merken
PLUS

Dreckecken mitten im Wohngebiet

Es gibt Plätze in Bischofswerda Süd, die man lieber meidet. Eigentümer sehen das Problem, sind oft aber machtlos.

Von Ingolf Reinsch

Der Zaun neben dem Weg ist niedergetreten, dahinter liegen zwei prall gefüllte Säcke mit Müll und kleinerer Abfall. Dass das Gelände der ehemaligen Kläranlage an der Stadtrandsiedlung noch nicht zur Müllkippe verkommen ist, ist der Stadt als Eigentümerin und ihrem Bauhof zu danken. Dessen Mitarbeiter machen die Fläche ein bis zweimal im Jahr sauber. Erst im Herbst haben wir das Grundstück „durchforstet“, sagt Bauhofleiter Sven Ganze. Den Fundstücken nach könnte man bei einem Teil des Unrates auf Nutzer der gegenüberliegenden Garagen schließen, vermutet der Bauhofchef. „Der Müll wird über den Zaun geworfen. Eine Tatsache, die mit vernünftigem Aufwand nicht zu unterbinden ist.“

Anzeige
Wandern mit Kindern: Das muss mit
Wandern mit Kindern: Das muss mit

Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

Bonhoefferstraße: Hinter Kleidercontainern wächst der Müllhaufen. Der private Eigentümer sucht eine Lösung – bisher ohne Erfolg. Fotos: SZ/Ingolf Reinsch
Bonhoefferstraße: Hinter Kleidercontainern wächst der Müllhaufen. Der private Eigentümer sucht eine Lösung – bisher ohne Erfolg. Fotos: SZ/Ingolf Reinsch
Stadtrandsiedlung: Müllbeutel fliegen immer wieder über den defekten Maschendrahtzaun. Zweimal im Jahr räumt der Bauhof den Dreck weg.
Stadtrandsiedlung: Müllbeutel fliegen immer wieder über den defekten Maschendrahtzaun. Zweimal im Jahr räumt der Bauhof den Dreck weg.

Der Weg an der einstigen Kläranlage verbindet das Neubaugebiet Bischofswerda Süd mit der Stadtrandsiedlung. Es ist nicht der einzige Weg, wo Müll gern fallen gelassen wird. Anderswo sind die Mengen zwar meist kleiner. Trotzdem ist es ein Ärgernis. Etwa am Plattenweg zwischen Siedlerstraße und Thälmannstraße, am Zaun des Heizhauses an der Belmsdorfer Straße und im Bereich der hinteren Siedlerstraße nahe der Jugendverkehrsschule. Mancher fühlt sich dort offenbar unbeobachtet. Im Unterschied zu den sauberen Wegen rund um die Wohnblocks. Die meisten Mieter achten auf ein schönes Wohnumfeld, pflegen Blumerabatten, stellen sich eine Bank vor die Haustür. „Es sind wenige, die ihren Dreck einfach wegwerfen“, sagt eine Frau, die gerade ihren Hund ausführt. „Nur schade, dass wir alle für die Entsorgung mitbezahlen“, sagt sie und weist auf die beiden Mülltüten jenseits des heruntergetretenen Maschendrahtzaunes.

Kein schönes Bild bietet sich auch neben der sanierten Sporthalle an der Bonhoefferstraße. Das DRK lagert dort mit dem Einverständnis des privaten Grundstückseigentümers Altkleidercontainer. Für manchen ein willkommener Ort, um sich in deren Schutz scheinbar überflüssiger Dinge zu entledigen. Neben Scherben und Plastikmüll findet man dort zurzeit auch einen kompletten Satz Autoräder und einen Teppich. Gleich daneben droht ein Autofriedhof zu entstehen. In der vergangenen Woche standen dort zwei, am Wochenende schon drei Pkws ohne Nummernschild.

Eigentümerin des Grundstückes ist eine Gesellschaft, der das benachbarte Einkaufszentrum Schiebock-Passage gehört. „Das Grundstück an der Sporthalle nutzt uns nichts. Wir haben deshalb der Stadt vorgeschlagen, es an sie zu verpachten, damit sie es beispielsweise für Basket- oder Volleyball nutzen kann“, sagt Geschäftsführerin Marina Nasemann. Eine Antwort gebe es bisher nicht. Der Hausmeister der Schiebock-Passage räumt immer wieder den größten Dreck vom Platz und dem benachbarten Hang weg. „Wir könnten das Grundstück einzäunen. Aber das ist ja auch nicht Sinn und Zweck der Sache“, sagt Marina Nasemann. Von den abgestellten Altfahrzeugen erfuhr sie erst auf Anfrage. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass hier Autos illegal entsorgt werden, werde man über die Fahrzeugnummern den Eigentümer feststellen lassen, kündigt die Geschäftsführerin an.

Ortswechsel: Bischofswerdas größter Vermieter, die städtische Wohnungswirtschaft und Bau GmbH, nennt als ihr größtes Problem hinsichtlich der Sauberkeit den Zaun am Heizhaus. Für den Unrat neben dem Plattenweg hinter der Siedlerstraße sei die Stadt zuständig, sagt Geschäftsführer Andreas Wendler. „Der Fußweg und die schmalen Grünstreifen hin zu den Doppelhäusern ist städtisch.“ Aus seiner Sicht liegt das Problem zum einen in den Splitterflächen, die sich nur schwer bewirtschaften lassen. Zum anderen könne man nur an die Vernunft appellieren. „Erwachsene geben Kindern ein Vorbild, unter Umständen auch in negativer Hinsicht“, sagt Andreas Wendler.

Bischofswerdas Ordnungsamt kontrolliert die Einhaltung von Sauberkeit und Ordnung im gesamten Stadtgebiet „wie es nach den vorhandenen Kapazitäten möglich ist“, sagt Hauptamtsleiterin Inga Skambraks. Fest steht jedoch auch: Ganz gleich, wie hoch diese Kapazität ist – den Idealzustand wird es niemals geben. Verursacher von Dreck blieben in der Vergangenheit von Bußgeldern verschont. „Leider haben wir keinen Verursacher live erwischt. Das ist aber notwendig, um eine Handlung zu verfolgen und zu ahnden. Gut wäre es, wenn es auch Zeugen gibt“, sagt Inga Skambraks. Hinweise mit Namen, Datum, möglicherweise auch Bildmaterial von aufmerksamen Bürgern nimmt die Stadtverwaltung dankend entgegen. Das gilt auch für Hundekot, der trotz der aufgestellten Hundetoiletten liegen bleibt.