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Dornröschenschlaf vorbei?

Die Bushaltestelle vor der Tür, ein Parkplatz mit 50 Plätzen soll kommen - das ist der ideale Platz für ein Restaurant. Er befindet sich mitten in der Dresdner Heide, gegenüber der traditionsreichen Heidemühle.

Von Iris Schmidt

Die Bushaltestelle vor der Tür, ein Parkplatz mit 50 Plätzen soll kommen - das ist der ideale Platz für ein Restaurant. Er befindet sich mitten in der Dresdner Heide, gegenüber der traditionsreichen Heidemühle. Der denkmalgeschützte alte Pferdestall soll umgebaut werden.

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Aus seinem Dornröschenschlaf soll der Mittelpunkt der Dresdner Heide erwachen. Endlich tut sich etwas an der Radeberger Straße. Die Eigentümer des alten Pferdestalls, die Großröhrsdorfer Familie Preisler, hofft in zwei Wochen endlich die Baugenehmigung aus Dresden in Händen zu halten. Deshalb ist bereits ein Baugerüst aufgebaut. Ein moderner Imbiss soll entstehen, ein Restaurant und der bisherige Verkaufswagen hat dann ausgedient. Die Hungrigen und Durstigen brauchen dringend eine "Anlaufstelle" mitten im Landschaftsschutzgebiet.
Vor den Verkaufswagen stehen jetzt bei hochsommerlichem Wetter immer etliche Autos und Motorräder. Allerdings auch Wanderer, wie die Familie Schönle aus Hannover, nutzen die Gelegenheit zu verschnaufen. "Wir sind hier im richtigen Natur-Urlaub", sagt Franz, das Familienoberhaupt. Sein Finger wandert auf dem Papier die Prießnitz entlang. Etwa 15 Kilometer sind die beiden schon gelaufen. Nun verlangt der Körper sein Recht. Als seine Frau von den Plänen hört, ist sie hellauf begeistert. "Genau eine solche Geschäftsidee ist hier richtig", sagt Elisabeth. Auch der Leipziger Klaus Hartung, ganz in schwarzem Leder, er sitzt neben den beiden am Biertisch, ist dieser Meinung: "Die Heidmühle kennt man in Sachsen. Und da gehört ein Restaurant hin."
Allerdings ist es nicht immer ganz leicht seine Geschäftsidee zu realisieren. Bereits 1992 machten Preislers hier ihren Wagen auf, bedienten bei Wind und Wetter ihre Gäste. 1998 konnten sie endlich das Fleckchen Erde kaufen. Seitdem bemühen sie sich, etwas Solides auf die Beine zu stellen. "Das hat viel Schweiß und Tränen gekostet", sagt der Firmen-Chef. Der 51-Jährige hofft: "Im Winter wollen wir hier richtig drin sein", sollen Suppen brodeln und Braten schmurgeln.
Auch die Stadt hat ihre Pläne. Nächstes Jahr könnte ein zentraler Parkplatz genau hier entstehen. Die Idee: Stellflächen für etwa 50 Autos, rustikal der Landschaft angepasst. Der Chef vom Dresdner Forstamt, Holm Karraß, sagt: "Der wird sich auf dem ehemaligen Holzplatz befinden. Er ist auch schon entsiegelt und beräumt worden." Nichts Mondänes, sondern ein Waldparkplatz eben. Die Revierförster sprechen von einer einmaligen Chance die Industrie-Brache zu rekultivieren und einer dem Landschaftsschutzgebiet entsprechenden Nutzung zu überführen. Eine Streuobstwiese wird als Puffer zwischen Parkplatz und Wald dienen. Und das Dresdner Umweltamt will eine Amphibien-Schutz-Anlage entstehen lassen. Aber all diese Vorhaben bedeuten vielleicht zwei bis drei Jahre Bauzeit. Mit der Anlage der Streuobstwiese wird vermutlich im Jahre 2002 begonnen, mit dem Parkplatz selbst ein Jahr später. Seitdem die Hofewiese geschlossen wurde, die Heidemühle nicht mehr in Betrieb ist, keimt jetzt unter den Wandern wieder Hoffnung aufþ