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Dorfhainer wollen Raser ausbremsen

Trotz Tempo 30 fahren viele Autos vor der Kita zu schnell. Nicht nur für die Kleinsten ist das gefährlich.

Von Verena Weiß

Hoffentlich passiert nichts. Das ist wohl eine der größten Sorgen, die Eltern haben, wenn ihr Kind aus dem Haus geht. Gedanken, die sich auch die Dorfhainer machen. An der Schulstraße herrscht täglich reger Betrieb, morgens wie nachmittags. Wohl kein anderes Gebäude im Ort wird von den Dorfhainern so oft aufgesucht, wie das alte Schulhaus.

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Gelehrt wird hier zwar schon seit Jahren nicht mehr. Dafür haben die Krippen- und Kindergartenkinder der Kita Sonnenschein das Haus in Beschlag genommen, genauso die Hortkinder, die hier nach der Schule betreut werden. Hinzu kommt, dass die Gemeindeverwaltung in dem einstigen Grundschulhaus ihren Sitz hat und auch deren Besucher den Weg hierher nehmen. Die Folge: Den ganzen Tag über braust der Verkehr über die Schulstraße – und das nicht immer angemessen, wie Eltern, aber auch Erzieher der Kindereinrichtung festgestellt haben. Zwar sind im besagten Straßenabschnitt maximal Tempo 30 erlaubt. Gefahren wird aber meist viel schneller, ist Marlies Sollwedel sicher. Die Dorfhainerin engagiert sich nicht nur im Förderverein Kinder Dorfhain für die Belange der Kindertagesstätte, sondern sitzt auch für die Linke im örtlichen Gemeinderat.

Genau dort hat sie kürzlich auf das Problem hingewiesen. „Wir müssen die Kinder schützen“, argumentiert sie, und nicht warten, bis etwas passiere. Dass bisher kein Kind vom Auto erfasst wurde, grenze schon fast an ein Wunder. Das Problem sei aber nicht allein die überhöhte Geschwindigkeit der Autofahrer. Anstatt ihr Auto auf dem gegenüberliegenden Parkplatz abzustellen, würden viele einfach unmittelbar vor dem Gebäude parken, darunter auch Eltern, die ihr Kind schnell zur Kita bringen oder abholen wollen, weiß Marlies Sollwedel. Diese Bequemlichkeit sei allerdings gefährlich. „Kinder, die dann über die Straße laufen, werden von heranfahrenden Autofahrern nicht bemerkt“, erklärt sie.

Deshalb plädiert die Dorfhainerin für ein Halteverbot an der gesamten Schulstraße. Eine Alternative wäre auch ein Fußgängerüberweg, der Autofahrer dafür sensibilisiert, dass hier Kinder über die Straße laufen, erklärt sie. Allerdings könnte es schwierig werden, dafür einen geeigneten Platz zu finden. „Unmittelbar nach der Kuppe wäre der Überweg schwer einzusehen“, sagt Lutz Papperitz (FWG). Auch die Idee, an der Straße vor der Einrichtung ein Geländer anzubringen, sei wegen der notwendigen Feuerwehrzufahrt nicht möglich. „Vielleicht könnte ein zusätzliches Schild im Sinne von Achtung Kinder mehr Aufmerksamkeit bringen“, sagt Bernd Ebert (CDU). – Eine Diskussion, die Bürgermeister Olaf Schwalbe (CDU) nicht zum ersten Mal hört. „Wir haben schon vor Jahren überlegt, wie wir die Verkehrssituation für die Kinder sicherer gestalten können“, sagt er. Damals habe man mit dem Landkreis, der für die Beschilderung der Straße zuständig sei, aber keine Einigung erzielen können. Nochmals nachfragen könne man aber. Zusätzliche Schilder aufzustellen, hält Olaf Schwalbe allerdings für wenig sinnvoll. Dies würde keine Raser ausbremsen, sondern nur den Verkehrsfluss behindern. Er appelliert stattdessen an die betreffenden Autofahrer, sich an die Geschwindigkeit zu halten. Das wäre auch im Sinne von Marlies Sollwedel. Darauf verlassen will sie sich trotzdem nicht. Die Verkehrssituation auf der Schulstraße soll nochmals im Technischen Ausschuss diskutiert und überlegt werden, welche Möglichkeiten es gibt, die Gefahr für die Kinder zu minimieren. Kommentar