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Dr. Oetkers eisige Reserve

Dem Nahrungsmittelriesen geht es so lala. Der Konzern wächst langsam, interner Knatsch lastet schwer. Aber gegen Kummer gibt es ja etwas: Pizza.

Bielefeld. Deutschland, Brasilien und Frankreich: So lauten die WM-Favoriten des Lebensmittelkonzerns Dr. Oetker – geht man von den Spezial-Pizzen aus, die das Unternehmen zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien auf den Markt bringt. Die Kreationen „Alemanha“, „Brasil“ und „Franca“ werden aber nur in Brasilien angeboten, wie Dr. Oetker gestern mitteilte. Die charakteristischen Zutaten der „Alemanha“ sind Frankfurter Würstchen, Zwiebeln und Senf.

Schade nur, dass es diese pikanten Tellerkuchen nicht hierzulande gibt, denn bei Kummer hilft Pizza bekanntermaßen prima. Nicht nur dem Esser. Seitdem Dr. Oetker seinen Pizzaburger auf den Markt gebracht hat – das war im Oktober vergangenen Jahres – habe der bereits drei Prozent Anteil am bundesweiten Markt mit Tiefkühlpizzen erreicht. Und der wird auf rund eine Milliarde Euro im Jahr geschätzt. Solche Zahlen tun gut angesichts der eher gemischten Bilanz, die der Lebensmittelriese gestern vorlegte.

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Konzernchef Richard Oetker sprach von einem na ja – zufriedenstellenden Jahr. Der Umsatz stieg um 2,3 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro. Organisch seien die Erlöse sogar um 4,9 Prozent gewachsen, und zwar je zur Hälfte durch Preissteigerungen und mehr Verkäufe. Ein Teil des Zuwachses sei aber durch Währungseffekte aufgefressen worden.

Auch im Ausland, wo Oetker zwei Drittel (67 Prozent) des Geschäfts mit Pudding, Tiefkühlpizza, Backzutaten, Müsli und Frischedesserts macht, wuchs der Umsatz mit 2,2 Prozent verhalten. Guten Erlösen in Italien, Frankreich und den USA stand etwa die schwierige Lage auf dem argentinischen Markt für Tiefkühlpizza gegenüber. Die Landesgesellschaft Argentinien wurde darum verkauft.

Zu Berichten über Auseinandersetzungen in der Eigentümerfamilie sagte Oetker: „Ja, es gab und gibt unterschiedliche Sichtweisen und kontroverse Diskussionen unter den Gesellschaftern.“ Die habe es aber immer gegeben und hätten keine Auswirkungen auf das Tagesgeschäft. Zu der Kartellstrafe in Millionenhöhe gegen die Oetker-Tochter Radeberger wollte sich Oetker nicht äußern. Die Radeberger Gruppe, Biermarktführer in Deutschland, hat den Vorwurf der Preisabsprache zurückgewiesen und Widerspruch eingelegt. Der Nahrungsmittelkonzern um die Dr. Oetker GmbH, Marktführer in Europa bei Tiefkühlpizzen, ist nur ein Teil der großen Oetker-Gruppe. Zu ihr gehören die Reederei Hamburg Süd, die Radeberger-Gruppe, das Bankhaus Lampe sowie Luxushotels und zahlreiche kleinere Unternehmen. (dpa)