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Domizna: Herbstkonzert soll neu belebt werden

Crostwitz. „Witajce, witajce k nam“ singen 19 Mädchen und Jungen des Chrostwitzer Kindergartens. In festlicher, katholischer Tracht eröffneten sie das vom Ortsverein „Domizna“ organisierte Herbstkonzert.

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Crostwitz. „Witajce, witajce k nam“ singen 19 Mädchen und Jungen des Chrostwitzer Kindergartens. In festlicher, katholischer Tracht eröffneten sie das vom Ortsverein „Domizna“ organisierte Herbstkonzert. Lieder, Tänze, selbst eine kleine Pantomime (Opa im Schaukelstuhl) führten sie auf. Als „Hancicka wowcerjowa“ erklang, stimmte das Publikum in der Jednota-Halle munter mit ein.Humorvoll sang es über die Gänse. Mitten in der Gerste sind sie verschwunden. „Ich bitt´ dich: jag´ sie doch heraus ... eh die Abendglocke läutet“, heißt es sinngemäß in dem Lied. Sorbischer Volksgesang erklang zuhauf. Dank des Chrostwitzer Kirchenchores. Unter Leitung von Kantor Andreas Wenk besang er die Schönheit des Herbstes – in all seinen bunten Farben, die Schönheit der Natur, die Schönheit der Liebe. „Die Lieder sind sehr volkstümlich, sehr sakral“, erzählte der Kantor etwa über „Wjecorny spew“, den Abendgesang.Auch die Unwichtigkeitaufs Korn genommenIm Programm tauchten auch zwei humorvolle (musikalische) Fabeln auf. Etwa über die unentwegt fressenden Enten. Selbst den Sand picken sie wie Würmer auf. In „Die Henne und der Karpfen“ (ins Sorbische übertragen vom früheren Crostwitzer Pfarrer Martin Salowski) nahm der Chor Wichtigkeit und Unwichtigkeit aufs Korn. Viel Geschrei macht die Henne um ihr täglich gelegtes Ei. „Da sprach der Karpfen frei: alljährlich leg ich ’ne Million und rühm mich des mit keinem Ton“, heißt es im Lied. „Wenn ich um jedes Ei so kakelte, mirakelte, spektakelte – was gäb’ das für ein Geschrei?“Aufmerksam lauschten die Gäste zwei jungen Talenten. Anna Fritzsch (Violine) gab ein „Recitativo und Scherzo Caprice“ als Solo zum Besten. Später spielte sie mit Katharina Henke (Klavier) Zigeunerweisen. Der starke Beifall imponierte den beiden. Anna, die an der Spezialschule für Musik in Dresden in der 10. Klasse lernt, und Katharina (oft für die Musikschule Bautzen unterwegs) treten sonst häufig vor peniblem, professionellem Publikum auf. „Hier herrscht ganz andere Stimmung. Stimmung zum Genießen“, freute sie die Ungezwungenheit beim Herbstkonzert. „Das Publikum hört sich alles unvoreingenommen an.“ „Gut, dass die jungen Talente auch mal vor Ort – in der eigenen Gemeinde – spielen dürfen“, meinte Besucherin Helena Herberg aus Göda.Die Kleinen sind mitLeib und Seele dabeiBegleiterin Agnes Schmole aus Nucknitz lobte hinterher das Kinderprogramm. Spornt doch der öffentliche Auftritt die Kleinen an. Und das vor über 150 Gästen! „Die Kinder sind mit Leib und Seele dabei. Gerade die Mädchen tragen unglaublich gern die Tracht“, schilderte Erzieherin Rosalia Suchy, die sowohl die Kinder begleitete, als auch im Kirchenchor mitgesungen hat. Vor Jahren schon wirkte sie beim Herbskonzert mit. Damals noch im Kirchenchor unter Leitung von Bogna Korenk. Zuletzt war das Herbstkonzert im Dorf etwas eingeschlafen. Der vor einem Jahr gegründete Ortsverein „Domizna“ will es jetzt also neu beleben. „Hier in Crostwitz“, unterstrich Vorsitzender Marko Jurk. „Wir haben uns fest vorgenommen, es jedes Jahr zu veranstalten.“Das Herbstkonzert, so betonte er, stärkt den Zusammenhalt im Dorf. Es bereichert das Kulturleben. Es steht für einen ganz besonderen Höhepunkt. „Aus unserer eigenen Kraft heraus.“ Marko Jurk mag den familiären Charakter des Konzertes. „Zieht es doch Jung wie Alt für ein paar gesellige Stunden zusammen.“ Und Rosalia Suchy ergänzte: „Ein schöner Abschluss – so kurz vor der Adventszeit. Die Ernte ist eingebracht. Mit Gottes Hilfe. Und ein jeder freut sich daran.“ (AK)