaft-Design mit der Projektsteuerung beauftragt.

Die Dohnaer tun indes weiter, was sie schon seit Jahren tun: Warten. Während und nach der Flut war auf dem Gelände verseuchter Flutschlamm gelagert worden, der 2003 entsorgt wurde. Versuche, damit eine Sanierung zu verbinden, scheiterten damals. Genauso wie die Idee, die Landesgartenschau und damit Geld für die Sanierung nach Dohna zu holen.