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"Das Schlimmste haben wir hinter uns"

Dr. Gottfried Hanzl als Vertreter der Löbau-Zittauer Hausärzte sagt, wie die Mediziner die Corona-Krise gemeistert haben. Und wie er über die zweite Welle denkt.

Der Oderwitzer Dr. Gottfried Hanzl ist der Vertreter der Hausärzte im Bereich Löbau-Zittau.
Der Oderwitzer Dr. Gottfried Hanzl ist der Vertreter der Hausärzte im Bereich Löbau-Zittau. © Matthias Weber (Archiv)

"Das Schlimmste von den Corona-Tagen haben wir hinter uns", sagt Dr. Gottfried Hanzl. Der Oderwitzer ist der Vertreter der Hausärzte im Bereich Löbau-Zittau. Und er fügt aber auch gleich hinzu, dass die Bürger im südlichen Teil des Landkreises Görlitz relativ wenig mit dem Corona-Virus zu tun hatten. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich auch der Siedlungscharakter der Oberlausitz, vermutet er.

Die von der Bundesregierung angeordneten ärztlichen Maßnahmen haben gewirkt. "Persönlich möchte ich mich dabei bei unserem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer bedanken,  dass er nicht, wie in Bayern den Notstand ausgerufen hat", sagt Gottfried Hanzl. Und damit in Sachsen nicht, wie in Bayern, das kassenärztliche System kommissarisch ersetzt und krisenhaft regiert wurde. 

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Seit Ausbruch der Corona-Pandemie im März in Deutschland gab es bis jetzt in der Praxis von Dr. Hanzl in Oderwitz keine ernsthafte Erkrankung deswegen, schildert der Hausarzt. Alle Hausärzte zwischen Löbau und Zittau haben in dieser Zeit ihre Sprechstunden fortgesetzt. Und das, obwohl bei einigen bestimmt auch die Angst im Hinterkopf war, dass sie sich vielleicht selber oder ihr Personal anstecken könnten. "Wir haben uns schließlich schon vor dem Studium verpflichtet, Patienten zu helfen", berichtet er.

30 Patienten mit Verdacht auf Covid-19 untersucht

Etwa 30 Patienten sind in die Praxis von Dr. Hanzl gekommen, weil sie sich unsicher waren, ob sie sich mit dem Covid-19-Virus infiziert hatten. "Alle Untersuchungsergebnisse waren negativ", sagt der Hausarzt. 

Gottfried Hanzl findet es gut, dass der Kita- und der Schulbetrieb nach und nach nun immer mehr zum Alltag übergeht. "Ich sehe bei einigen Kindern, dass es für sie höchste Zeit ist, dass sie wieder in die Schule kommen. Es wäre gut, wenn die schulische Versorgung dieser Kinder wieder in geregelte Bahnen kommt", schildert er. Der Hausarzt begrüßt es sogar, dass der Schulbetrieb sobald als möglich in vollem Umfang durchgeführt werden kann. 

"Wir sollten jetzt und auch in Zukunft keine Angst vor dem Virus haben", betont er. Maßnahmen, wie Abstand halten sind in solchen Zeiten wichtig. Gerade auch Personen, die zu den Risiko-Gruppen gehören, sollten darauf achten, meint er. 

Jeder kann selbst dazu beitragen, dass Ansteckungsrisiko zu minimieren. Wichtig ist, dass man bei starkem Husten, Fieber, Geschmacks- und Geruchsverlust zum Arzt geht", rät Dr. Hanzl. Sind es ernste Symptome, geht ein Test schnell und spätestens nach 24 Stunden liegt das Ergebnis vor. 

Keine Furcht vor einer zweiten Welle

Der Hausarzt fürchtet keine zweite Welle. "Ich habe auch zumindest bei uns in der Region keine erste Welle erlebt ", sagt er. Für ihn ist es wichtig, dass wir jetzt aus der Corona-Pandemie lernen. Leute, die besonders gefährdet sind, müssen schneller geschützt werden. Und sie müssen frühzeitig Kontakte meiden, bei denen die Gefahr  durch viele Personengruppen besteht, dass sie sich anstecken könnten oder aber Personen in Risiko-Gebieten waren.

"Das deutsche Gesundheitssystem war während der gesamten Corona-Pandemie sehr breit und gut aufgestellt", betont er. Auch die Kommunikation untereinander hat gut funktioniert. Als Vertreter der Hausärzte hat er beispielsweise täglich mit dem Oberarzt der Rettungsstelle in Zittau telefoniert und sich darüber ausgetauscht, ob etwas verändert werden muss. Beim DRK wurde extra eine Abstrichgruppe gebildet, die bei Bedarf herangezogen werden kann, um nur eine der Vorsichtsmaßnahmen zu nennen.  

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Sehr gut wirkt sich inzwischen ebenso der am 1. April eingerichtete erweiterte kassenärztliche Notfalldienst für den gesamten südlichen Landkreis in Zittau aus. Die Sprechstunden, die es seitdem dort immer von Mittwoch bis Freitag von 15 bis 19 Uhr und am Sonnabend und Sonntag von 9 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr gibt, haben sich bewährt. 

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