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Drei Görlitzer laufen nach Berlin

Ultraläufer Hartmut Kohn will mit einem weiteren sportlichen Brocken mehr Aufsehen für die Suche nach seinem Onkel erregen.

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Von Daniela Pfeiffer

Die Görlitzer Läufer Olaf Holz und Franziska Kranich wollen mit dem Ex-Görlitzer Hartmut Kohn von Dresden nach Berlin laufen. In zwei Tagesetappen wollen die drei Extremsportler am 26. und 27. Februar 200 Kilometer schaffen.

Kranich und Holz mussten nicht lange überzeugt werden. Sie kennen Hartmut Kohn schon von diversen Laufveranstaltungen und finden das soziale Engagement, für das der gebürtige Görlitzer wirbt, toll. Diesmal geht es Kohn aber um eine ganz private Geschichte, für die er Aufmerksamkeit will: Die Suche nach seinem Onkel. Der ist im Zweiten Weltkrieg in Ostpreußen verschollen und vermutlich ein sogenanntes Wolfskind geworden. So nennt man die Kinder, die in den Kriegswirren ihre Familien verloren und allein umherirrten. Seit jenen Tagen hat die Familie nie wieder etwas von ihm gehört. „Der größte Wunsch meines Vater wäre es, seinen Bruder wieder zu finden“, sagt Hartmut Kohn, dessen Eltern in Görlitz wohnen.

Um das Gesicht des Onkels bekannter zu machen, hat Kohn bei Post-Modern sogar Briefmarken mit dem Schulanfangsfoto des Onkel drucken lassen. Die sollen vor allem auf Briefe geklebt werden, die nach Russland oder Litauen gehen. An Behörden oder die Generalstaatsanwaltschaft zum Beispiel. „Dort öffnet man nach langer Geheimhaltung jetzt langsam die Archive, ich hoffe, dass sie vielleicht was finden“, sagt Kohn. Bislang war die Suche erfolglos, auch ein Beitrag im russischen Fernsehen brachte keine Erkenntnisse.

Doch es gibt noch etwas, das den drei Ultraläufern am Herzen liegt und für das sie werben wollen: Das Kinderhospiz in Dresden. „Die Frau meines Trainers arbeitet dort ehrenamtlich und ich finde es eine gute Sache, das zu unterstützen“, so Kohn.

www.hartmut-kohn.de