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Drei Feuerwehren – ein Haus

Der Grundstein für das neue Feuerwehrgebäude für Preititz, Kleinbautzen und Purschwitz ist gelegt. Die Skepsis ist gewichen.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Kleinbautzen. Es war ein langer Weg bis zu dem feierlichen Ereignis, das am Dienstag stattfand. „Aber jetzt sind wir auf einem guten Weg“, stellte der Kubschützer Bürgermeister Olaf Reichert (parteilos) bei der Grundsteinlegung für das neue gemeinsame Feuerwehrhaus in Kleinbautzen fest.

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Seit dem Hochwasser 2013 wurde darum gerungen, wie es mit den Feuerwehren nordöstlich von Bautzen weitergehen soll. Sowohl das Gerätehaus in Preititz als auch das in Kleinbautzen waren durch die Fluten beschädigt worden. Ein Neubau für jeden der beiden Orte, die zur Gemeinde Malschwitz gehören, wurde, auch aus Kostengründen, als nicht sinnvoll erachtet. Schließlich holte man auch noch Purschwitz aus der Nachbargemeinde Kubschütz mit ins Boot, wo das Gerätehaus nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht. Das Ergebnis ist, dass mit dem neuen Feuerwehrhaus in Kleinbautzen das erste gemeindeübergreifende Gerätehaus im Landkreis entsteht. Dass jetzt drei Ortswehren an einem Strang ziehen, sei auch im Hinblick auf die Sicherung der Tageseinsatzbereitschaft wichtig, betonte der Malschwitzer Bürgermeister Matthias Seidel (CDU). Gemeinsam sei man einfach schlagkräftiger. Nach der Fertigstellung des neuen Gebäudes, die für Ende 2018 geplant ist, werden 56 Kameraden hier ihre Dienste absolvieren und sich zu den Einsätzen treffen. In der Ortswehr Kleinbautzen sind zurzeit 14 freiwillige Feuerwehrleute aktiv, in Preititz sind es 20 und in Purschwitz 22.

Dreh- und Angelpunkt des Dorflebens

Es habe anfangs viele Diskussionen um die Idee gegeben, ein gemeinsames Gebäude zu errichten und es musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, sagte Bürgermeister Olaf Reichert. Nachdem anfangs die Skepsis überwog, blicken die Kameraden aller drei Wehren nun vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Besonders groß waren die Bedenken in Preititz. Denn dort wird eine starke Jugendarbeit geleistet und die Kameraden sind besonders aktiv beim Feuerwehrsport. Der langjährige Ortswehrleiter Martin Kalich, der den im Urlaub weilenden jetzigen Wehrleiter André Rohatsch vertrat, sagte, man habe befürchtet, dass die Traditionen den Bach runtergehen könnten. Denn die Feuerwehr-Aktivitäten seien der Dreh- und Angelpunkt des Dorflebens. Der Bürgermeister habe den Preititzern jedoch zugesichert, dass das alte Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus erhalten bleiben und sogar ein bisschen modernisiert werden soll.

Der Purschwitzer Ortswehrleiter Steffen Teichert sagte, dass es auch in seinem Dorf zunächst Bedenken gab, vor allem unter den älteren Kameraden. Doch man müsse in die Zukunft blicken. Es könne nur gemeinsam funktionieren. Das alte Gebäude soll nach wie vor zur Vereinsarbeit und für die Alters- und Ehrenabteilung genutzt werden. Das alte Gerätehaus von Kleinbautzen soll dagegen verkauft werden. Ortswehrleiter Tobias Schieck weint ihm keine Träne nach. Es sei eh schon überaltert gewesen. „Wir freuen uns auf das neue Haus“, sagte er. Die Zeit werde es mit sich bringen, dass sich alle zusammenraufen.

Das neue Feuerwehrhaus wird drei Tore für drei Fahrzeuge haben. Birgit Weber, Beigeordnete im Landratsamt, sagte, dass sie dafür sorgen werde, dass nach und nach die entsprechende Ausrüstung angeschafft werden kann. Die Gesamtkosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro werden zu 100 Prozent aus dem Aufbauhilfefonds gefördert.