merken
PLUS Dippoldiswalde

Drachenboot voraus!

Das Oe-Team aus Oelsa hat auf der Malter noch nie gewonnen, aber aufgeben gilt nicht. Ob es dieses Jahr geklappt hat?

Mit Spaß: Das Oe-Team aus Oelsa ist jedes Jahr am Start, auch wenn der ganz große Erfolg auch 2019 wieder ausfiel.
Mit Spaß: Das Oe-Team aus Oelsa ist jedes Jahr am Start, auch wenn der ganz große Erfolg auch 2019 wieder ausfiel. © Egbert Kamprath

Der Ponton schwankt ordentlich und dann steht das Team auch noch genau falsch herum aufgereiht. „Die hinteren Sitzplätze zuerst“, ruft jemand und ein Hin- und Hergeschiebe beginnt. Dann füllen sich die Sitzreihen – immer zwei Paddler nebeneinander. Bei 18 ist das Boot voll, fast jedenfalls. „Eigentlich gehören ja zwanzig Mann dazu, aber wir haben da etwas Kräftemangel“, gibt Klaus Ulbricht zu. Also bleibt eine Sitzbank frei. Als letzter steigt der Kapitän selbst ein. Ulbricht hat den Platz an der Trommel und greift zum Trommelstock. „Bumm, bumm, bumm“ macht es und im Takt senken sich die Paddel auf und ab. Das Boot mit dem Oe-Team nimmt Fahrt auf.

Die Männer und Frauen der SG Oelsa, das Oe-Team eben, gehörten zu den 15 Mannschaften, die am Sonnabend um zahlreiche Pokale beim neunten Drachenbootfest auf der Malter antraten. Bei schönsten Sommerwetter und unter den Augen zahlreicher schaulustiger Strandbadbesucher wurde zwischen 9 und 17 Uhr das Wasser der Talsperre ordentlich umgerührt. Denn es galt, auf 200, 400 und 800 Meter das jeweils schnellste Team zu finden.

Anzeige
Ferientipps für Sachsen
Ferientipps für Sachsen

Da ist sie, die schönste Zeit des Jahres - die Sommerferien! Wir haben die Freizeittipps für Familienausflüge in Sachsen und Umgebung.

Die Mannschaften, darunter auch die Lokalmatadoren von der Wasserwacht Paulsdorf, hatten sich schon am frühen Morgen im Startbereich eingefunden. Am Abend zuvor gab es noch einige Trainingseinheiten. „Unsere einzige“, wie Oe-Team-Kapitän Ulbricht zugibt.

Mit Lärm: Der Trommler gibt beim Drachenbootfahren den Rhythmus vor. So wie Kapitän Klaus Ulbricht vom Oe-Team.
Mit Lärm: Der Trommler gibt beim Drachenbootfahren den Rhythmus vor. So wie Kapitän Klaus Ulbricht vom Oe-Team. © Egbert Kamprath

Die Oelsaer fahren schon seit Jahren beim Drachenbootfest mit. Einen zweiten und einen dritten Platz können sie vorweisen. Der große Wurf ist noch nicht gelungen. „Liegt wohl am Trainingsrückstand“, witzelt Ulbricht. Denn eigentlich seien sie ja Mitglieder der Männersportgruppe Badminton und der Frauen-Fitness-Gruppe bei der Sportgemeinschaft. Wassersport steht da nicht so auf dem Programm. Außer eben am Abend vor dem Drachenbootfest. Danach ging es ab nach Hause, während einige andere Teams, zum Beispiel die Stahldrachen aus Riesa, gleich an der Malter campierten.

Mit Maskottchen: Natürlich darf der Drache als Deko-Element am Bug des Bootes nicht fehlen.
Mit Maskottchen: Natürlich darf der Drache als Deko-Element am Bug des Bootes nicht fehlen. © Egbert Kamprath

Unterstützt wird das Drachenbootfest jedes Jahr vom Wassersportverein Blaues Wunder Dresden. Der Verein stellt die Boote – vier Stück insgesamt – das Organisationsteam und die Steuerleute, die am Heck der Boote stehen und die Fahrspur halten. Aber was ist das Erfolgsgeheimnis? Das kann am besten Wassersportler Robert Ringel sagen, bei dem die Fäden zusammenlaufen. „Der Gleichschlag ist am wichtigsten. Die Paddel müssen wie bei einer Maschine gleichzeitig eintauchen, durchgezogen werden und wieder auftauchen.“ Und dann zähle natürlich auch noch der Druck auf dem Paddel. Ob den das Oe-Team hat?

Die Männer und Frauen in ihren orangen Trikots paddeln zur Startzone und stellen sich neben den Flying Chippies auf. Beide Mannschaften sind in den Hoffnungslauf gekommen. Wer gewinnt, bekommt noch den letzten freien Startplatz im 400-Meter Finale der Mixed Teams. Das Signalhorn erschallt, es geht los. Die ersten Schläge müssen extrem hart und kurz sein, um das Drachenboot auf Fahrt zu bekommen. Sobald es Geschwindigkeit erreicht hat, müssen die Paddelschläge gleichmäßig lang und kräftig sein. Dann geht es um die Kondition. Und den Takt, denn gerät nur ein Paddler aus dem Rhythmus, zieht sich der Fehler durchs ganze Team. Oelsa kämpft, aber Oelsa verliert. Mit einer Bootslänge Vorsprung holt sich die Konkurrenz den letzten Finalplatz.

Kapitän Klaus Ulbricht ist nur ein kleines bisschen enttäuscht. Es wird noch mal fürs Foto gelacht und gejubelt. Im nächsten Jahr gibt es bestimmt wieder eine Chance. Und das Wichtigste haben sie ja ohnehin gehabt: viel Spaß.

Mehr zum Thema Dippoldiswalde