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Drei Ideen lassen Maries Traum wahrwerden

Das fünfjährige Mädchen ist halbseitig gelähmt. Eine Delfintherapie könnte ihr helfen. Daran wirken viele Menschen mit.

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Von Katarina Lange

Das Schicksal der kleinen Marie aus Neustadt geht unter die Haut. Schon nach dem ersten Artikel über das halbseitig gelähmte Mädchen aus Neustadt stand das Telefon der Sächsischen Zeitung in Sebnitz kaum mehr still. Die Anteilnahme war riesig. Und ist es bis heute. Das zeigen die unterschiedlichen Aktionen, die mittlerweile für Marie initiiert worden sind. Sie alle haben nur ein Ziel: Möglichst viele Spenden zu sammeln, um dem kranken Mädchen im kommenden Jahr eine Delfintherapie im türkischen Marmaris zu ermöglichen. Dank der vielen Aktionen könnte sich ihr Traum schneller erfüllen, als gedacht.

Idee Nummer 1: Bäcker stiftet Teilerlös vom Stollenfest

Alexander Mikat musste nicht lange überlegen, als er die Geschichte von Marie in der Zeitung las. Der Polenzer Bäckermeister hat gestern ein Stollenfest veranstaltet. Hunderte Besucher quetschten sich zum siebenten Mal in Folge in die Filiale an der Polenztalstraße, um dem Bäcker bei der Arbeit über die Schulter zu schauen, Kekse zu naschen oder selbst Teig zu kneten. Die Aufmerksamkeit wollte Alexander Mikat wieder nutzen – für den guten Zweck. Er will anderen, die es nötiger haben, etwas abgeben. Bei Marie sei das Geld deshalb genau richtig aufgehoben.

Jedes Jahr spendet Alexander Mikat einen Teil des Erlöses des Stollenfestes für ein soziales Projekt. 2011 unterstützte er den Festverein Polenz, der in diesem Jahr ein Festwochenende zum 750. Ortsjubiläum veranstaltete. Im Jahr zuvor hatte der Polenzer Bäcker 453 Euro durch den Verkauf eines Riesenstollens eingenommen. Dieses Geld kam ebenfalls einem erkrankten Kind zugute. Der Bäcker spendete es dem kleinen Jonas aus Rugiswalde. Der war bei einem Unfall schwer verletzt worden. Das Geld wurde für die teure medizinische Versorgung des Jungen verwendet.

Idee Nummer 2: Lionsclub Sebnitz spendiert 1 000 Euro

Spontane Hilfe kommt auch vom Lionsclub Sebnitz. Die Vereinsmitglieder, die sich auf vielen sozialen Ebenen engagieren, wollen Marie mit einer großzügigen Spende helfen. „Nach den Berichten über das Schicksal der Fünfjährigen hatte der Vorstand des Lionsclubs sofort den Antrag formuliert, die Delfintherapie zu unterstützen“, teilt Hans-Friedrich Jansen vom Lions-
club Sebnitz mit. Bei dem nächsten Clubabend, der gleichzeitig als Mitgliederversammlung abgehalten wurde, wurde einstimmig beschlossen, die Delfintherapie mit insgesamt 1 000 Euro zu unterstützen. Die Mitglieder des Lionsclubs wollen sich in den nächsten Tagen mit Maries Eltern in Verbindung setzen, um die Details zu klären.

Idee Nummer 3: Gärtnerei

stellt Spendenbox auf

Auch an den Mitarbeitern der Gärtnerei Gruschwitz in Langburkersdorf geht die Geschichte der kleinen Marie nicht spurlos vorbei. Chefin Antje May hat selbst drei Kinder. Für sie war deshalb schnell klar: Auch wir wollen dem Mädchen helfen. Am Freitagabend wird in der Gärtnerei die traditionelle Adventsausstellung mit einer Modenschau eröffnet. Rund 220 Gäste haben sich dazu angekündigt. Die Karten sind schon seit Wochen vergriffen. Bei der großen Abendveranstaltung will die Gärtnerei Spenden für Marie sammeln. „Das ist uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Floristmeisterin Antje May. Auch sie hatte – genau wie Bäckermeister Alexander Mikat aus Polenz – schon vor zwei Jahren dem kranken Jonas aus Rugiswalde mit einer größeren Spende geholfen.