merken
PLUS

Großenhain

Dreckberg auf Waldsportplatz wird größer

Der Bürgermeister lässt Aushub hinkippen. Der Gemeinderat schimpft und fühlt sich nicht ernstgenommen. Wiedermal.

Der Dreckberg auf dem Quersaer Waldsportplatz ist von Unkraut überwuchert.
Der Dreckberg auf dem Quersaer Waldsportplatz ist von Unkraut überwuchert. © Jörg Richter

Quersa. Fußball wird hier schon lange nicht mehr gespielt. Früher traf sich die Quersaer Dorfjugend zum Bolzen auf der Waldlichtung hinter der ehemaligen LPG. Daran erinnert hier nicht viel, außer vielleicht die noch einigermaßen vorhandene, ebene Rasenfläche. 

Auf ihr liegt schon seit ein paar Jahren ein riesiger Dreckberg, auf dem Unkraut wächst. Und dieser Haufen wird immer größer. Erst vor Kurzem ist dort Grünschnitt vom Lampertswalder Friedhof abgekippt worden. Und ein paar Wochen zuvor hat eine Firma, die im Auftrag der Gemeinde Lampertswalde den Quersabach ausbaggerte, den Aushub auf dem Waldsportplatz entsorgt. Beides geschah in Abstimmung mit Bürgermeister Wolfgang Hoffmann. Und genau das stößt den Gemeinderäten sauer auf.

Leben und Genuss
Leben und Genuss

Für Genießer genau das Richtige! Leckere Ideen, Lebensart, Tradition und Trends gibt es in der Themenwelt Augusto.

„Das ist illegal“, schimpfte Bernd Söllner, als er in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend dieses Problem ansprach. Er und andere Ratsmitglieder verwiesen darauf, dass es dazu bereits vor einem Jahr einen Beschluss gegeben hat. Damals wurde festgelegt, dass kein weiterer Grünschnitt, Aushub oder Sonstiges auf dem Quersaer Waldsportplatz abgekippt werden darf. Auch nicht als Zwischenlager.

Hinter dem Dreckberg werden fleißig neuer Grünschnitt und Aushub entsorgt. Sehr zum Ärger der Gemeinderäte. 
Hinter dem Dreckberg werden fleißig neuer Grünschnitt und Aushub entsorgt. Sehr zum Ärger der Gemeinderäte.  © Jörg Richter

Mehrere Gemeinderäte kritisierten, dass sich Hoffmann an diesen Beschluss nicht gehalten habe. Sie zogen Parallelen zu anderen Alleingängen des Bürgermeisters, die erst zum Vertrauensverlust und schließlich zur vorgezogenen Bürgermeisterwahl am 1. September geführt haben.

Wolfgang Hoffmann verteidigte sich und verwies auf die momentane Haushaltssperre in der Gemeinde. Um Geld zu sparen, habe er eingewilligt, den Aushub aus dem Quersabach auf dem Waldsportplatz zwischenzulagern. Wenn es der Gemeinde finanziell wieder bessergeht, soll der Aushub ordentlich entsorgt werden.

Söllner hörte es, aber so richtig daran glauben, vermag er nicht. „Das Problem ist bereits seit zehn Jahren bekannt“, sagt der Quersaer Landwirt. Seitdem habe sich nichts in Richtung Entsorgung getan. Im Gegenteil. Der Dreckberg auf den Waldsportplatz wachse immer weiter. 

„Dort wird alles abgeladen. Jeder schafft seinen Grünschnitt hin“, sagt Söllner. Um das zu unterbinden, fordert der Gemeinderat nun einen Zaun um das Gelände. Aber dieser dürfte angesichts der aktuellen finanziellen Situation genauso weit entfernte Zukunftsmusik sein wie die Entsorgung des gesamten Dreckbergs.

Die Gemeinderäte sind sich zumindest in einem Punkt mit dem Bürgermeister einig: Eine Siebanlage muss her, um die humushaltigen Bestandteile von den Resten zu trennen. Denn in dem Aushub aus den Bächen befinden sich jede Menge Sand und Schotter, weiß Söllner. Der Quersaer setzt für die Lösung des Problems ohnehin all seine Hoffnung auf die nach-hoffmannsche Ära. Die beginnt am 1. November dieses Jahres. Drei mögliche Kandidaten haben bereits ihr Interesse bekundet.

Mehr zum Thema Großenhain