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Dohnas Chemiebrache soll bis Jahresende sauber sein

Nach Jahren des Wartens wird saniert. Das Areal soll zum Gewerbegebiet werden. Dabei sind viele Auflagen zu erfüllen.

Von Heike Sabel

Bisher war es immer ein bisschen wie bei der Olsenbande. Jedes Mal hatte die einen todsicheren Plan, der dann doch schiefging. Der letzte Coup auf der Brache von Dohna Chemie war die Solaranlage. Dass daraus nichts wurde, war nicht die Schuld der Eigentümer, trotzdem hing es ihnen an. Nun will sich die Firma vom Olsenbanden-Image verabschieden.

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Seit einigen Wochen passiert auf dem Gelände etwas. Gebäude werden abgerissen, Bäume wurden gefällt, es wird Platz gemacht. „Bis Ende des Jahres soll alles abgerissen und alle Altlasten sollen saniert sein“, sagte Klaus Leroff, der als Geschäftsführer die Dohna Chemie GmbH vertritt, jetzt im Technischen Ausschuss des Dohnaer Stadtrates.

Bereits bis August soll der belastete Boden auf rund 400 Quadratmetern abgetragen sein. Dazu wird es bis zu acht Meter tiefe Bohrungen geben. Die nicht mehr verwendbare Erde wird entsorgt. Vorangegangen waren Messungen, um die Belastung zu prüfen. Nach der Sanierung bleiben Messpunkte bestehen, deren Ergebnisse Auskunft über die Entwicklung geben werden. „Das Landratsamt entscheidet, wie lange die Messpunkte danach noch geprüft werden müssen“, sagt Leroff.

Die Dohna Chemie hat auch in puncto Natur- und Umweltschutz etliche Auflagen erhalten. So werden für die Zauneidechsen Quartiere eingerichtet und am Winzerweg Nistkästen für Vögel aufgehängt. An der Müglitz gibt es einen zehn Meter breiten freien Streifen, zur Altstadt hin einen etwa sieben Meter breiten Grüngürtel. Die letzten Abrissarbeiten erfolgen erst im Herbst, ebenfalls, um Tiere zu schützen.

Schon Gespräche mit Interessenten

Beim Hochwasserschutz des neuen Gewerbegebietes Weesensteiner Straße ist Hans-Jörg Fischer (Freie Wähler) skeptisch. Rechnerisch ist das Areal vor einem hundertjährigen Hochwasser geschützt, nur fünf Prozent der Fläche liegen im gefährdeten Gebiet, sagt Leroff. Wie das im konkreten Fall praktisch aussieht, weiß keiner. Das räumt auch Leroff ein, der bei der Flut 2002 im Kreiskrisenstab Berater für Dohna war.

Die Gutachten zum Schall- und Blendschutz einer möglichen Solaranlage liegen vor, sagt Leroff. Weder der Ansiedlung von Gewerbe noch einer Solaranlage stehe etwas entgegen. Damit dürfte es bei der gesetzlichen Auslegung des neuen Bebauungsplanes keine Überraschungen mehr geben, sagt Leroff. Er hat nun nur noch eine Bitte an Stadtrat und Verwaltung: die Bestätigung des Planes im Juni. „Wir wollen und müssen so schnell wie möglich in die Vermarktung gehen“, sagt Leroff. Man sei schon mit Interessenten im Gespräch. Diesmal sollen Ansiedlungen gelingen.