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Doppelspitze will künftig die Linke im Landkreis führen

Auf dem Parteitag Anfang April kandidiert auch Heiderose Gläß für den Vorsitz – wenn die Partei die Strukturreform gutheißt.

Von Sebastian Beutler

Die Linkspartei im Landkreis geht einem spannenden Parteitag entgegen. Am 2. April sollen die Mitglieder in Niesky eine Doppelspitze beschließen. Künftig soll es nicht nur einen Vorsitzenden geben, sondern gleich zwei. Kommt der Vorschlag durch, dann wäre die Görlitzer Linkspartei ein Vorreiter in Sachsen. Heiderose Gläß, langjährige Landtagsabgeordnete aus Lawalde, würde das sehr freuen. Denn sie unterstützt die Doppelspitze vehement. „Es hätte Modellcharakter in unserer Partei“, sagt sie, die lange gleichstellungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion ihrer Partei war. Und die 65-jährige, einst Kreisvorsitzende in Löbau-Zittau, verbindet damit auch ihre Kandidatur für diese Doppelspitze. Zusammen mit Direk Kunow aus Weißwasser will sie die Partei in den nächsten Jahren führen. Kunow war zwischen 1991 und 1995 Kreisvorsitzender in Weißwasser.

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Mirko Schultze (li.) macht Platz. Heiderose Gläß (re.) würde ihm gern mit Direk Kunow folgen. Fotos: SZ
Mirko Schultze (li.) macht Platz. Heiderose Gläß (re.) würde ihm gern mit Direk Kunow folgen. Fotos: SZ

Bislang gibt es keine Gegenbewerbungen. Der bisherige Kreisvorsitzende der Linkspartei, Mirko Schultze, bewirbt sich nicht mehr um das Amt. „Unsere Satzung sieht vor, dass man nach acht Jahren nicht mehr kandidieren sollte“, begründet er seinen Schritt. Das sei zwar eine Kann-Bestimmung, aber er finde diese Regelung sehr gut. Mit Kritik an seiner Amtsführung habe sein Rückzug nichts zu tun. Heiderose Gläß will künftig wieder mehr in politische Bildung investieren, die fünf Ortsverbände unterstützen und die Zusammenarbeit mit den Kommunalpolitikern verstärken. Und sie findet zwei Vorsitzende auch deswegen sinnvoll, weil der Kreis seit der letzten Reform ziemlich groß geworden ist. „Da ist es gut, wenn sich zwei die Arbeit teilen“, sagt sie. Ihr ist es auch ein Anliegen, dass die Linkspartei als Kreisorganisation eine Rolle spielt. Zudem will sie die Interessen des ländlichen Umlandes von Görlitz stärker einbringen. Aus Görlitz, so ist zu hören, kommt die größte Gegenwehr gegen die Doppelspitze. Gläß sagt jedenfalls in aller Klarheit: Kommt die Doppelspitze nicht, kandidiert sie auch nicht. Wenn Kunow ebenso handelt, könnte es zu einer verzwickten Situation auf dem Kreisparteitag kommen. Urplötzlich müsste sich ein Kandidat als alleiniger Vorsitzender auf dem Kreisparteitag finden. Denn Schultze ist nun auf seinen Amtsverzicht festgelegt.