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Leipzig

Dreamhack lädt zur größten und teuersten Computerparty

Auf der Leipziger Messe zocken Spieler um Millionen. 20.000 Zuschauer sind dabei.

Auf der Leipziger Dreamhack startet die Lan-Party.
Matratzen für
das Nickerchen
zwischendurch
liegen bereit.
Auf der Leipziger Dreamhack startet die Lan-Party. Matratzen für das Nickerchen zwischendurch liegen bereit. © Alexander Prautzsch/dpa

Von Sven Heitkamp, Leipzig

Licht aus, Spiel an: Deutschlands größte Computerspieler-Party Dreamhack hat am Freitag auf der Leipziger Messe begonnen. Allein auf der LAN-Party sind 2.080 Zocker über 15 Kilometer Netzwerkkabel miteinander verbunden, um sich mit Maus und Tastatur in den virtuellen Welten auf blinkenden Bildschirmen zu messen. Über 1.000 mehr als bei der Premiere 2016. Bis Sonntagnachmittag geht das so, Zutritt ist ab 18. Viele der Freaks, die aus ganz Deutschland und dem Ausland kommen, schlafen zwischendurch nur kurz auf einer Luftmatratze und ernähren sich von Energydrinks und Asia-Nudeln an ihrem Spieltisch. Die Dauerspieler-Plätze sind seit Wochen ausverkauft. Ein Team von mehr als 30 Experten betreut rund um die Uhr die Technik, damit kein Punkt verloren geht.

Neben der gigantischen Zockerparty, die vor allem Spaß machen soll, geht es in der Nachbarhalle um größere Beträge: In acht internationalen Esports-Turnieren kämpfen junge Profis um fünf- und sechsstellige Gewinnsummen. Allein in der „Dream League“-Session sind Preisgelder von insgesamt einer Million US-Dollar zu gewinnen. Es ist das erste Mal, dass bei der Dreamhack eine so hohe Summe ausgelobt ist, sagt Messesprecher Felix Wisotzki. 16 Dota2-Elite-Teams aus Europa, USA und Asien treten an. Die Siegermannschaft bekommt 300.000 Euro, zudem geht es der durchtrainierten und strategisch geschulten Weltelite um Punkte für die WM-Qualifikation. 

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Seit Anfang der Woche wurden die Gruppenwettbewerbe ausgetragen. Nun werden die Finals in der Messehalle auf Großbildschirme übertragen und von Hunderten Fans live verfolgt wie in einer Sportarena. „Noch nie zuvor gab es eine so große Vielfalt an prestigeträchtigen Esports-Turnieren und so hohe Preisgelder“, sagt Messe-Chef Markus Geisenberger. Mehr als 20.000 Besucher werden erwartet. 

Neu am Start ist ein Bauernhof-Simulator: Da werden Trecker gefahren, Heuballen gepresst und in Scheunen verladen. Wer seinen Gegnern eins auswischen will, kann die Zugbrücke vor seiner Nase hochziehen. Gefährlicher wird es nicht – das Spiel ist auch für Kinder freigegeben. Dennoch gibt es beim Um-die-Wette-Ernten eine Menge Geld zu gewinnen: Die „Farming Simulator League“ spielt dieses Wochenende um 12.000 Euro. Die meisten Teams kommen von Traktorenherstellern, sind entweder deren Mitarbeiter oder vom Unternehmen zusammengestellt, erzählt Esport-Koordinator Lars Malcharek. Gaming ist heute ein Big Business: 2019 sollen die Umsätze im weltweiten Esport-Geschäft mehr als eine Milliarde US-Dollar erreicht haben.

Leipzig ist ein neuer Player in der wachsenden Branche. Die abgedunkelten Messehallen sind voll von Turnierbühnen, Ausstellern, Spieleentwicklern, Sponsoren und kleinen Streaming-Arenen, in denen professionelle Zocker live im Internet spielen. Der bekannteste von ihnen, „NoWay“, hat allein Hunderttausende Fans. Viele Spiele werden online auf twitch.tv übertragen. Beim Cosplay-Contest am Samstagabend zeigen zudem Darsteller auf einer Bühne 30 bekannte Computerspiel-Figuren und treten in oft monatelang gestalteten Kostümen auf – alljährlich ein großer Hingucker des Gaming-Festivals.