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Doppelgemeinde ist bei Bauherren beliebt

Häuser saniert, Straßen gebaut, Fabriken abgerissen – seit 1989 hat sich in der Region viel verändert. Heute: Bertsdorf-Hörnitz

Von Elke Schmidt

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Die wohl größte Veränderung nach der Wende war für die Orte Bertsdorf und Hörnitz ihr Zusammenschluss am ersten März 1994. Bis dahin zwei eigenständige Gemeinden, wurden sie an diesem Tag im Zuge der Kreisgebietsreform von 1991 zur Einheitsgemeinde Bertsdorf-Hörnitz.

Das heutige Dorfgemeinschaftshaus in Bertsdorf wurde 1850 als Beischänke zum Ortskretscham erbaut. 1877 gab ihm der damalige Besitzer den Namen „Zum Strauss“, der sich bis heute erhalten hat. Zu DDR-Zeiten war hier unter anderem das Kino. Nach der Wende s
Ein weiteres typisches Oberlausitzer Umgebindehaus steht an der Hauptstraße 9 in Bertsdorf. Der erste bekannte Besitzer war Jacob Rösler, der es um 1806 bewohnte. 1993 wurde es gekauft, saniert und als Wohnhaus hergerichtet. Fotos: Frank Krause (3), Archi
Die Straße der Jugend in Hörnitz ist ein Beispiel für die vielen Investitionen in der Gemeinde Bertsdorf-Hörnitz. Sie wurde von 2003 bis 2004 komplett erneuert. Die alten Pflaumenbäume am linken Rand sind inzwischen Eigenheimen gewichen. Hier gibt es auch
Das Umgebindehaus an der Hauptstraße 79 in Bertsdorf hat eine lange Geschichte. Wann genau es erbaut wurde, ist unbekannt. Genutzt wurde es zum Beispiel als Salzschänke, Fleischerei, Schuhmacherwerkstatt und Fleischerei. Familie Marschner sanierte es und
Die 374 Meter hohe Koitsche bei Hörnitz ist sozusagen der Balkon der Doppelgemeinde. Auf dem Berg gab es seit 1833 mehrere Gebäude. 1998 übernahmen Jeanette Prinke und Tilo Heinrich das Zepter und ließen alles von Grund auf neu herrichten. Ein Jahr später
Ein weiteres typisches Oberlausitzer Umgebindehaus steht an der Hauptstraße 9 in Bertsdorf. Der erste bekannte Besitzer war Jacob Rösler, der es um 1806 bewohnte. 1993 wurde es gekauft, saniert und als Wohnhaus hergerichtet. Fotos: Frank Krause (3), Archi
Die Straße der Jugend in Hörnitz ist ein Beispiel für die vielen Investitionen in der Gemeinde Bertsdorf-Hörnitz. Sie wurde von 2003 bis 2004 komplett erneuert. Die alten Pflaumenbäume am linken Rand sind inzwischen Eigenheimen gewichen. Hier gibt es auch
Das Umgebindehaus an der Hauptstraße 79 in Bertsdorf hat eine lange Geschichte. Wann genau es erbaut wurde, ist unbekannt. Genutzt wurde es zum Beispiel als Salzschänke, Fleischerei, Schuhmacherwerkstatt und Fleischerei. Familie Marschner sanierte es und
Die 374 Meter hohe Koitsche bei Hörnitz ist sozusagen der Balkon der Doppelgemeinde. Auf dem Berg gab es seit 1833 mehrere Gebäude. 1998 übernahmen Jeanette Prinke und Tilo Heinrich das Zepter und ließen alles von Grund auf neu herrichten. Ein Jahr später

Das war für beide Orte durchaus eine gute Sache, denn seitdem hat sich hier einiges getan. Während andere Orte in der Region mit langsam verfallenden Häusern und Wegzug klarkommen mussten, war das in Bertsdorf-Hörnitz anders. Allein im Hörnitzer Teil wurden seitdem 115 Häuser neu gebaut, oft von ehemaligen Zittauern, aber auch von anderen Zugezogenen aus dem Umland, sagt Lothar Linke, der damals bei der Gemeindeverwaltung die Abteilung Bau leitete. Das gilt auch für die Straßen. Die waren zu DDR-Zeiten in beiden Orten ziemlich beschädigt und wurden nach und nach erneuert. Für den Hörnitzer Teil gilt außerdem: Vieles, was hier neu ist, liegt unter der Erde. 1997 wurden die Gas-, Strom- und Telekommunikationsleitungen wie auch die Straßenbeleuchtung erneuert. Das geschah alles gleichzeitig und in einem Zug, sodass die Straße nur einmal aufgerissen werden musste. Auch die Abwasserleitung wurde komplett erneuert und erstmals eine Gasleitung nach Hörnitz gelegt – vor allem für das Schloss Althörnitz und die Gärtnerei Rolle, aber auch für ungefähr 20 Privatpersonen. Das Schloss Althörnitz, das nach der Wende verfiel, wurde von Privatleuten von Grund auf saniert und ist heute ein gefragtes Hotel.

Frank Krause, der Vorsitzende vom Bertsdorfer Heimatverein, sieht eine ähnliche Entwicklung für die Häuser und Straßen im ehemaligen Bertsdorf. Vor allem für sie habe sich nach der Wende vieles zum Guten gewendet. Besonders stolz seien die Einwohner auf das neue Dorfgemeinschaftshaus an der Hauptstraße. Es wurde 2005 wiedereröffnet und seither oft und gern genutzt. So feiern dort die Einwohner ihre privaten Feste.

Die Kindertagesstätten blieben in beiden Ortsteilen erhalten. Gegenüber vom Althörnitzer Schloss entstand ein kleines Gewerbegebiet. Das Hörnitzer Feuerwehrdepot wurde saniert und eine gemeinsame freiwillige Feuerwehr gegründet. Es gibt etliche Vereine, die von närrischem Treiben in der Faschingszeit bis hin zu Sport für fast jedes Interesse etwas anbieten.

Wichtig ist den Bertsdorf-Hörnitzern aber auch die Natur. So gibt es einen eigenen Ortsnaturschutzbeauftragten, der zum Beispiel darauf achtet, dass der recht große Altbaumbestand erhalten bleibt. Die Gemeinde wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie war vier Jahre lang nacheinander zunächst „Schönstes Dorf“ im Landkreis Löbau-Zittau, dann im Regierungsbezirk Dresden, in Sachsen und 2004 schließlich sogar deutschlandweit. 2005 gehörte sie zu den schönsten Blumendörfern Europas. Die Vorbereitungen für diese Wettbewerbe haben das Dorf zusammengeschweißt, sagen die Einwohner. Das zeigte sich beim Hochwasser 2010. Dieses bedeutete zwar einen herben Rückschlag, aber die Bertsdorf-Hörnitzer gaben nicht auf, beseitigten nach und nach die Schäden und richteten alles wieder her, sagt Frank Krause.

Es gab aber auch Einschnitte. Von den zwei Schulen blieb nur die ehemalige Bertsdorfer bestehen, von der nun alle hoffen, dass sie erhalten bleibt. Früher gab es einige Einkaufsmöglichkeiten, die sich jetzt auf jeweils einen Bäcker und einen Fleischer in jedem Ortsteil reduziert haben. Übereinstimmend wünschen sich die Einwohner einen zusätzlichen Laden für die Dinge des täglichen Bedarfs. Ein großes Sorgenkind in Hörnitz ist die Gaststätte „Stadt Zittau“. Hier hat der Faschingsclub jahrelang seine legendären Faschingspartys veranstaltet. Jetzt ist sie aus baurechtlichen Gründen gesperrt. Die Hörnitzer suchen derzeit jemanden, der diese altbekannte Gaststätte wieder mit Leben füllt.

Im nächsten Teil folgt am 6. Februar Jonsdorf; bisher erschienen: Zittaus Zentrum (6. Januar), Großschönau/
Hainewalde (8. Januar), Ostritz (13. Januar), Olbersdorf (16. Januar), Oderwitz (20. Januar), Mittelherwigsdorf
(24. Januar), Leutersdorf/Spitzkunnersdorf (27. Januar), Oybin/Lückendorf (30. Januar)

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